Leserbrief - Zum „Grünes Licht trotz anhaltender Kritik“ (FN 29. Oktober) im Zusammenhang mit dem Ratsbeschluss zum Bebauungsplan „Rothenburger Straße“ Creglingen doch nicht an der Romantischen Straße?

Von 
Silke, Thilo Baumann
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Wie kann es sein, dass trotz anhaltender Kritik am Bebauungsplan Rothenburger Straße grünes Licht gegeben wird?

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Der Ausführung von Bürgermeister Hehn, die Höhenangaben seien geklärt und in Ordnung, müssen wir leider widersprechen. In einem ersten Entwurf wurde den angrenzenden Nachbarn eine Gebäudehöhe von 287,75 m über NN angegeben. Monate später wurden dann geänderte Pläne vorgestellt. Nach diesen neuen Plänen befindet sich die Oberkante Gebäude neu bei 287,20 m über NN. Vergleicht man beide Höhenangaben, kann man eine Differenz von – 0,55 m errechnen, also wurde das geplante neuen Gebäude nur um 0,55 m in der Höhe verringert. Dem Gemeinderat wurde vom BM und Investor erklärt, die neuen Gebäude seien um 1,50 m in der Höhe nach unten gedrückt, das entspricht schlichtweg nicht der Wahrheit. Es ging um die Änderung des Bebauungsplanes für zwei Flurstücke, in dem die maximale Gebäudehöhe festgelegt wurde, also nach den Vorgaben des Investors (daher Gefälligkeitsplanung!), nicht nach einer Höhe, die der BM oder die Stadträte im Rahmen eines „Weiterentwicklungs-Ziels“ definiert haben. Die vom Bauträger zugesagten Höhenangaben vom Vermesser haben die Anwohner nicht bekommen, obwohl er dies zugesagt hatte. Klärende Gespräche mit den Anwohnern über die Höhen haben nicht stattgefunden.

Den Anwohnern liegt auch kein Bauplan vor, aus dem dies ersichtlich wäre. Die Aussage von BM Hehn, dass alles geklärt sei, ist so nicht richtig.

Um nochmal klarzustellen: Das Bauvorhaben wird von Seiten der Anwohner nicht abgelehnt, im Gegenteil, wir begrüßen das Bauvorhaben. Das hat man auch von Anfang an bei allen Gesprächen so erklärt. Die Gebäudehöhe ist der Diskussionspunkt.

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Die Abhandlung der Einwendungen ist mehr als fragwürdig. Eine Erläuterung und eine Diskussion mit den Stadträten wurde vom BM verhindert, da ja alles geklärt sei. Normalerweise werden die Einwendungen vorgelesen und dem Einwender die Möglichkeit gegeben, zu seinen Ausführungen mündlich Stellung zu nehmen. Danach werden die Interessen aller gegeneinander abgewogen. Auf dieser Grundlage entscheidet der Gemeinderat, welche Einwände in welchem Umfang im Bebauungsplan berücksichtigt werden. Im vorliegenden Fall erhielten die Stadträte die von der Stadtverwaltung und vom Bürgermeister formulierten Stellungnahmen. Der eigentlich für die Entscheidung zuständige Stadtrat hatte nichts abzuwägen, sondern nur den fertigen Willen durchzuwinken. Es wurden vom Bürgermeister formulierte Antworten zu den Einwänden zwar verlesen, sie führten aber im Stadtrat nicht zu Überlegungen, über Änderungen auch nur nachzudenken. Fragwürdig wird das Ganze, wenn ein Bürgermeister das Vorhandensein der Rothenburger Straße / Bad Mergentheimer Straße als Bestandteil der „Romantische Straße“ schlichtweg ignoriert, als nicht relevant darstellt. An der besagten Straße stehen im Ortsbereich Creglingen drei Schilder mit der Aufschrift „Romantische Straße“. Wie man die Wahrheit nur so verdrehen kann, nur um einem Bauträger in die Karten zu spielen. Gespannt sind wir, wann die Schilder abmontiert werden!

Was auch erschreckend ist: Nahezu kein Stadtrat traut sich dem BM zu widersprechen. Jeder Gemeinderat sollte frei in seinem Votum sein, ohne von dem Gedanken begleitet zu werden, bei Entscheidungen, die ein zukünftiges Anliegen betreffen, benachteiligt zu werden.

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Als Bürger könnte man durch manche Vorgehensweisen in der Vergangenheit das Gefühl bekommen, manchen Lokalpolitiker/innen fehle es an der nötigen Distanz und Unabhängigkeit.

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Auch die Aussage von Hr. Paulus, die Einwände seien „fast unerträglich“ und teilweise unter der Gürtellinie, müssen wir von unserer Seite widersprechen. Bei der ersten Vorstellung für die Anwohner wurde von Seiten der Stadt und Hr. Paulus die Einwände und Bedenken der Anwohner belächelt und als lächerlich abgetan. Vom Verkäufer des Grundstückes in der Rothenburger Straße wurden die Anwohner als „Looser“ bezeichnet. Auf dieses Niveau haben wir Anwohner uns nie begeben. Bis heute warten wir eigentlich noch auf ein Gespräch und Kompromisslösungen, auch aufgrund der vielen Einwendungen anderer unbeteiligter Bürger.

Abschließend können wir nur sagen, betroffene Hunde bellen!