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Vortragsabend - Hans Slama und Tobias Kuhlmann referierten über emotionales Thema

Odenwald: Der Wolf ist gekommen, um zu bleiben

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hes
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Hans Slama beleuchtete die Rückkehr des Wolfs. © Helga Schwab-Dörzenbach

Hettigenbeuern. „Einige haben Angst, andere sind fasziniert“, stellte der Vorsitzende des Heimatvereins, Manfred Lauer, einleitend fest. Auch im Verlauf des Abends wurde deutlich, dass das Thema „Wolf“ mit vielen Emotionen verbunden ist. Liebe und Hass liegen selten so nah beieinander. Gut 150 Jahre lang sei der Wolf in der Region verschwundengewesen, jetzt sei er zurückgekehrt. Ab dem Jahr 2000 gab es wieder erste Wölfe in Deutschland, die Populationen nehmen ständig zu.

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„Auch hier bei uns im Odenwald ist seit über einem Jahr nachweislich mindestens ein Wolf unterwegs“, so Lauer bei der Begrüßung der beiden „Wolfsexperten“ Hans Slama, Vorsitzender des Heimatvereins Mudau, und Tobias Kuhlmann, Wildtierbeauftragter des Landratsamts Neckar-Odenwald-Kreis.

Ächtung als „Reichsfeind“

Im ersten Teil informierte Hans Slama über die Geschichte des Wolfs, von seiner Verankerung im Gedächtnis der Menschen, vom Aberglauben ebenso wie von der Ächtung als „Reichsfeind“ und von der Bejagung der letzten Wölfe in der Region vor 150 Jahren. Viele Menschen kennen den Wolf ausschließlich als den Bösen aus den Märchen. Er sei respekteinflößend, stark und für viele eine Schreckgestalt. Der Wolf könne bis zu 80 Kilometer in der Nacht zurücklegen und bis zu 13 Jahre alt werden.

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Seine Population entwickele sich rasch. Vor 150 Jahren sei der Wolf nahezu ausgerottet gewesen. Er wurde gezielt und durch teilweise grausamste Methoden getötet, zum Beispiel mit Wolfsgruben, wie Hans Slama auch bildlich dokumentierte. Am 4. April 1863, so sei dokumentiert, wurde in Hettigenbeuern ein Hammel vom Wolf gerissen. Die Geschichte des Wolfs wiederhole sich gewissermaßen, stellte Slama fest. „Ich persönlich habe keine Angst vor dem Wolf“, schloss er seinen interessanten Vortrag.

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Im zweiten Teil des Vortragsabends informierte Tobias Kuhlmann über den aktuellen Stand der Wolfspopulation. Er berichtete von aktuellen Beobachtungen, der besonderen Problematik im Dreiländereck und von den bisherigen Schäden. Kuhlmann informierte über den möglichen Versicherungsschutz. Die Zahl von 1000 Wölfen ist in Deutschland mittlerweile überschritten, stellte Kuhlmann fest.

Der Wolf sei in Deutschland nicht mehr vom Aussterben bedroht, betonte er. Es sei die Frage, wie die rasante Entwicklung weitergehe. Mit dem Anstieg der Population würden vom Wolf verursachte Nutztierschäden steigen. Wolfsnachweise in der hiesigen Region, im Dreiländereck Odenwald, gebe es seit 2019.

Genetischer Nachweis

Im September 2020 wurde er genetisch nachgewiesen, als er Schafe gerissen hat. „GW1832m“, wie der hiesige Wolf mit wissenschaftlichem Namen heißt, hält sich länger als ein halbes Jahr hier auf, deshalb konnte die Förderkulisse Odenwald eingerichtet werden, was Vorteile für Nutztierhalter hat.

Kreisjägermeister Dr. Henner Heitmann meldete sich bei der anschließenden Diskussion zu Wort. Er bat darum, die Gefahr nicht zu verniedlichen, denn seines Erachtens sei der Wolf ein gefährliches Tier. Er habe einen Wolf auf Gemarkung Hornbach gesehen.

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Eine Besucherin meinte, dass Wildschweine mehr Schäden anrichteten als Wölfe.

Abschließend dankte Manfred Lauer den beiden Referenten für die spannenden Ausführungen. Die Diskussion habe gezeigt, dass Emotionen im Spiel seien, es gebe Pro- und Kontra-Argumente. Die Problematik werde die Menschen wohl auch weiterhin beschäftigen. hes

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