AdUnit Billboard

Leserbrief - Zum Radklima-Test des ADFC in Buchen Kinder sollen selbstständig fahren können

Lesedauer

Aktuell erleben wir einen großen Aufschwung beim Fahrradfahren. Die Verkaufszahlen gehen in die Höhe, immer mehr Menschen entdecken das Radfahren neu und erleben alle Vorteile davon. Wäre es nicht toll, wenn dieser Trend nicht nur in der Freizeit, sondern auch in unserem Alltag ankommen würde? Ganz selbstverständlich, beim Weg zur Schule und zur Arbeit?

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Die Stadt Buchen hat an dem Radklima-Test des ADFC teilgenommen und dabei die Note 4,0 erhalten. Nur 15 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu „Bei uns macht Fahrradfahren Spaß“, nur drei Prozent fühlen sich sicher. Schade.

Was kann man in Buchen für ein fahrradfreundliches Klima tun? Wäre es zum Beispiel nicht sinnvoll bei neuen Baugebieten (die ja auf junge Familien abzielen) gleich von Beginn an mit zu planen, wie man von dort aus sicher mit dem Fahrrad in die Stadt, zum Einkaufen oder ins Schulzentrum kommt?

Mir fehlt dieser Blick wenn darüber gesprochen wird, wo der Baustellenverkehr abfließen kann, ob zu Stoßzeiten etwa die Dekan-Blatz-Straße leistungsfähig genug ist oder die Bannwinkelstraße in Hainstadt ein Nadelöhr für Autos und Lkw. Radfahrer dürfen sich bestenfalls ein kleines Stück den Weg teilen mit dem Autoverkehr oder Fußgängern auf dem Gehsteig. Dann vorbei an Ausfahrten und immer auch nur bis zur nächsten Kreuzung, an der man als Radfahrer wieder dem Autoverkehr untergeordnet ist. Wie kann es sein, dass ich in Heidelberg sicherer vom Hauptbahnhof ins Neuenheimer Feld radeln kann als in Buchen von der Marienhöhe ins Schulzentrum? Natürlich sollten auch die bestehenden Wohngebiete und die Ortsteile untereinander schnellstmöglich an ein Radnetz angebunden sein, auf denen sich Kinder sicher und bedenkenlos eigenständig fortbewegen können. Wenn es dann gelingt, dass noch ein Teil der Berufspendler auch das Fahrrad nutzt, spart das Geld, CO2, Parkplätze, Fitness-Studios, um nur ein paar Vorteile zu nennen.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Mich stimmt es froh, dass die touristischen Möglichkeiten des Radfahrens immer mehr und besser ausgebaut und vernetzt werden. Aber während bald auf dem Mühlenradweg die letzte Lücke zwischen Erfeld und Gerichtstetten geschlossen wird, zieht man als Radfahrer rund um das Buchener Schulzentrum zu den Stoßzeiten um 7,30 und 13 Uhr immer noch den Kürzeren gegen die Unmengen an „Elterntaxis“.

Zu meiner Zeit war es eher die Regel als die Ausnahme mit dem Fahrrad von Hainstadt nach Buchen in die Schule zu kommen. Das hatte auch unzählige Vorteile. Aufgrund des stark gestiegenen Verkehrs halte ich das im Moment für nicht mehr so sicher. Jeder kann sich ja mal vor seinem eigenen Auge ausmalen (oder besser noch selbst ausprobieren) wie ein alltäglicher Weg von seiner Wohnung zur Schule aussieht und wie viele gefährliche Stellen für Kinder dabei zu passieren wären.

Meine Vision ist, meine Kinder einmal guten Gewissens selbständig mit dem Rad zur Schule fahren zu lassen. Auf einem sicheren Radweg, der die schwächeren Verkehrsteilnehmer schützt und nicht nur den stärkeren Vorfahrt gewährt. Aktuell hat das Bundeskabinett beschlossen 1,43 Milliarden Euro über Sonderprogramme für den Radverkehr bereit zu stellen. Wäre doch toll, wenn davon auch ein Teil in Buchen für ausgereifte, zukunftsfähige Radwegekonzepte ankommen würde!

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1