Vorstellung der Patientenzimmer - Charlotte Schneidewind-Hartnagel kam spontan hinzu Landrat verweigerte Teilnahme

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borg
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Buchen. Landrat Dr. Achim Brötel machte bei der Präsentation der neuen Räume deutlich, dass man zu Corona-Zeiten bewusst auf einen größeren Personenkreis verzichtet habe, selbst der Aufsichtsrat müsse zu einem späteren Zeitpunkt die Zimmer in Augenscheinschein nehmen. Diese Maßnahme verhinderte einen Spontanbesuch von MdB Charlotte Schneidewind-Hartnagel, die sich zum Vorstellungstermin eingefunden hatte. Landrat Dr. Achim Brötel war jedoch nicht bereit, die Personengruppe zu vergrößern, lud aber die Grünen-Politikerin zu einem anderen Zeitpunkt zu einem Besuch ein. Mit Irritation reagierte die Bundestagsabgeordnete auf die Verweigerung ihrer Teilnahme. Sie habe am Vormittag davon erfahren, so Schneidewind-Hartnagel in einer Pressemitteilung. Auf Nachfrage bei der Klinikleitung sei ihr der Termin bestätigt und ihre Teilnahme begrüßt worden.

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Via Facebook machte Schneidewind-Hartnagel die Angelegenheit öffentlich, was ihr viel Zuspruch, aber auch Kritik einbrachte. Das Verhalten des Landrats wurde als „unverschämt“ bezeichnet und die Frage nach dem Grund beschäftigte viele. Sogar die Frage, vor was der Landrat Angst habe, wurde aufgeworfen. „Sie hatten heute Präsenzpflicht in Berlin – Plenumsende 17.31 Uhr. Es irritiert mich doch sehr, dass Sie zeitgleich Termine in Buchen machen“, so die ehemalige Bundestagsabgeordnete Margaret Horb am Freitag.

„Unter Corona-Bedingungen gelten für die Plenarsitzungen andere Präsenzregeln, da immer nur eine begrenzte Anzahl von Abgeordneten zugelassen wird, um die Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können“, antwortete Charlotte Schneidewind-Hartnagel. Nur 25 von 67 Abgeordneten dürften sich von der Grünen-Fraktion gleichzeitig im Plenarsaal aufhalten.

„Der Termin heute am Standort Buchen war keine Einweihung, sondern ein von uns organisierter, rein interner Pressetermin zur Vorstellung neu gestalteter Räumlichkeiten in der Geburtshilfe der Kliniken“, erklärte Jan Egenberger, Pressesprecher des Landratsamtes. Aus Infektionsschutzgründen seien maximal zehn Personen zugelassen gewesen, zumal selbst der Besuch von Angehörigen nach wie vor nur eingeschränkt möglich sei. „Deshalb hatten sich die Neckar-Odenwald-Kliniken dazu entschlossen, noch nicht einmal den Aufsichtsrat einzuladen. Auch andere externe Gäste waren nicht eingeladen“, unterstrich Egenberger. Dies habe man dem Büro der Abgeordneten mehr als eine Stunde vor der Veranstaltung nach der spontanen Anfrage so mitgeteilt. Und man habe ihr im Namen des Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Achim Brötel und Klinikgeschäftsführer Frank Hehn die Möglichkeit angeboten, jederzeit zu einem anderen Termint zu kommen. „Alles andere wäre unverantwortlich und auch in der Sache nicht korrekt gewesen“, so der Pressesprecher.

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„Für Kritiker der Fusion der Frauenheilkunde ist der Streit nicht beigelegt“, machte die Bundestagsabgeordnete für den Neckar-Odenwald-Kreis deutlich. Schneidewind-Hartnagel stört, dass Frauen unter Umständen weite Fahrten auf sich nehmen müssen. Daher will sie sich für ein Frauengesundheitszentrum in Mosbach einsetzen. borg