Schadensersatzklage

Kein Anspruch auf 25 000 Euro

Nach Brand im Bödigheimer Schloss

Von 
Nicola Beier
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Mosbach/Buchen. Eine Familie, die vor rund sechs Jahren im Bödigheimer Schloss wohnte, als ein Lagerraum im Erdgeschoss des Südflügels brannte, hat kein Recht auf Schadensanspruch in Höhe von 25 000 Euro. Das ist das Urteil eines Zivilrechtsstreits vor der zweiten Zivilkammer des Mosbacher Landgerichts, welches am Freitag verkündet wurde. Geklagt hatte die vierköpfigen Familie, die im ersten Obergeschoss des Schlosses wohnte, als der Brand im Erdgeschoss ausbrach (wir berichteten). Ihre Wohnung war danach unbewohnbar. Beklagter war der Nachbar, der im zweiten Obergeschoss des Gebäudes wohnte und ein Teelicht im Lagerraum aufgestellt hatte, das den Brand verursacht haben könnte.

Nun entschied das Gericht, dass der Schadensersatzanspruch der Familie gegen den Nachbarn wegen Aufstellens und unbeaufsichtigten Zurücklassens des Teelichts nicht besteht. Das von der Zivilkammer eingeholte Sachverständigengutachten zur Brandursachenermittlung kam nämlich zu dem Schluss, dass der Brand nicht in der Nähe des Teelichts ausgebrochen war. Laut Gutachten sprachen gewisse Punkte stattdessen dafür, dass eine dritte Person den Brand vorsätzlich gestiftet haben könnte.

Schadensersatzanspruch besteht auch unter dem Gesichtspunkt nicht, dass der Beklagte, als er den Lagerraum etwa eine Stunde vor dem Brand verlassen hatte, das Vorhängeschloss zum Lagerraum nur eingerastet und nicht abgeschlossen hatte. Die Mietparteien hatten das einvernehmlich so gehandhabt, weshalb hieraus keine Ansprüche abgeleitet werden können.

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Bernhard Sprengel
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Auch unter dem Gesichtspunkt eines Anerkenntnisses durch den Nachbarn ergeben sich keine Schadensersatzansprüche, da der hierfür erforderliche Rechtsbindungswille gefehlt hat.

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