Kultur - „Bühnenzinnober“ veranstaltet Stationentheater / Premiere ist bereits am Freitag, 25. Juni / Ab Montag, 14. Juni, Kartenbestellung möglich

Halb Reinsbronn wird zur Theaterbühne

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An vier Orten in Reinsbronn spielt der Bühnenzinnober Theater. Die etwas andere Sommersaison startet schon am Freitag, 25. Juni. Die Zuschauer wandern in vier Gruppen von maximal 20 Personen von Spielort zu Spielort. Die vier Kurzstücke stehen unter dem Oberbegriff „Ernährung und Landwirtschaft“, sind inhaltlich aber unabhängig voneinander. Kartenbestellungen sind möglich ab Montag, 14. Juni. Im Bild einer der vier Spielorte. © Theaterverein

Der Theaterverein Reinsbronne Bühnenzinnober veranstaltet erstmals ein Stationentheater. Premiere ist am Freitag 25. Juni, ab Montag, 14. Juni, sind Kartenbestellungen möglich.

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Reinsbronn. Allen Widrigkeiten zum Trotz: Der Theaterverein Reinsbronner Bühnenzinnober wird in diesem Jahr eine Sommersaison bieten – wenn auch ganz anders als gewohnt. Premiere des Stationentheaters soll am Freitag, 25. Juni, sein.

Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Und so hat sich die Theatergruppe Reinsbronn relativ kurzfristig entschlossen, die ursprünglich für 2021 angesetzte und dann doch in Frage stehende Sommersaison trotz der nach wie vor geltenden Einschränkungen durchzuführen – jedoch in abgespeckter Form. Es gibt statt wie sonst 15 diesmal nur fünf Spieltermine, und es gibt keinen zentralen Spielort, sondern vier Plätze in Reinsbronn, an denen zur gleichen Zeit gespielt wird. Die Zuschauerinnen und Zuschauer wandern in vier überschaubaren Gruppen von maximal 20 Personen von Spielstätte zu Spielstätte. Die vier Szenen dauern jeweils eine gute Viertelstunde und sind inhaltlich voneinander unabhängig – sie stehen aber unter einem Oberbegriff: „Ernährung und Landwirtschaft“. Die Entfernungen zwischen den einzelnen Spielorten sind gut zu Fuß zu bewältigen.

Vereinsvorsitzender Arno Boas, seines Zeichens seit 35 Jahren auch Hausautor des Bühnenzinnobers, hat drei der vier Szenen verfasst, die vierte wurde von einigen Spielern entwickelt und spielt in der Reinsbronner Kirche. Wie man die Reinsbronner kennt, verknüpfen sie ernste Themen mit einer frischen Brise Humor. So soll es auch diesmal sein. „Das Leben ist momentan schon traurig genug, und nach dieser langen Kulturpause wollen wir unseren Besuchern einfach amüsante Unterhaltung bieten“.

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Nur fünf Aufführungen

Das ungewöhnliche Konzept eines Stationentheaters ist der Corona-Pandemie geschuldet, denn man will das Ganze entzerren, weil „die Gesundheit aller Beteiligten an erster Stelle steht“, sagt Vorsitzender Arno Boas. Das erfordert einen erhöhten logistischen Einsatz, so dass es diesmal nur eine begrenzte Anzahl an Aufführungen und keine Zusatzveranstaltungen geben wird. Die Aufführungen sind geplant am Freitag, 25. Juni, Samstag, 26. Juni, Sonntag, 11. Juli, Freitag, 16. Juli und Samstag, 17. Juli. „Überschneidungen mit der Fußball-Europameisterschaften lassen sich leider nicht ganz vermeiden“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Beginn der Aufführungen ist freitags und Samstag um 19 Uhr, am Sonntag, 11. Juli, dagegen bereits um 18 Uhr (das Endspiel der Fußball-EM beginnt um 21 Uhr und kollidiert deshalb nicht mit dem Theatertermin). Der frühe Beginn hat auch den Vorteil, dass die Veranstaltungen vor Einbruch der Dunkelheit beendet sind und der technische Aufwand dadurch verringert wird.

