Creglinger Gemeinderat - Kritik an Windkraft-Plänen in Weikersheim-Neubronn / Frühere Zusagen „nicht eingehalten“ Fassaden-Kosmetik für Turm

Von 
Markhard Brunecker
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Soll durch seinen Abbruch für Parkplätze in der Innenstadt weichen, das Anwesen Lindleinstraße 9. © Markhard Brunecker

Keine Befürworter im Gemeinderat fand ein Antrag zur Errichtung und Betrieb einer Windkraftanlage auf einem Grundstück bei Weikersheim-Neubronn, an der Grenze zu Niederrimbach.

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Creglingen. In einem Fall soll eine Windkraft-Altanlage durch eine neue ersetzt werden und im anderen eine Neuanlage erfolgen. Die beiden Anlagen sollen größer sein und werden dadurch auch mehr Lärm verursachen. Bei einer Höhe von 131 bzw. 141 Meter, bei einem Rotordurchmesser von 138 und 117 Meter, beträgt die Nennleistung 4,2 MW und 3,6 MW.

Der Ortschaftsrat von Niederrimbach bemängelte, dass beim Bau vor Jahren die Wirtschaftswege von Niederrimbach stark in Mitleidenschaft gezogen und bis heute nicht, wie versprochen, wieder instandgesetzt wurden. Auch wegen des vermeintlich höheren Lärmpegels fand das Vorhaben keine Freunde im Gremium, so dass es vom Creglinger Gemeinderat auch keine Empfehlung gab. Karl Haag und einige weitere Ratsmitglieder meinten gar, man solle es ablehnen.

Rathauschef Uwe Hehn sprach sich für eine neutrale Haltung aus, da sich das Creglinger Votum nicht auswirken werde, wenn die Lärmschutzrichtlinien eingehalten werden. Bei der Stellungnahme der Nachbargemeinde zur Anfrage werde man jedoch klarmachen, dass über die Niederrimbacher Gemarkung keine Zufahrt möglich ist, da Zusagen nicht eingehalten wurden. Mit 14 zu drei Stimmen, bei einer Enthaltung, setzte sich der Vorschlag der Verwaltung durch.

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Zwei Wortmeldungen gab es in der Fragestunde für Einwohner. Eckhard Bach wies auf eine noch ausstehende Messung im Windpark Klosterwald hin. Trotz Zusage wurden nach seinen Worten bisher keine weiteren Verbesserungen vorgenommen. An einer der Anlage seien größere Mengen Öl ausgelaufen. Beim zuständigen Landratsamt hätte bei seine Nachfrage niemand davon gewusst. Bürgermeister Uwe Hehn wies darauf hin, dass sich der Windpark in Staatswald befinde und Creglingen daher nicht zuständig sei. Der Lärm befinde sich in genehmigten Bescheid-Werten und daher werde sich auch nichts ändern, das sei Fakt. Nach Darstellung von Bach hätten es jedoch die Anlieger die vor einem Jahr zugesagten Aussagen verdient.

Hermann Grieser, einer der Führer durch das Kleinstmuseum im Lindleinturm mit seinen rund 1500 Besuchern jährlich, wies auf den schlechten Zustand, vor allem im Außenbereich, hin. Der Turm sei ein Aushängeschild von Creglingen und ein Anziehungspunkt für Touristen. Bürgermeister Hehn sagte Abhilfe zu. Sobald die Möglichkeit bestehe, werde das Objekt eingerüstet und die erforderlichen Arbeiten, wie Putz, erledigt. Einen genauen Termin konnte er dabei nicht zusagen.

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Um im Kernstadtbereich Parkraum zu schaffen, wurde von der Stadt das Gebäude Lindleinstraße 9 (Oswaldhaus) gekauft. Dieses Gebäude soll nun abgebrochen werden. Hierfür wurden Angebote eingeholt. Der Rat entschied sich einstimmig für das günstigste der Firma PK Abbruch GmbH aus Gnodstadt in Höhe von 33 082 Euro. Der vorhandene Gewölbekeller soll laut Hehn aufgefüllt werden.

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Keine Gegenstimme gab es für die Teilnahme am Infrastrukturatlas des Bundes. Dieser soll zur schnelleren Erfassung von Infrastrukturen beitragen, die dem Ausbau des schnelleren Glasfasernetzes in Deutschland dienen. In diesem Atlas werden seitens der Kommunen vorhandene Leerrohrstrukturen und unter anderem auch Kanalsysteme dokumentiert.

Seit Mai 2002 hat die Stadt Creglingen mit der Firma Bestattungen Schmid aus Rothenburg einen Bestattungsvertrag über das Ausheben und Verfüllen von Gräbern. Laut Rathauschef Hehn gebe es in all den Jahren keine Beanstandungen. Seit über 18 Jahren erfolgte keine Preisanpassung.

Daher spreche für Hehn nach knapp zwanzig Jahren nichts gegen eine moderate Erhöhung von rund zehn Prozent. Dem schloss sich auch der Rat einstimmig an. Die Rechnungen werden jedoch künftig aus rechtlichen Gründen nicht mehr von der Firma selbst gestellt, sondern über das Bürgermeisteramt der Stadt Creglingen, die die Gebühren weiterleitet.

Nach kurzer Erläuterung durch den Leiter des Stadtbauamts, Jürgen Korb, stimmte das Gremium einstimmig der Änderung des städtebaulichen Vertrags mit der Glöckle GmbH Schweinfurt zu. Dieser sieht vor, dass die Niederschlagswasserableitung von der Stadt neu geregelt wird und Glöckle ihre Gasleitung zur Senioreneinrichtung verlegen kann.

Ohne Gegenstimme verzichtet die Stadt Creglingen auf die Gebühren im Kindergarten für nicht betreute Kinder im Februar.