Vorbereitung auf Ostergottesdienste - Mesner haben alle Hände voll zu tun / Farben spielen während der Festtage große Rolle Trotz aller Besinnlichkeit viel Trubel

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Gabriel Schwab
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Buchen. Die Glocken von St. Oswald sind verstummt. Die Kirche scheint jeglicher Zierde beraubt, der Tabernakel steht leer. Es herrscht Stille im Gotteshaus.

Während der Osterfeiertage haben die Mesner Marianne Lang und Gerhard Waldburger viel zu tun.

© Gabriel Schwab
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Jedoch nur vordergründig. Hinter den Kulissen sind fleißige Helfer schon seit Tagen - ganz besonders in der Karwoche - auf Achse. Ostern, das höchste Fest der christlichen Kirchen, bedarf jeder Menge Vorbereitung.

"Denn", so Mesnerin Marianne Lang, "während der Osterfeiertage gilt es einiges zu beachten."

Dabei bringe jeder Abschnitt seine eigenen Anforderungen an das Kirchenpersonal. Gerade, was die Gestaltung innerhalb des Gotteshauses betreffe.

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"In der Fastenzeit gibt es ja generell etwas weniger Blumenschmuck als sonst", weiß die Mesnerin, die in der Pfarrkirche St. Oswald alles im Blick hat. "In der Karwoche wird großer Wert darauf gelegt, dass die Kirche nicht prunkvoll ausgeschmückt wird." Lediglich bei Marienbild und Tabernakel dürfe ein Hauch von Zierde bleiben.

"Eigentlich müssten wir auch das Kreuz über dem Altar verhüllen, aber das ist aufgrund seiner Größe und der Höhe, in der es hängt, nicht möglich." In der Karwoche dominiert die Farbe "Violett", die auf den Messgewändern des Pfarrers oder auch auf dem Kelchvelum zu finden ist.

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Generell spielen Farbe und die damit verbundene Bedeutung eine wichtige Rolle. Violett steht für Erwartung und Trauer. Am Gründonnerstag tritt zunächst Rot in den Vordergrund, das bereits auf den Tod Jesu hindeutet.

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Festtage, wie der Ostersonntag und -montag sind mit den festlichen Farben Weiß und Gold verbunden. "Auch Grün, als Zeichen für den Frühlingsbeginn, ist nicht unüblich", weiß Lang.

Heute, am Gründonnerstag, ist es nun soweit. Die Kirche wird geräumt, das "Ewige Licht" wird gelöscht und erst wieder in der Osternacht entzündet. Die Hostien aus dem Tabernakel werden an einen anderen Ort gebracht. Alle Tücher werden entfernt und "die ganze Kirche nackt gemacht", so Lang weiter. Auch Glocken würden schon die ganze Woche keine mehr erklingen.

"Früher gab es da diesen Spruch", erinnert sich Mesnerkollege Gerhard Waldburger: "In der Karwoche fliegen die Glocken nach Rom." Da die Glocken von St. Oswald mittlerweile vollautomatisch läuten, so Marianne Lang, dürfe man das Ausschalten nicht versäumen. "So einen Fauxpas hatten wir vor zwei Jahren mal." Arbeitsintensiv wird es am Karsamstag. Dann geht es darum, die eben erst "leergeräumte" Kirche festlich zu gestalten. Dafür haben Marianne Lang und ihr Team eine einzige Stunde Zeit. Denn das Gotteshaus steht den Besuchern den ganzen Tag über für ihre Andacht zur Verfügung. Bis zum Gottesdienst um 21 Uhr muss die Kirche jedoch wieder feierlich aussehen und alles wieder an seinem Platz sein.

Die Weihwasserkessel werden aufgefüllt, abgedeckte gestalterische Kirchenelemente wieder aufgedeckt und der ganze Saal von einem Meer von Frühlingsblühern bedeckt.

Dabei müssen die Mesner auch den Vorstellungen des Dekans gerecht werden. Während der ehemalige Dekan, Pfarrer Werner Bier, Osterglocken und eine Vielfalt an Obstzweigen bevorzugt habe, wolle Dekan Johannes Balbach es mit einer möglichst hohen Vielfalt an Blumen - vor allem Primeln und Osterglocken - bunt haben.

In der evangelischen Christuskirche setzt man dagegen in diesem Jahr auf weiße Lilien und rote Gerbera, weiß Prädikant Michael Jehle-Fischer, der sich um die innere Gestaltung der evangelischen Kirche kümmert.

Damit sei durchaus großer Aufwand verbunden: "Man ist teilweise schon den lieben langen Tag in der Kirche zu Gange", lacht er. Die Besinnlichkeit lasse er sich dadurch jedoch nicht nehmen. "Ich habe ja auch viele ehrenamtliche Helfer aus der Gemeinde. Und solange die Sache rund läuft und alles Hand in Hand geht, ist es auch eine sehr schöne Beschäftigung."

Ebenso schön sei die Gestaltung der Osterkerze gewesen. Als Motiv habe man sich diesmal für ein geteiltes Kreuz entschieden, aus dem ein Weinstock wächst.

Derzeit herrscht jedoch noch "Karstimmung" in der Buchener Christuskirche. Vor allem die Dornenkrone auf dem Altar und die Verwendung von schwarzen Tüchern erinnert daran.