Jubiläums-Prunksitzung der „Getzemer Narre“ - Das Narrenvolk in der ausverkauften „Narhalla“ vielfach zu Lachsalven animiert Schlag auf Schlag in närrische Sphären

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jm
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Mit viel Schwung und Akkuratesse zauberte die Prinzengarde der „Getzemer Narre“ ihren mitreißenden Gardetanz aufs Parkett. © Walter Jaufmann

„Jubiläum – mir losse’s krache! 6 mol 11 Johr – kaum zu fasse!“ – mit diesem Slogan haben die „Getzemer Narre“ ihre Jubiläums-Kampagne überschrieben.

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Götzingen. Ihrer 66-jährigen Gepflogenheit folgend, haben die „Getzemer Narre“ bei der Jubiläums-Prunksitzung ihrer närrischen Gefolgschaft in der ausverkauften „Narhalla“ ein Programm präsentiert, das Ohren- und Augenschmaus bot und einmal mehr die Erwartungen des humorhungrigen Narrenvolkes voll erfüllte. Bereits vor dem Start ins narrenbunte Abendprogramm herrschte in der farbenfroh dekorierten Halle eine fröhliche und erwartungsschwangere Atmosphäre, im Verlauf der Prunksitzung entwickelte sich eine tolle und begeisternde Stimmung. Ohne Frage sahen die Besucher ihre Erwartungen erfüllt und durften einen stimmungsvollen humorbeladenen Fastnachtsevent miterleben, musikalisch umrahmt durch die Musikkapelle Götzingen.

Begeisterungswelle

Spontan schwappte beim Erklingen des „Getzemer Narremarsch“ zum Einzug des Herzkerschehausener Narrenkabinetts und der Gastabordnungen lautstark eine riesige Begeisterungswelle durch die Halle. Präsident Rene Eberwein eröffnete mit launigen Grußworten, hieß Gäste und Ehrengäste willkommen sowie elf Gastabordnungen befreundeter Korporationen: „Wulle-Wack“ aus Limbach, „Hanmertli“ aus Bödigheim, „Kappe“ aus Schneeberg, den CC Hoffenheim, den Elferrat Osterburken, „Brogge“ aus Merchingen, „Fregger“ aus Hettingen, „Milchsäuli“ aus Rosenberg, „Klingemänner“ aus Waldhausen, „Gääßwärmer“ aus Adelsheim und „Dunder“ aus Altheim. Louis Cerny von den „Dundern“ entbot Grußworte im Namen der Gastabordnungen, honorierte, dass die „Getzemer Narre seit 66 Johr zieh’n ihr’n Karre“ und gratulierte zum närrischen Jubiläum und mit dem Appell „weiter zu zieh’n bis 99 Johr“.

Mit ihrem Tanz „Polizei warnt! Tanzknöpfe entflohen!“ eröffneten die jüngsten der FG-Aktiven, nämlich die „Tanzknöpfe“ (Betreuung Ann-Kathrin Dörr, Conny Dörr, Michele Heffner), den Programmrei-gen. Mit viel Schwung und Akkuratesse zauberte danach die Prinzengarde der „Getzemer Narre“ (Verantwortlich Nathalie Volk, Carolin Stark) ihren mitreißenden Gardetanz aufs Parkett. Im Anschluss daran ehrte die Fastnachtsgesellschaft einige ihrer engagierten Tänzerinnen: Für fünf Jahre Gardetanz Franziska Stieber mit den FG-Orden in Bronze sowie für elf Jahre Maike Hanifel mit dem FG-Orden in Gold. Carolin Stark wurde für 33 Jahre in Diensten des Garde-Tanzes der „Getzemer Narre“ ausgezeichnet.

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Mit ihrem Auftritt „Wir sind de Karl . . .“ und der perfekten Zelebration des neunphasigen „Hopfentee-Testes“ im Auftrag des Institutes „Warenstift“ sorgten die Biertester Andreas Poser und Andy Leiblein (Großheubach) für einen ersten humoristischen Höhepunkt mit den von Lachsalven begleiteten variierenden „Keller-Abgängen“. Danach entführten die „Kirschkernhüpfer“ (Betreuung Bianca Milli, Patricia Obradovic, Nadja Weber) die Narren in orientalische Gefilde mit ihrem Tanz „Aladin“.

