Buchener Kunsthandwerkermarkt - Der 14-jährige Alessio Muratore bietet selbstgenähte Mäppchen und Taschen an Nähmaschine statt Playstation oder Fußball

Von 
Martin Bernhard
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Jüngster Aussteller am Buchener Kunsthandwerkermarkt ist der 14-jährige Alessio Muratore aus Roigheim. Er näht Taschen, Mäppchen und Utensilos. © Martin Bernhard

Erst 14 Jahre alt und schon Aussteller beim Kunsthandwerkermarkt: Alessio Muratore aus Roigheim verkauft am zweiten Adventswochenende dort selbstgenähte Taschen aus Stoff und Leder.

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Buchen/Roigheim. Fußballspielen ist nicht sein Ding, und auch Playstation oder Computerspiele reizen ihn nicht wirklich. Zwar reitet Alessio Muratore ab und zu oder fährt gern Fahrrad. Viel lieber setzt er sich allerdings an seine Nähmaschine. Bei seinen Klassenkameraden kommt dieses Hobby nicht gut an. „Er hat gelernt, das auszuhalten“, sagt seine Mutter. Und so näht der 14-Jährige Taschen, Mäppchen, Kirschkernkissen und Utensilos.

In den Wochen vor dem Kunsthandwerkermarkt macht er sich nahezu täglich an die Arbeit. Er näht in seinem Zimmer, in der Küche oder im Wohnzimmer vor dem Fernseher und breitet sich mit seinen Stoffen und Nähutensilien aus.

Da der Junge über kein eigenes Nähzimmer verfügt, wandert er mit seiner Nähmaschine durch die ganze Wohnung. Zehn Minuten näht der 14-Jährige an einem Mäppchen, 20 bis 25 Minuten an einer Henkeltasche. Jeder Artikel erhält als sein persönliches Markenzeichen eine kleine Schlaufe, auf der „fatto da Ale“ steht. Aus dem Italienischen übersetzt bedeutet das: „Gemacht von Ale“, wobei „Ale“ natürlich für Alessio steht.

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Bereits im Alter von neun Jahren hat Alessio mit dem Nähen angefangen. Er schaute seiner um vier Jahre älteren Schwester dabei zu und probierte es einfach selbst aus. Und so entstanden Mäppchen, Taschen und sogar ein Tagesrucksack von einer beeindruckenden Qualität. In der Schule wurde eine Lehrerin auf Alessios Hobby aufmerksam und fragte, ob er ihr eine Tasche nähen könnte. Bald hing eine Liste im Lehrerzimmer, in die sich Lehrer eintragen konnten, wenn sie ein Mäppchen oder eine Tasche aus Alessios Werkstatt wünschten. Auf diese Weise verdiente sich der Junge ein kleines Taschengeld.

Berufswunsch steht fest

Inzwischen besucht Alessio die achte Klasse an der Martin-von-Adelsheim-Gemeinschaftsschule. Seiner Neigung folgend, wählte er im vergangenen Schuljahr das Fach „AES“, das für „Alltagskultur, Ernährung und Soziales“ steht. Denn das Kreative und Handwerkliche liegt ihm im Blut. Der 14-Jährige zimmerte zum Beispiel eine Gartenbank und ein Gehege für eine Schildkröte, er baute einen Katzenbaum und renovierte ein altes Fenster. Und sein Berufswunsch steht auch schon fest: Alessio möchte Innenarchitekt oder Raumausstatter werden.