Städtischer Kindergarten Freudenbach - Dorothee Habel gestaltete Gemälde und integrierte darin Steckdosen und Anschlüsse einer Küchenzeile Graue Wand jetzt blühende Landschaft

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Arno Boas
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Landschaftsbild: Eine einst graue Wand im Freudenbacher Kindergarten wurde von Dorothee Habel in eine blühende Landschaft verwandelt. © Boas

Eine einst graue Wand im Kindergarten Freudenbach hat sich in eine blühende Landschaft verwandelt – dank der Malerin Dorothee Habel.

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Freudenbach. Ein überdimensional großes Wandgemälde ziert seit einiger Zeit den Bewegungs- und Ruheraum im städtischen Kindergarten in Freudenbach. Die Malerin Dorothee Habel aus Reinsbronn, seit Januar in der Mittagsbetreuung im Kindergarten engagiert, hat die einst schmucklose Wand in ein Kunstwerk verwandelt mit spielenden Kindern, lustigen Fahrzeugen und einer malerischen Landschaft.

Wenn man genau hinschaut auf das 2,50 mal sechs Meter große Bild, sieht man, mit welcher Kreativität die 55-Jährige ans Werk gegangen ist. Denn einst stand an dieser Wand des ehemaligen Gruppenraumes eine Küchenzeile – geblieben sind davon nur die Anschlüsse und Steckdosen. „Diese mussten ins Bild integriert werden“, erklärt die Malerin die „knifflige“ Herausforderung. Davon ließ sie sich aber nicht entmutigen, sondern machte im Gegenteil aus den Gegebenheiten das Beste. Und so wurden aus den Steckdosen die Scheinwerfer eines Autos, aus den Wasseranschlüssen die Reifen eines Traktors.

Die Idee, der Wand mit Farbe zu Leibe zu rücken, hatte Kindergarten-Leiterin Elisabeth Schrandt. „Die Wand war nicht mehr schön“, erzählte Elisabeth Schrandt um Gespräch mit unserer Zeitung. Da sie von Dorothee Habels kreativer Ader wusste, lag es nahe, sie mit der Gestaltung zu beauftragen. Vor etlichen Jahren, als Dorothee Habels Kinder noch den Freudenbacher Kindergarten besuchten, war sie bereits einmal künstlerisch tätig geworden und hatte den Gang verschönert. Das „Okay“ der Stadtverwaltung zur neuerlichen Kunstaktion war so nur eine Formsache, und so konnte sich Dorothee Habel ans Werk machen. Eine ganze Woche arbeitete sie mit Acryl-Farben an der Wand, nachdem sie diese zuvor weiß grundiert hatte, „denn dann leuchten die Farben besser“. Beim Malen auf großen Flächen hat Dorothee Habel schon einige Erfahrung gesammelt, unter anderem als langjährige Bühnenmalerin des Theatervereins Reinsbronner Bühnenzinnober. Sie hat auch schon die Innenwände eines Musikateliers gestaltet und auf Außenwänden ihre Kunst verewigt. „Mich fasziniert beim Malen der Prozess der Veränderung, während des Malens kommen mir immer neue Ideen“, erklärt sie ihre Arbeitsweise. Beim Bild in Freudenbach, so findet die 55-Jährige, „fehlt eigentlich nur noch der Duft“. Die Arbeit hat sich gelohnt, das findet auch Elisabeth Schrandt: „Die Wand sieht toll aus, sie peppt den ganzen Raum auf“. Und was sagen die Kinder? Nele, sechs Jahre alt, findet „die Blumen toll“. Der vierjährige Raffael findet es lustig, dass ein Mädchen auf dem Bild auf einer Steckdose sitzt.

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Und ein Baum – wohl eine Trauerweide – „sieht auch lustig aus, als würden ihm Haare herunter hängen“.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Bad Mergentheim