Leserbrief - Zum Artikel „In Buchen wird demonstriert, Landrat Dr. Brötel appelliert“ (3. April)

Was für eine Osterbotschaft!?

Von 
Horst Saling
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Eines vorweg: Ich bin weder ein Verschwörungstheoretiker noch ein Corona-Leugner, sondern ein politisch engagierter Mensch, seit 45 Jahren Mitglied einer der beiden großen Parteien und Wahlkampfleiter bei Bundes- und Landtagswahlkämpfen. Aber der „Osteraufruf“ unserer Lokalpolitiker und Geistlichen hat bei mir das Fass des Erträglichen zum Überlaufen gebracht.

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Mein ganzes Leben lang kannte ich nur Osterbotschaften die zum Frieden, zur Verständigung und gegenseitiger Rücksichtnahme aufgerufen haben. Dieser „Osteraufruf“ ist aber genau das Gegenteil. Er strotzt nur so von Unterstellungen, Diffamierungen und falschen Behauptungen. Ich kann den Verfassern nur zurufen: Das ist kein Osteraufruf, sondern ein Pamphlet.

Da wird behauptet: „Wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse werden dabei mehr und mehr schlicht geleugnet.“ Hier stellt sich nur die Frage, welche wissenschaftliche Erkenntnisse das sind. Die der Wissenschaftler auf Regierungslinie, oder die der vielen freien und unabhängigen Wissenschaftler, die zu ganz anderen Ergebnissen kommen, die aber niemand hören und sehen soll?

Es wird von „selbsternannte(n) ,Querdenker(n)’“ gesprochen. Wie der Redakteur richtigerweise feststellt, hat sich niemand seitens der Demonstranten als Querdenker zu erkennen gegeben und radikal ist schon überhaupt niemand aufgetreten. Hier hätte es den „Osteraufrufern“ gutgetan, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen, statt haltlose Behauptungen in die Welt zu setzen.

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Man unterstellt den Demonstranten, es gehe ihnen darum, dass „aufgewühlte Emotionen an die Stelle des klaren Kopfes“ treten, „um den gesunden Menschenverstand auszuschalten“. Wer schürt denn hier Emotionen? Doch die sogenannten „Osteraufrufer“! Wenn Mütter, die aus Sorge und Angst um ihre Kinder den Tränen nahe sind, über ihre Erfahrungen berichten, hat das nichts mit „künstlich aufgewühlten Emotionen“ zu tun, sondern schlicht um die Sorge über eine ungewisse Zukunft ihrer Kinder – und wie eine Politik des klaren Kopfes aussieht, haben wir ja in den letzten Wochen und Monaten nahezu jeden Abend in den Medien gesehen und gehört. Die Herren – es sind ja nur Männer, die den Aufruf unterzeichnet haben – meinen, sie könnten nicht „gleichgültig gegenüber Corona-Leugnern und ihren menschenverachtenden Positionen bleiben“. Wo waren denn die Corona-Leugner bei den Demonstrationen in Buchen und Walldürn? Die Medien haben nicht davon berichtet, dass welche anwesend waren.

Nun komme ich zu einem Punkt, der mir schon lange ein Dorn im Auge ist: Die Zählweise wie viele Mensch mit und an Corona gestorben sind. Seltsam ist es doch, dass niemand bekannt gibt, wie viele Menschen mit oder an der Impfung gestorben sind, sondern nur die Fälle gezählt werden, die an der Impfung gestorben sind. Damit möchte ich nichts gegen die Impfung sagen, sondern nur verdeutlichen, wie wenig Aussagekraft diese Zahlen im Zusammenhang mit Sterbefällen haben. Auch hier trifft zu: „Traue nur der Statistik, die du selbst gefälscht hast.“ Den Demonstranten wird „verqueres Denken und Handeln“ und der Missbrauch der Meinungsfreiheit vorgeworfen. Soll das heißen, dass nur unser Landrat kritische Töne gegenüber der Obrigkeit anschlagen darf und wenn es das „Fußvolk“ tut, es sich um verqueres Denken und Handeln handelt? Hier sage ich in aller Deutlichkeit: Es reicht! Der Aufruf endet mit dem Appell: „Verhindern sie Ausgrenzung und gesellschaftliche Spaltung.“ – Genau das Gegenteil haben die Unterzeichner mit ihrem Aufruf getan!

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Zum Schluss noch zwei Dinge: Besonders enttäuscht bin ich als gläubiger Christ von unseren Geistlichen. Dass sie besorgte und kritische Menschen derart angreifen und ausgrenzen macht mich sehr traurig. Als Vertreter der christlichen Kirchen sollten sie zu Gemeinschaft und Versöhnung aufrufen und nicht trennen und diffamieren! Das Gleiche gilt für den Vertreter von „Herz statt Hetze“: Gehetzt wurde in diesem Aufruf genug, wo blieb das Herz?

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Zu diesem Thema werde ich mich auf diesem Weg nicht mehr äußern, wenn sich die Verfasser des Aufrufs mit mir auseinandersetzen wollen, können sie gerne Verbindung mit mir aufnehmen, die meisten kennen meine Kontaktdaten.