Einen Volltreffer zu ihrer Jubiläumssitzung landeten die „Getzemer Narre“ mit dem Premierenauftritt der Lokalmatadorin Ingrid Ehrenfried als „Ä oaldi Froa“. Mit ihren Dialekt-Bonmots aus dem alltäglichen Leben sprach sie den Menschen oft „aus der Seele“, wenn sie Solidarität mit dem Alter anmahnte, das Streben nach Erreichen eines Methusalem-Alters anprangerte oder resignierend feststellte, dass der eigene Körper „halt sein Geburtsdatum nie vergisst“. Flott und schwungvoll danach dann wieder der Auftritt der FG-Junioren-Garde (Betreuung Anke Giro, Carla Braun). Maxi Maurer (Merchingen) als „Zahnfee“ zeigte sich besorgt um die Zahnhygiene und war bemüht die EU-DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) umzusetzen. Gelungen und vom Thema her auf der Höhe der Zeit der Auftritt der FG-Jugendgarde (Verantwortlich Anke Giro, Carla Braun), der unter dem Motto „Handy weg – was nun?“ die besorgniserregende Spielsucht vieler jugendlicher Handynutzer aufs Korn nahm.

Humorvolle Verse

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In humorvollen Versen entbot Ortsvorsteherin Daniela Gramlich bei ihrer „Jungfernrede auf der Narrenbühne“ dem Getzemer Narren-Symposium ihre Jubläumsgratulation und wünschte zum vollen Haus viel guten Witz. Sie überreichte dem Präsidenten den Rathausschlüssel mit dem Hinweis, dass das gute Stück auf jeden Fall nur bis Aschermittwoch geborgt sei. Auch Bürgermeister Roland Burger schloss sich der launigen Gratulation an, zwar seid ihr Getzemer Narre „auch nach 6 mol 11 Johr wohl noch immer net g’scheid, aber macht weiter so wie bisher – Getzi Ahoi!“.

Reise durch die Schlagerwelt

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Mit begeisternder Stimmungsmusik wusste Julia Scholz das längst auf Betriebstemperatur gekommene Publikum mitzunehmen auf eine Reise durch die Welt bekannter und beliebter Schlager, die Stimmung knisterte, die ganze Halle war regelrecht erfüllt von Gesang. Große Begeisterung löste auch der Auftritt von Tanzmariechen Carla Braun aus, die mit ihrer Darbietung überzeugte und viel Applaus empfangen durfte. Johannes Hemberger (Heidersbach) konnte weder in der Politik noch in der Welt der Promis Erfreuliches oder Positives entdecken, „ . . . alles nimmt nur ab!“ klagte er resignierend.

Gegen Ende des närrischen Programms ging es dann Schlag auf Schlag in tolle närrische Sphären. Zunächst nahm die FG-Prinzengarde (Trainerinnen Carolin Stark, Nathalie Volk) das Publikum zu einem phantasievollen Flug durch das Sonnensystem bei ihrem futuristischen Showtanz „Space Sherry’s – Ab durchs All“ mit an Bord ihrer Weltraumrakete. Und als „Ä doofi Nuss“ wusste das Getzemer Fastnachts-Urgestein Eckart Leist einmal mehr auch zu vorgerückter Stunde das Narrenvolk zu Lachsalven zu animieren mit seinen urig dargebotenen Erlebnissen und Pointen aus Berufs-, Ehe- und Freizeit-Alltag gipfelnd in der Erkenntnis „. . . es ist halt nichts gesünder, als sich ab und zu mal krank zu lachen!“. Zum krönenden Programmabschluss rockte dann das FG-Männerballett (verantwortlich Carolin Stark, Renate Fischer und Marco Mayer) die Bühne mit ihrem mitreißenden Vortrag „Als die Bilder laufen lernten“, einer getanzten Reminiszenz an die Scene von und mit Charly Chaplin und Buster Keaton, welche die Halle zum Beben brachte.

Die rundum gelungene Jubiläumssitzung, bei der immer wieder dröhnende Lachsalven und auch stehende Ovationen die Halle durchwogten, klang aus mit dem kunterbunten und quirligen Geschehen, zu dem Eberhard Müller alle am Programm Beteiligten zum fröhlichen Finale auf die Bühne gerufen hatte. Dazwischen formulierte er den Dank des Jubelvereins an alle Besucher sowie die Mitwirkenden am Programm und alle fleißigen Helfer hinter der Bühne und in den Kulissen, in der Maske sowie in der Gastronomie, der Technik und im Hallen-Service. jm