Leserbrief - Zu „Zukunft der Landwirtschaft thematisiert“ (FN, 25. Januar) Wichtige Fragen blieben unbeantwortet

Von 
Albert Gramling
Lesedauer: 

Zunächst möchte ich Amelie Pfeiffer für die Einladung der Landwirte zur Videokonferenz mit MdB Harald Ebner recht herzlich danken. Leider ist die Gestaltung einer Videokonferenz schwieriger als eine Präsenz-Veranstaltung.

AdUnit urban-intext1

Für Unmut unter den Teilnehmern sorgte, dass Herr Ebner fast eine Stunde zu einem Thema sprach, das in Deutschland eigentlich gar kein Thema ist: Gentechnisch veränderte Früchte sind in Deutschland verboten, und somit werden diese weder in der Bio-Landwirtschaft, noch in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt. Natürlich lässt sich darüber streiten, ob Züchtung nach der „CRISPR/Cas-Methode“ zur Gentechnik zählt oder nicht.

Fest steht aber, dass man diese Züchtungsmethode nicht nachweisen kann. Aber Länder außerhalb von Europa nutzen diese Zuchtmethode bereits und bringen irgendwann unbemerkt solche Sorten auch nach Deutschland. Die Vorteile dieser Züchtung besteht darin, dass schneller Sorten zur Verfügung stehen können, die weniger chemischen Pflanzenschutz benötigen, oder besser mit dem wärmeren Klima zurechtkommen. Weiterer Unmut in der Veranstaltung entstand damit, dass die Fragesteller in der Diskussion nicht zu Ende reden durften. Wissenschaftliche Begründungen der Diskussionsteilnehmer wurden durch nicht erklärliche Begründungen von Herrn Ebner nicht anerkannt. Leider wurde die Veranstaltung dann beendet, obwohl wichtige Fragen noch nicht beantwortet waren. Zum Beispiel blieb die Frage offen, wie man die deutsche Bevölkerung mit Ackerbau ohne chemischen Pflanzenschutz ernähren will. Im Bio-Anbau liegen die Erträge etwa 50 Prozent niedriger gegenüber der konventionellen Landwirtschaft. Es wird dann dafür gesorgt, dass ausländische Lebensmittel, die mit Pflanzenschutzmittel behandelt wurden, die bei uns verboten sind, nicht bei uns in den Lebensmittelhandel kommen. Übrigens: Bio-Betriebe haben mehr Fläche je Betrieb als konventionelle, auch bei uns im Neckar-Odenwald-Kreis.