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Creglingen - Konzert im Romschlössle mit dem Pianisten Frank Wasser

Feuerwerk der Klavierfarben

Von 
jom
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Pianist Frank Wasser glänzte beim Konzert im Creglinger Romschlössle. © Rehfeld

Creglingen. Der Titel „Alle Farben des Klaviers“ war Programm. Frank Wasser überzeugte schon mit der Programmauswahl zu diesem spannenden Konzert im Romschloss.

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Er begann mit Ferruccio Busonis Bearbeitung des Bachschen Chorals „Ich rufe zu dir , oh Herr“. In gemessenem Tempo, edelster Klarheit und Demut, die geistige Tiefe des Werkes und die weite Kontrapunktik ausleuchtend, spielte Frank Wasser dieses existentielle Werk.

Mit Mozarts Fantasia in d-moll KV 397 setzte Wasser die im ersten Werk begonnene Folge existentieller Werke fort. Filigran, dann kraftvoll und wieder sensibel ließ Frank Wasser einerseits die Tiefen, wie auch in den hochvirtuosen Läufen alle Farben des Klaviers erklingen.

Es folgte die berühmte „Mondscheinsonate“. Beethoven hat sie auch einmal als Requiem für einen verstorbenen Freund beschrieben. Frank Wasser spielte den ersten Satz ohne jegliche „Gefühlsduselei“ und Romantisierungen als durch und durch transzendentales Werk, ergreifend die Schlichtheit und das singende Legato, das er auch im zweiten Satz walten ließ. Virtuos und drängend der dritte Satz, kaskadenartig die aufsteigenden Triolen, kraftvoll mit ungewöhnlichen, sehr überzeugenden rhythmischen Akzentuierungen.

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Als letzter Programmpunkt ertönten acht Präludien von Claude Debussy. In diesen vielschichtigen, impressionistischen und komplexen Werken zauberte der Künstler. Vom mysteriösen „Danseuses de Delphe“ über das jazzige freie Präludium „Le collines d ´Anacapri“ zum einfachen Tanz über die Seguidilla bis hin zum tobenden Feuerwerk in „Feu d´artifice“ entwickelte Frank Wasser einen Farbenreichtum sondergleichen. Seine perfekte Anschlagstechnik ermöglicht ihm, in Bruchteilen von Sekunden von satten, schweren Bassfiguren hin zum quecksilbrigen hellen Leuchten der Arpeggien im Diskant zu wechseln und beides gleichzeitig. Ein fulminanter, beglückender Abend. Das Publikum war beeindruckt, forderte Zugaben, die wegen der Covid-Lage aber nicht möglich waren. jom

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