Duale Hochschule Mosbach - Eberstadter Tropfsteinhöhle im Rahmen einer Studienarbeit vollständig vermessen Hochauflösendes 3D-Modell als Ergebnis

Lesedauer: 

Eberstadt/Mosbach. Ende Mai durften vier Studierende der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach eine besondere Abwechslung zum tristen Corona-Alltag genießen. Statt ausschließlich zu Hause vor dem Laptop an Online-Vorlesungen teilzunehmen, ging es für Cedric Egolf, Sandro Gaiser, Alexander Hörsch und Leonie Vondermaßen in den Buchener Stadtteil Eberstadt zur überregional bekannten Tropfsteinhöhle.

Studierende der DHBW Mosbach haben im Rahmen einer Studienarbeit die Eberstadter Tropfsteinhöhle vermessen. © DHBW Mosbach
AdUnit urban-intext1

Im Rahmen der Studienarbeit, die von den Studierenden des Studiengangs Bauingenieurwesen im sechsten Semester eingereicht werden muss, wurde die Tropfsteinhöhle umfangreich vermessen.

Ausgehend von einem Höhenfestpunkt, der sich rund 700 Meter entfernt von der Tropfsteinhöhle befindet, wurde ein Nivellement durchgeführt, um die genaue Höhe am Eingang der Tropfsteinhöhle zu ermitteln. Vom Höhleneingang bis zum Ausbauende der Höhle wurde mit Hilfe eines Tachymeters ein Polygonzug gemessen. Daran anschließend erfolgte ein hochgenauer 3D-Scan, der in vielen Einzelabschnitten mittels Laserscanner durchgeführt wurde.

Gewaltige Ausmaße

Die Idee dazu stammt vom aus Eberstadt stammenden Vermessungsingenieur Elmar Pfeiffer, der als nebenberuflicher Lehrbeauftragter für Vermessungskunde im Studiengang Bauingenieurwesen an der DHBW tätig ist. „Durch meinen beruflichen Werdegang war es schon seit längerem ein kleiner Traum, die Tropfsteinhöhle mittels verschiedener Verfahren zu vermessen“, berichtet Elmar Pfeifer. Als neue Themen für Studienarbeiten gesucht wurden, sprach er Studiengangsleiter Professor Markus Schönit auf das geplante Vorgehen an. Dieser war auch gleich begeistert vom Projekt: „Als Buchener war ich natürlich schon einige Male in der Tropfsteinhöhle und kenne deren gewaltige Ausmaße. Da gefiel mir die Idee von der Vermessung sofort.“

Laserscanner im Einsatz

AdUnit urban-intext2

Zwar nimmt die Vermessungskunde nur einen relativ kleinen Teil im Studiengang Bauingenieurwesen ein. Die Studierenden lernen an der DHBW die Grundlagen der Vermessung mit dem Nivellier und dem Tachymeter kennen. Für den Einsatz des DHBW-eigenen Laserscanners bleibt deshalb in der Lehre nicht viel Zeit.

„Aber vor allem das 3D-Laserscanning gewinnt dank der mittlerweile vorhandenen Gerätetechnik bei der Planung und Bauüberwachung immer mehr an Bedeutung in der Baupraxis“, so Schönit. „So war ich sehr dankbar, dass wir diesen besonderen Einsatz durchführen konnten.“

AdUnit urban-intext3

Vertreter der Stadt Buchen zeigten sich ebenfalls sehr aufgeschlossen für das Projekt, und so erhielt die DHBW schnell und unkompliziert eine Erlaubnis. Zunächst machte die Corona-Krise dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Der erste Termin für die Vermessung musste abgesagt werden. Letztendlich war es dann sogar von Vorteil, dass die Tropfsteinhöhle für den regulären Besuchsverkehr gesperrt wurde.

AdUnit urban-intext4

Dadurch konnten die Studierenden an zwei ganzen Arbeitstagen die leere Höhle nutzen und musste beim Positionieren der Vermessungsinstrumente keine besondere Rücksicht auf andere Höhlenbesucher nehmen. Die Einhaltung der Sicherheitsabstände der Vermesser untereinander war in der weiträumigen Höhle kein Problem. Beteiligt an der Vermessung waren außerdem Ralf Brecht (Laboringenieur der DHBW) sowie Vermessungstechniker Philipp Leonhardt.

Auswertung der Messdaten

Aktuell sind die Studierenden mit der Auswertung der Messdaten beschäftigt. Als Ergebnis soll ein hochauflösendes 3D-Modell der Eberstadter Tropfsteinhöhle erzeugt werden. Weitere denkbare Folgeschritte sind die Veröffentlichung des Modells zur virtuellen Begehung mittels VR-Brille sowie die Absteckung markanter Punkte des Höhlenverlaufs an der Oberfläche.