Leserbrief - Zum Bericht „Tour de Neckar-Odenwald – Andreas Stoch besucht Landkreis“ (FN, 12. Januar) „Muss das in Zeiten von Corona wirklich sein?“

Von 
Sebastian Krzonkalla
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Ich war regelrecht geschockt, als ich lesen musste, dass eine Gruppe von SPD-Politikern, namentlich Andreas Stoch, MdL Georg Nelius, Dr. Dorothee Schlegel und Kenneth Weidlich, mitten in der Corona-Pandemie auf (Wahlkampf-)Tour gehen möchte und nicht einmal vor einer Einrichtung halt machen will, in der Personen betreut und umsorgt werden, die es besonders zu schützen gilt. Die Rede ist hier von der Johannes-Diakonie Mosbach. Zitat von der Homepage der Diakonie: „Durch unsere Aufgabenfelder stehen wir besonders in der Verantwortung gegenüber unseren Bewohnern, Schülern, Klienten, Patienten, Kunden. Denn diese gehören nicht nur teilweise zu den gefährdeten Risikogruppen. Sie müssen auch mit besonderer Aufmerksamkeit durch diese schwierige Phase und die Auswirkungen der Schutzmaßnahmen begleitet werden.“… „Führungen und der Empfang von Besuchergruppen sind in der Johannes-Diakonie vorübergehend ausgesetzt.“

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Muss das in Zeiten von Corona wirklich sein? Wo doch jeder die Kontakte auf ein absolut nötiges Minimum reduzieren muss? In Zeiten von Lockdown, Ausgangssperren, Hotspots, hohen Strafen und Inzidenzwerten. Wo uns auch die SPD-Politiker fast schon Mantra-artig vorbeten: Abstand halten, Maske anziehen, Kontakte reduzieren, bleibt zuhause.

In einer Zeit, in der Menschen einsam an Corona sterben, erdreisten sich diese Politiker, ihre Verantwortung für andere Menschen über Bord zu werfen. Und wofür? Für ein paar Zeilen und ein Bild in der Presse? Weil am Ende ein gut bezahlter Posten im Landtag winkt? Geht die SPD auch über Leichen?

Meine Damen und Herren von der SPD: Besuchen Sie doch mal ein Bestattungshaus oder die Totenhalle in Ihrem Wohnort, und lassen sich mal erklären, wie viele Menschen durch unnötige Kontakte an oder im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 verstorben sind.

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Da können Sie mit solchen Aktionen hoffentlich keinen Schaden mehr anrichten.