SPD-Kreistagsfraktion tagte im Weinort Markelsheim - Förderung des Tourismus und der Kommunen "Weiterentwicklung fernab von ideologischer Farbenlehre" als Ziel

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Neckar-Odenwald-Kreis. Zur Klausurtagung traf sich die SPD-Fraktion im Weinort Markelsheim. Die Vorsitzende Heide Lochmann begrüßte die gesamte Fraktion und leitete mit den Worten. "Es ist uns als SPD-Fraktion ein wichtiges Anliegen, unsere Region vorwärts zu bringen. Dafür sind wir als Kreisräte gewählt worden und es gibt viele Aufgaben, die weiterzuentwickeln sind, fernab von ideologischer Farbenlehre." zum ersten Arbeitsschwerpunkt über.

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Bei diesem Thema seien immer unterschiedliche Aspekte zusammen zu denken. Vorab natürlich die Finanzen, die Kommunen dringend benötigen. Dr. Dorothee Schlegel (MdB) und Georg Nelius (MdL) betonten, dass die Gelder, die der Bund zur Stärkung der Kommunen an das Land überwiesen habe, auch von Stuttgart aus an die Kommunen weiterzugeben seien. Das Land behalte unverständlicherweise von der jährlichen Integrationspauschale in Höhe von 260 Millionen Euro 140 Millionen Euro ein, als Sparbeitrag der Kommunen am Landeshaushalt. Dies stoße bei vielen Kommunen auf absolutes Unverständnis. Georg Nelius berichtete dazu zum Erstaunen der Fraktion aber: "Städte- und Gemeindetag als Zusammenschluss aller Bürgermeister haben dem zugestimmt."

Vielfalt von Aufgaben

Einen große Aufgabe für die Kommunen sei zur Zeit die Integration der Flüchtlinge. Sie finde insbesondere bei der Anschlussunterbringung in den Gemeinden statt und umfasse eine Vielfalt von Aufgaben, biete aber gleichzeitig Chancen und habe präventiven Charakter. Deshalb sei oft eine noch bessere Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Ehrenamt und eine stärkere Unterstützung durch professionelle Sozialberatung notwendig. Der Vorgang der Integration würde beschleunigt - von der Sprachförderung bis hin zur Arbeitsintegration bei Handwerkern und den mittelständischen Unternehmen. Davon profitieren alle Menschen - Einheimische und Migranten. "Wir warten auf die Projekte , die hoffentlich von Seiten des Landes ausgeschrieben werden, um Integration zu stärken." betonte Karlheinz Graner.

"Bislang gibt es keine Kontrollorgane von Seiten des Bundes, ob und wie die weitergegebenen Mittel für Integrationsaufgaben zweckgebunden verwendet werden." bedauerte Dorothee Schlegel. "Wir benötigen jedoch vor Ort immer auch Eigenmittel, denn nur so sind wir in der Lage, auch Fördermittel, ob von der EU, ob vom Bund oder vom Land überhaupt abrufen zu können." stellten Ralf Schnörr und Walter Neff aus Bürgermeistersicht fest. Das Thema Tourismus war ein weiterer Schwerpunkt: "Welche zusätzlichen Möglichkeiten haben wir als Kreis, den Tourismus zu fördern?" Eine Chance sei der Ausbau und die Förderung des Radtourismus. Durch die Zunahme von E-Bikes könnten nun auch neben den Neckarradwegen der Odenwald und das Bauland noch besser befahren werden und bieten auch weniger sportlichen Fahrern angenehme Radtouren. Dazu seien die Erweiterung in die Orte hinein, eine intensivere Ausschilderung und mehr Lade- und Verleihstationen notwendig, ebenso wie der Ausbau der Gastronomie und das Angebot von Kurz- und Pauschalreisen. Zur Stärkung der Kommunen sei es dabei wichtig, Kirchen und Vereine mit ins Boot zu bekommen. Denn sie bereichern das touristische Angebot und ziehen Touristen an mit Heimatmuseen, Vereinsfesten und musikalischen und sportlichen Angeboten ebenso wie die vielen Kleinode unter den zahlreichen Dorfkirchen. "Manche Kirche steht inzwischen offen, ohne dass es jemand weiß", so Dorothee Schlegel. Auch mit wenigen Mitteln, vor allem eben Öffentlichkeitsarbeit, könne der Tourismus gefördert werden. Ob der Weinbau im Neckar-Odenwald-Kreis jemals so intensiv betrieben werden kann? Der Kellermeister klärte später auf: es liege an der Bodenbeschaffenheit, ob Wein nicht nur angebaut werden kann, sondern auch, ob er die nötige Qualität erreicht, um am Markt bestehen zu können. Den Boden könne man nicht ändern, aber das Reiseverhalten. "Reisen wir nicht nur in die Ferne, sondern dehnen unsere Reiselust auf die Nähe aus und werben für unseren Kreis. Wir zumindest sind stolz auf unseren ländlichen Raum", so das Fazit.