„Wir hoffen, dass unsere Zuschauer das Experiment mit uns wagen, denn uns ist klar, dass auch die Zuschauer mehr Aufwand haben als sonst“. Zum einen schlendern sie am jeweiligen Abend zu insgesamt vier Spielorten, zum anderen gelten die üblichen Corona-Bedingungen. Wer nicht zweimal geimpft oder genesen ist, muss einen tagesaktuellen Test (nicht älter als 24 Stunden) vorweisen. Vor Ort wird nicht getestet. „Dafür hat unser kleiner Theaterverein nicht die Manpower“, wirbt Boas um Verständnis.

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„Große Herausforderung“

Insgesamt wird der Theaterabend inklusive der Wegzeiten bei knapp zwei Stunden liegen. So genau kann das noch keiner sagen, denn die Proben haben erst in dieser Woche begonnen. „Das alles ist eine große Herausforderung für alle Beteiligten“, betont Arno Boas. Weil lange Zeit nicht klar war, was überhaupt möglich ist, haben die ganzen Vorbereitungen erst kürzlich begonnen. „Aber trotz oder gerade wegen der widrigen Umstände wollen wir unseren Besuchern einen kurzweiligen Abend bieten“. Die vier Szenen beschäftigen sich in ganz unterschiedlicher Form mit den Themen Ernährung und Landwirtschaft. In einer Szene versuchen zwei Freunde, eine gemeinsame 50-er-Feier zu planen, müssen aber feststellen, dass es da die unterschiedlichsten Ernährungsformen unter einen Hut zu bringen gilt.

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Eine weitere Szene gewährt Einblick in einen imaginären Saustall, außerdem erleben die Zuschauer in einer weiteren Szene, wie ein Landwirt sich „abdaggelt“, ohne dass am Ende viel dabei heraus springt und er auch noch Ärger mit selbst ernannten jugendlichen „Tierschützern“ bekommt. Und Szene Nummer vier spielt in der Kirche. Hier vermischen sich Orgelmusik und Tanz mit Gedanken des Bezirksbauernpfarrers. Insgesamt sind 14 Spielerinnen und Spieler beteiligt, die Regie führen Arno Boas und Heike Pfänder.

A propos Ernährung: Eine Verköstigung wird es diesmal nicht geben. Wer schnell Hunger und Durst bekommt, der muss sich ausnahmsweise selbst versorgen. Und auch beim Eintritt ist diesmal alles anders: „Wir machen das Ganze diesmal auf Spendenbasis“, berichtet der Vereinsvorsitzende.

Auf der Homepage wird es zu gegebener Zeit einen Vordruck geben, den man am besten schon ausgefüllt mitbringt, dann geht das Einchecken mit der Datenerfassung unkomplizierter. Die Zuschauer erhalten außerdem einen Lageplan zur Orientierung, zusätzlich wird jede Zuschauergruppe von zwei Ordnern begleitet. Ohne Impfnachweis, Genesenenbescheinigung oder aktuellem Test ist eine Teilnahme nach momentanem Stand nicht möglich. Auch Personen mit Corona-Symptomen sind nicht zugelassen.

Kartenvorbestellungen sind möglich ab Montag, 14. Juni, unter Telefon 07933/7002527 (werktags von 20 bis 22 Uhr). Weitere Informationen gibt es in Kürze auch unter www.buehnenzinnober.de

Seit 13. März 2020 hat der Theaterverein Reinsbronner Bühnenzinnober keine Auftritte mehr gehabt. Damals fand die Premiere der Komödie „Unter Schwestern“ im Gemeindehaus statt, am Tag danach folgte der Lockdown und damit das vorzeitige Ende der Saison. Der Versuch, die Aufführungen im November 2020 nachzuholen, war dann ebenfalls Makulatur nach dem erneuten Lockdown.

Das Stück soll nun im Februar/März 2022 im Gemeindehaus zu sehen sein. Vorher aber wollen die Reinsbronner beweisen, dass die Zwangspause die Kultur zwar lahmgelegt, aber nicht untergekriegt hat.