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Stadtarchiv Buchen - Dr. Thomas Wilhelmi nahm sich alter Drucke aus dem 16. bis 18. Jahrhundert an

Im Buchener Stadtarchiv verborgene Schätze unter der Lupe

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Professor Thomas Wilhelmi (von links) mit Bürgermeister Burger, Dr. Isabell Arnstein und dem aus Buchen stammenden Doktoranden Julian Wieder. © Stadtarchiv Buchen

Buchen. Dass im Buchener Stadtarchiv und in der Regionalgeschichtlichen Bibliothek Zwischen Neckar und Main noch viele alte Drucke aus dem 16. bis 18. Jahrhundert liegen, war bekannt. Doch fehlten bislang die Expertise und die Zeit, diese Schätze genauer zu sichten.

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Der Heidelberger Germanist Professor Dr. Thomas Wilhelmi, der einer der profundesten Kenner von Drucken der Frühen Neuzeit ist, nahm sich in diesem Sommer dieser Aufgabe an. „Für die Fachwelt ist es wichtig, dass die Bestände bekannt sind. Nur so sind die Drucke zugänglich für die Wissenschaft.“, so Professor Wilhelmi, der durch die freundliche Vermittlung von Dr. Isabell Arnstein auf Buchen aufmerksam wurde.

200 Drucke gesichtet

Der Heidelberger Germanist hat nun begonnen, die etwa 200 Drucke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert zu sichten und dabei einzeln im Detail zu beschreiben. Dabei ist es wichtig, dass man erfasst, wann das Werk gedruckt wurde, wer der Drucker war und wie der Zustand des Buches ist, das heißt, ob es Beschädigungen gibt. Auch um welches Papier es sich handelt, ob und welches Wasserzeichen vorhanden ist, wird erfasst und auch ob Anmerkungen am Rand vorhanden sind.

Bei der Katalogisierung will man auch den Werdegang der Drucke rekonstruieren und klären, wie sie nach Buchen kamen. Auffällig war, dass ein paar Drucke aus Schweizer Druckwerkstätten in Buchen lagern und es unerklärlich ist, wie sie nach Buchen gelangten.

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Einige Überraschungen

Bei der Sichtung von Drucken gibt es hin und wieder einige Überraschungen, seien es besondere Randglossierungen, eingelegte Handschriften oder sogar Samenkörner, die zwischen den Seiten die Jahrhunderte überdauerten, wie Professor Wilhelmi bei einer Besprechung mit Bürgermeister Burger berichtete. Einen solchen Samenfund brachte er einmal ins Botanische Institut der Universität Heidelberg. „Dabei stellte sich heraus, dass die Samen in etwa aus der Zeit des 30jährigen Krieges stammen.“

In weiteren Arbeitsbesuchen wird Professor Wilhelmi neben der Sichtung die Drucke auch mittels der Archivsoftware Augias verzeichnen. Dieser letzte Arbeitsschritt gewährleistet eine genaue und schnelle Übersicht, welche Drucke nun tatsächlich in Buchen lagern.

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