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Leserbrief - Zu „An der Straße klafft eine große Lücke“ (FN 19. Oktober)

Fünfgeschossiges Gebäude ist einfach ein Fakt

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Im Zeitungsartikel wird das Verwirrspiel mit der Anzahl von Geschossen und Höhen der geplanten Mehrfamilienhäuser leider weiter fortgesetzt.

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Man muss aber nicht unbedingt ein Mathematik-Genie sein, um eine ebenerdige Tiefgarage, ein Erdgeschoss, zwei Stockwerke und ein Dachgeschoss zu der Gesamtzahl von fünf Stockwerken zusammen zu zählen, auch wenn diese per Definition nicht so genannt werden müssen.

Es ist also keine Wertung von Einzelnen, die man durchaus anders sehen könnte. Nein, es bleibt bei der Gesamthöhe von fünf Geschossen. Das ist ein Fakt und diesen Fakt von zirka 16 m Höhe wird man von außen „bewundern“ können. Auch ist eine kleinere Höhenangabe ab dem Erdgeschoss irreführend. Die Gesamthöhe des Gebäudes beginnt immer an der Oberkante des Grundstücks.

Die Höhe eines Kirchturms wird ja auch nicht von der Unterkante des Zifferblatts der Kirchturmuhr bis zur Spitze gemessen. Die Frage ist immer, was mit den angegebenen Zahlen erreicht werden, vielleicht auch nur „schöngeredet“ werden soll. Die Parkplatzsituation wird immer verwirrender. Der aktuelle Artikel verwendet wieder die ursprünglich geplante Anzahl im Gebäude und auf dem Grundstück, die bei der Sitzung des Gemeinderats am 13. Juli 2021 nach unten korrigiert wurde.

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Was oder wem kann oder soll man hier eigentlich noch glauben? Bisher sind die Bilder oder Pläne immer aus überhöhter Position dargestellt worden. Das sollte wohl zeigen, wie gut die Vorhaben in das Gelände oder Baugebiet passen. Im Artikel ist diesmal die „Froschperspektive“ gewählt worden, und es wird der Eindruck erzeugt, die Häuser in der Bildmitte würden später immer noch die Mehrfamilienhäuser überragen.

Die beschriebene „Lücke“ ist im Bild nicht erfasst, da die rechte und die linke Begrenzung nicht zu sehen sind. Wären diese im Foto miterfasst, würde das aber auch zeigen, um wieviel an Höhe die Bestandsbauten überragt werden. In der Realität wird es so sein, dass die Häuser in der Bildmitte aus dieser Perspektive komplett hinter den geplanten Türmen verschwinden werden. Links von fünf Geschossen steht ein Haus, das eineinhalbgeschossig ist, rechts von fünf Geschossen geht es zweieinhalbgeschossig weiter.

Aber nach den Antworten auf die Einwendungen von Anwohnern handelt es sich sowieso um ein „inhomogenes Wohngebiet“, da braucht man wohl nicht darauf zu achten, dass sich etwas einfügt oder zusammenpasst. Den Zielen eines Bebauungsplans wird jedenfalls in Teilen nicht entsprochen. In Würzburg haben viele Wohngebäude vier Geschosse, auf mich wirken sie monumental.

Die umstehenden Häuser sind gleich hoch, damit hat das Ganze ein „Gesicht“. Das wird hier in Creglingen nicht so sein. Die Darstellung, dass die 22 Wohnungen in Creglingen „alternativlos“ seien, steht für mich im Widerspruch mit dem Artikel vom 7. Oktober, wonach Creglingen schrumpft und dem Artikel vom 7. Dezember 2020, wonach der Bedarf auf dem Wohnungsmarkt im Kreis „mehr als gedeckt“ beschrieben wurde.

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In einer 35 m² großen Wohnung wird sich wohl auch kaum eine Familie ansiedeln wollen. Großes Wachstum der Einwohnerzahl ist so nicht zu erreichen, das den „heimischen Einkauf“ stärkt und die Kindergärten und die Schule bereichern könnte.

Wir sind jetzt eineinhalb Jahre nach der ersten Vorstellung des Projekts, bis zur Fertigstellung dauert es noch einmal genau so lange. Alles, was in diesem Zeitraum passiert ist und noch passieren wird, findet in der Planung des Projekts keine Berücksichtigung. Einige Geschäfte wurden geschlossen, keines ist dazu gekommen.

Wie viele Geschäfte werden in näherer Zukunft noch aufgegeben? Die Befürchtungen der Kritiker werden sich bestätigen, dann ist es allerdings zu spät. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, dieses Projekt zu überdenken, an einem geeigneteren Platz zu erstellen oder in kleinerer Form zu bauen.

Damit könnte man den Anliegen aller Bürger gerecht werden und nicht sämtliche Problematiken, die mehrfach angesprochen wurden, einfach ignorieren. Was bleibt, ist die Frage nach den existierenden Verflechtungen.

Der eingereichte Normenkontrollantrag beim Oberlandesgericht ist bisher noch nicht entschieden.

Joachim Himrich, Creglingen

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