Creglingen - Auf dem Grundstück zwischen Waldstraße und Craintaler Weg beherrschen Bagger das Bild / Seniorenheim soll im Frühjahr 2022 bezugsfertig sein 13-Millionen-Euro-Projekt gestartet

Baggerlärm und Lkw-Verkehr prägen das Bild in der Waldstraße und dem Craintaler Weg: Zwischen den beiden Straßen entsteht für rund 13 Millionen Euro eine neue Seniorenwohneinrichtung.

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Arno Boas
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Auf diesem Grundstück zwischen Waldstraße und Craintaler Weg entsteht bis Frühjahr 2022 eine neue Senioreneinrichtung. © Arno Boas

Creglingen. Die Erdarbeiten für das geplante Seniorenheim sind seit kurzem in vollem Gang. Zwischen der Waldstraße und dem Craintaler Weg entsteht bis voraussichtlich Frühjahr 2022 auf drei Stockwerken eine neue Senioreneinrichtung mit 45 Pflegezimmern für die vollstationäre Pflege älterer Menschen, 20 Service-Wohnungen sowie fünf Mitarbeiterwohnungen (wir berichteten). Gebaut wird das Haus von der Glöckle GmbH aus Schweinfurt. Den Betrieb übernimmt der Saarländische Schwesternverband, der bisher schon das Pflegeheim Emma-Weizsäcker-Haus betreibt.

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Laut Projektentwickler Thomas Dettweiler von der Glöckle GmbH werden rund 13 Millionen Euro in Creglingen investiert. Es entstehen demnach zirka 40 neue Arbeitsplätze in Voll- und Teilzeit, darunter Stellen für Pflege und Hauswirtschaft, aber auch im Bereich der Verwaltung und der Gebäudebetreuung.

„Das neue moderne Seniorenzentrum soll eine wohnortnahe Versorgung älterer Menschen ermöglichen“, betonte Thomas Dettweiler. Glöckle Bau will die Pflegezimmer und die insgesamt 25 rund 40 bis 70 Quadratmeter großen Wohnungen auch als Investitionsobjekte veräußern.

Dreigeschossiger Bau

Entlang der Waldstraße wird sich ein eingeschossiger langer Gebäudetrakt erstrecken, vom Craintaler Weg aus wird sich das Gebäude aufgrund der an den Hang angepassten Bauweise als gegliederter dreistöckiger Bau darstellen. Der Pflegebereich mit Haupteingang ist auf Höhe der Waldstraße angesiedelt, die beiden Ebenen darunter sind als Wohnbereiche geplant.

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Das Emma-Weizsäcker-Haus im ehemaligen Kreiskrankenhaus wird den Anforderungen der Landesheimbauverordnung seit geraumer Zeit nicht mehr gerecht und wird mit einer Ausnahmegenehmigung so lange weiterbetrieben, bis der Neubau fertig ist. Die Stadt Creglingen war lange Zeit vergeblich auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ein neues Seniorenheim, bis man auf das Grundstück zwischen Craintaler Weg und Waldstraße stieß.

Verbindungsstraße

Trotz erheblicher Kritik von Anwohnern hielt die Stadt an dem Standort fest. Dass es in der Folge zu weiteren Verzögerungen kam, lag unter anderem auch daran, dass Glöckle wegen erforderlicher Änderungen bei der Müllentsorgung die Pläne nochmals neu einreichen musste.

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Nachdem Ende August das auf dem Gelände stehende Wohnhaus abgerissen worden war, sind inzwischen die Erdarbeiten in vollem Gang. Nach momentanen Stand soll der Rohbau einschließlich Zimmerarbeiten bis Juni 2021 fertiggestellt sein. Die Bezugsfertigkeit soll nach dem Grobterminplan der Firma im Frühjahr 2022 erfolgen.

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Zu dem Projekt gehört auch eine Verbindungsstraße zwischen Waldstraße und Craintaler Weg. Dieser Weg, den Glöckle Bau finanziert, ermöglicht künftig einen Ringverkehr zwischen den beiden Straßen. Nach Fertigstellung der Straße geht diese in die Unterhaltungs- und Baulast der Stadt über.

Außerdem sind der Bau eines Löschwasserbehälters sowie die Herstellung eines Wasserleitungsringschlusses zwischen Waldstraße und Craintaler Weg erforderlich. Auch die Kosten für die Straßenbeleuchtung des neuen Straßenabschnitts übernimmt die Stadt Creglingen. Das alles regelt ein städtebaulicher Vertrag, den Stadt und Bauherr im Dezember 2019 abgeschlossen hatten (die Fränkischen Nachrichten berichteten).

Die Einrichtung wird künftig vom Saarländischen Schwesternverband betrieben, der Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband ist und bundesweit rund 40 Einrichtungen und Dienste für Senioren und Menschen mit Behinderung betreibt.

Ärztezentrum?

Bauherr der Senioreneinrichtung ist das Familienunternehmen Glöckle aus Schweinfurt, das im ganzen Bundesgebiet Seniorenanlagen errichtet – aber auch Apartmentanlagen, Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte.

Das Unternehmen befindet sich seit 1908 im Familienbesitz und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 480 Mitarbeiter.

Nach dem Umzug in den Neubau kann das Emma-Weizsäcker-Haus anderweitig genutzt werden. Der Stadt Creglingen schwebt vor, dort ein Ärztezentrum einzurichten.

Das Gebäude, in dem früher das Kreiskrankenhaus untergebracht war, gehört momentan noch dem Landkreis und beherbergt neben dem Seniorenheim auch eine chirurgische Tagesklinik und eine internistische Praxis.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Bad Mergentheim