TSV Buchen - Arbeiten am Erweiterungsbau an die Sporthalle auf der Zielgeraden / 390 000 Euro investiert / Größte Investition in der Vereinsgeschichte / Einweihung am 9. September Zukunftsfähige Strukturen geschaffen

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Ralf Scherer
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Der Erweiterungsbau an die TSV-Sporthalle am Turn-Heinrich-Platz soll bis August fertiggestellt sein. Die Geschäftsstelle wird am 1. Juli bezogen. © Ralf Scherer

Rund 390 000 Euro investiert der TSV Buchen in einen Anbau mit Gymnastikraum und Geschäftsstelle an die Sporthalle am Turn-Heinrich-Platz.

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Buchen. Für den TSV Buchen ist der Anbau an die Sporthalle am Turn-Heinrich-Platz die größte Investition in der Vereinsgeschichte – und er ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Rund 390 000 Euro hat der Verein in die Hand genommen, um mit einer neuen Geschäftsstelle die Verwaltungsstrukturen an die aktuellen und zu erwartenden Anforderungen anzupassen und mit einem multifunktionalen Gymnastikraum die Voraussetzungen zur Ausweitung des Kursprogramms zu schaffen.

Der Startschuss für das Projekt war am 2. Juni vor fast genau einem Jahr gefallen. Inzwischen befinden sich die Bauarbeiten auf der Zielgeraden. Der 90 Quadratmeter große Gymnastikraum samt Umkleiden und behindertengerechten Sanitäranlagen im Erdgeschoss wird schon seit April genutzt. In der Etage darüber füllt sich das Archiv zusehends. Die neue Geschäftsstelle will der TSV am 1. Juli beziehen. Die Außenfassade soll bis August verkleidet sein.

Bekenntnis zum Standort

„Der TSV wird auch die nächsten 100 Jahre am Turn-Heinrich-Platz bleiben“, legt Vorsitzender Kurt Bonaszewski ein klares Bekenntnis zum Standort des Vereins ab. Er freut sich bereits auf die vollständige Inbetriebnahme des neuen Gebäudes mit der Geschäftsstelle als zentraler Anlaufstelle für Mitglieder, Übungsleiter und Funktionäre. Der 35 Quadratmeter große Raum bietet Platz für zwei Schreibtische. Einer für Nicole Schäfer, die sich 20 Stunden pro Woche um Verwaltungsaufgaben kümmert, und perspektivisch ein Weiterer für einen hauptamtlichen Geschäftsführer. Wann dessen Stuhl besetzt sein wird, ist zwar noch nicht absehbar.

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Erklärtes Ziel des TSV-Vorstands ist es jedoch, die Strukturen im Verein Stück für Stück zu professionalisieren, und so mittel- bis langfristig die ehrenamtlichen Funktionäre vom Tagesgeschäft zu entlasten. Sie sollen sich zukünftig stärker der strategischen Ausrichtung des TSV widmen können. „Dann ist es vielleicht auch einfacher, einen Nachfolger für mich zu finden“, sagt Bonaszewski.

Akuter Handlungsbedarf besteht allerdings nicht. Als Vorsitzender ist er im März für eine weitere Amtszeit gewählt worden und denkt auch über diesen Zeitraum hinaus nicht so bald ans Aufhören. Gespräche mit möglichen Kandidaten für den Geschäftsführer-Posten haben die TSV-Verantwortlichen immer mal wieder geführt. „Wenn wir überzeugt sind, den Richtigen gefunden zu haben, kann es auch schnell gehen“, so Bonaszewski.

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Schnell war es auch gegangen, als die TSV-Verantwortlichen vor knapp vier Jahren bei dem Bauprojekt Nägel mit Köpfen machten. Damals stand der TSV vor dem Problem, sein Sport- und Kursangebot ausweiten zu wollen, ohne über die dafür notwendigen Räume verfügen zu können. Kurzerhand sammelte Bonaszewski seine Vorstandskollegen mit dem Vereinsbus ein und steuerte verschiedene Objekte an, die hätten angemietet werden können. Im Wohnzimmer des Vorsitzenden wurde anschließend ausgiebig diskutiert. Bis schließlich feststand: Angesichts der zu erwartenden Mietkosten ist es langfristig sinnvoller, selbst zu bauen.

Solide Finanzierung

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Von der Entwicklung erster Ideen und der Ermittlung des konkreten Bedarfs bis zum Beschluss der Planung dauerte es gerade mal etwas mehr als ein Jahr. Anfang 2016 stimmte die Mitgliederversammlung dem Projekt geschlossen zu – unter der Voraussetzung, dass der Anbau nicht mehr als 400 000 Euro kosten soll und ein benötigtes Darlehen 150 000 Euro nicht übersteigen darf.

Viele Unterstützer

Vorgaben, die angesichts der seither allgemein stark gestiegenen Baukosten nur eingehalten werden konnten, weil die Firma Fertig als Generalunternehmer ein äußerst vereinsfreundliches Angebot abgegeben hat und viele Geldgeber das Projekt unterstützen. Angefangen beim Badischen Sportbund (48 000 Euro) und der Dietmar-Hopp-Stiftung (20 000 Euro) über die Stadt Buchen und die hiesigen Banken bis hin zu zahlreichen Einzelspendern wie beispielsweise Hilde Schweizer oder Architekt Klaus Narloch (4000 Euro). Kombiniert mit rund 100 000 Euro an Eigenmitteln steht die Finanzierung auf einem soliden Fundament. „Wir müssen uns nirgendwo einschränken“, sagt Bonaszewski. Das Darlehen soll in zehn Jahren vollständig abbezahlt sein. Eine erste Sondertilgung plant der TSV bereits für das kommende Jahr. „Wir liegen weit über dem Ziel“, so der Vorsitzende.

Neben der positiven Entwicklung bei den Zahlen freut er sich vor allem über die völlig neuen Möglichkeiten und die gewonnene Unabhängigkeit im Erweiterungsbau. Kleingruppen können zukünftig den Gymnastikraum nutzen und müssen nicht mehr die gesamte Sporthalle belegen. Kurse am Vormittag waren bisher kaum realisierbar, werden bald aber fest im Angebot des TSV verankert sein. Sein Sport- und Bewegungsangebot für Mitglieder und Kooperationspartner will der Verein deutlich erweitern. Beispielsweise im Seniorenbereich, wo im Herbst das Projekt „Enkel trainieren Senioren“ in Zusammenarbeit mit dem Burghardt-Gymnasium richtig durchstarten soll. Aber auch die Schüler selbst sollen den Gymnastikraum regelmäßig für die Sportausbildung nutzen können.

„Wir planen Vieles“, verrät Bonaszewski. Dazu zählt aber nicht nur das sportliche Angebot, sondern auch die Einweihung des Erweiterungsbaus. Mit einem „Tag der offenen Tür“ will der TSV die Fertigstellung während des Schützenmarktes am Sonntag, 9. September, feiern und sich einer breiten Öffentlichkeit vorstellen.

Redaktion Ralf Scherer ist als Redakteur in der Lokalredaktion Buchen und im Online-Bereich tätig. In seiner Heimatstadt Walldürn, aber auch in vielen anderen Gemeinden des Neckar-Odenwald-Kreises ist er seit 14 Jahren als Lokaljournalist unterwegs.