OKW-Logistikzentrum - Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner gastierte im Rahmen der Veranstaltungsreihe "moments inside" Unterwegs auf den höchsten Gipfeln der Welt

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Die Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner (Dritte von links) berichtete im OKW-Logistikzentrum in Buchen über ihr Leben als Extrembergsteigerin. Sie ist eine von drei Frauen weltweit, die alle 14 Achttausender erklommen hat.

© Narloch

Buchen. "Die Gefühle die man hier oben erlebt, sind mit keinen Worten zu beschreiben", das sagte Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner am 23. August 2011 auf dem Gipfel des K2, der zugleich ihr letzter der 14 Achttausender im Himalaya war, die sie in den zurückliegenden Jahren erklommen hat. Wie bewegt sie dabei war, verdeutlicht ein kurzes Video, das ihre drei Begleiter auf dem 8611 Meter hohen Gipfel drehten. Der K 2 zählt zu den anspruchsvollestn Achttausendern der Welt.

Rund 300 Interessierte

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Bei ihrem Vortrag im OKW-Logistikzentrum konnten am Samstagabend rund 300 Bergfreunde regelrecht mitfiebern mit der sympathischen Österreicherin, die es im siebten Anlauf letztendlich doch geschafft hat, auch den letzten Gipfel "by fair means", also ohne die Zuhilfenahme von Sauerstoffflaschen und sonstigen technischen Hilfsmitteln, zu besteigen.

In ihre Glücksmomente auf dem Gipfel mischen sich dann aber zumindest kurzzeitig die Erinnerung an ihren Kletterfreund und langjährigen Expeditionsbegleiter Frederik Ericsson, der am 6. August 2010 bei einem der Versuche abstürzte und diesen Erfolg nicht mehr mit Gerlinde Kaltenbrunner miterleben konnte. Dieses Drama am Berg scheint sie auch wieder bei ihrem Vortrag einzuholen, wenn sie auf einmal etwas inne hält und sich ihre sonst so ausdrucksstarke Stimme reduziert.

Man mag der zierlichen Krankenschwester aus Kirchdorf an der Krenz diese Höchstleistungen und Strapazen gar nicht so richtig zutrauen, wenn man sie vor der großen Leinwand im OKW-Logistikzentrum sieht und sie über ihre "moments inside" erzählt, nachdem Geschäftsführer Christoph Schneider und Organisator Josef Poth die zahlreichen Interessierten begrüßt haben.

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Ganz schnell erfährt der Zuhörer dann allerdings, dass da vorne eine absolute "Powerfrau" steht, die bereits in ihrer Kindheit den Drang zu den heimischen Bergen verspürt hat und erste Touren mit dem einheimischen Pfarrer unternahm, der deshalb ab und an sogar die sonntägliche Messe etwas verkürzte.

Ihre erste Reise in den Himalaya sollte eigentlich nur eine Art "Schnupperkurs" werden, da sie unbedingt mal einen Achttausender aus der Nähe sehen wollte. Daraus wurde sehr schnell mehr und letztlich schloss sie sich bald einer Expedition an und stand 1994 erstmals auf dem Vorgipfel des 8030 Meter hohen "Broad Peak". Immer mehr verspürte sie, dass diese Unternehmen absolut ihre Welt sind und entschloss sich letztlich, die Expeditionen auf die höchsten Berge der Welt in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen.

Entbehrungen und Rückschläge

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Der erste Teil ihres Vortrags in Buchen war dann auch diesen Expeditionen gewidmet, die sie im Laufe der Jahre mit ihren wechselnden Begleitern auf die höchsten Gipfel der Welt führte, begleitet von vielen Strapazen, Entbehrungen und auch Rückschlägen. Mit ihrem Gefühl und ihrer Einschätzung für die Situation hat sich die Höhenbergsteigerin selbst in Greifweite des Gipfels auch des Öfteren zur Umkehr entschlossen, weil die Wetterbedingungen ein Weitergehen nicht zuließen.

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Was es heißt, sich tagelang in Höhen von über 8000 Meter aufzuhalten, zu viert bei eisigen Temperaturen und Winden im "Zweimann-Zelt" zu kampieren, eingeschneit zu werden und in dichtem Nebel nach einer geeigneten Route zu suchen, dokumentierte Gerlinde Kaltenbrunner in ihrem Vortrag mit eingebauten Video-Sequenzen sehr eindrucksvoll.

Der lang anhaltende Applaus verdeutlichte nur allzu gut den Respekt vor den bergsteigerischen Höchstleistungen der Österreicherin, die eine von drei Frauen weltweit ist, die auf den Gipfeln aller Achttausender der Welt gestanden haben. kn