Schule für Sprachbehinderte in Buchen - Projekt zur Verschönerung des Pausenhofs / Kooperation mit Alois-Wißmann-Schule "Hier stehen die Kinder im Mittelpunkt"

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David Kirchgeßner
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In diesem Schuljahr besuchen 79 Kinder die Schule für Sprachbehinderte. Mit viel Freude haben sie gemeinsam mit Schülern der Alois-Wißmann-Schule ihren Pausenhof verschönert. Dabei hat nicht nur eine Rundbank ganz viel bunte Farbe abbekommen.

© Schule für Sprachbehinderte

Buchen. An der Sprachheilschule in Buchen tut sich einiges: Die Schüler haben bereits im Oktober in Kooperation mit der Alois-Wißmann-Schule ihren Pausenhof verschönert.

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Für die Schule waren die Projekttage zur Schulhofgestaltung eine Premiere:"Das war ein neues Handlungsfeld. Das gab es so noch nicht", erklärt Konrektor Carsten Zyder. Bereits im Juni hatten die beiden Referendarinnen Simone Brünner und Julia Zeller begonnen, das Projekt vorzubereiten. Im Rahmen ihres Vorbereitungsdiensts müssen die angehenden Sonderpädagoginnen ein Projekt umsetzen, an dem auch außerschulische Partner beteiligt sind.

Viele Hände packen mit an

Für die beiden Nachwuchslehrerinnen bedeutete das viel Arbeit: Einerseits galt es, sich mit dem Kollegium abzustimmen und die Erfahrung der anderen Lehrkräfte zu nuten. Andererseits mussten die Eltern befragt und miteinbezogen werden. Neben diesen war auch die Zimmerei Holzwurm involviert, die im Vorfeld Holzbauteile vorbereitet hatte und extra einen Mitarbeiter abstellte.

Vor allem war eine stetige Rücksprache mit dem Landratsamt, als Schulträger, über die Finanzierung wichtig. Hier fühlen sich die jungen Lehrerinnen besonders der Volksbank und der Sparkasse zu Dank verpflichtet - immerhin kostete das Projekt rund 2000 Euro.

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Aber auch die Abstimmung mit der benachbarten Alois-Wißmann-Schule war richtungsweisend: Die Schule für geistig Behinderte hat sich ebenfalls beteiligt und ihren Werkraum zur Verfügung gestellt. "Wir teilen uns ja schließlich den Pausenhof", erklärt Zyder.

Während am Vormittag gewerkelt wurde, fand am Nachmittag der reguläre Unterricht statt. "Das Projekt war auch für uns Lehrer kein normaler Schulalltag. Die Schüler hatten viel Spaß und die Kollegen natürlich auch - man macht das ja gerne", resümiert er.

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Vom Erstklässer bis zum Viertklässler haben die Schüler in gemischten Gruppen drei Tage lang die "Wahrnehmungsangebote" gebastelt: Dabei sind etwa ein Barfußpfad für die Sensorik und ein Regenmacher für die akustische Wahrnehmung entstanden. Aber auch andere Verschönerungen wie das Bemalen einer Rundbank gehörten dazu.

Den Fortschritt dokumentiert

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Insgesamt war es "ein schönes Projekt mit einem super Ergebnis", freut sich der Konrektor. Er gesteht ein, dass er selbst positiv überrascht war. "Aber auch die Kinder sind stolz", so Simone Brünner - besonders auf ihre Zeitung zu den Projekttagen, die eine eigene Dokumentationsgruppe erstellt hat: "Hier sieht man schön den Lernfortschritt und gerade die Motivation wird erkennbar", findet die Referendarin. Sogar einen Film haben sie mit einer Mutter gemeinsam gedreht.

Für Brünner und Zeller ist die Arbeit allerdings noch nicht getan: Jetzt geht es an die wissenschaftliche Dokumentation. Am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Heidelberg müssen sie ihre Arbeit dann präsentieren.

In diesem Schuljahr besuchen 79 Schüler die Schule für Sprachbehinderte, außerdem wird ein Kind im Rahmen des Gemeinsamen Unterrichts betreut - auch als Inklusion bekannt. Carsten Zyder bedauert allerdings: "In Richtung Mosbach sind wir nicht so bekannt." Dabei ist die allgemeinbildende Sonderschule mit einem Bildungsplan für Grundschulen für den gesamten Neckar-Odenwald-Kreis zuständig.

"Unsere Schüler haben Förderbedarf bei der Sprache, aber auch im Wahrnehmungsbereich", so Zyder. Für jedes Kind wird deshalb ein Gutachten erstellt. Eltern und Lehrer entscheiden dann gemeinsam über den Besuch der besonderen Schule, ebenso wie über das Ende der Förderung. "Die Initiative zur Einschulung bei uns geht meistens von den Eltern aus, aber auch Logopäden empfehlen uns oft", weiß Zyder.

Die Schule versteht sich als Durchgangsschule, die fast die Hälfte ihrer Schüler nach Ende des Förderbedarfs in das sogenannte Regelschulsystem, also beispielsweise die örtliche Grundschule, entlässt.

Auch eine kostenlose Beratungsstelle für sprachauffällige Kinder und Jugendliche ist in der Schule beheimatet. Außerdem gibt es einen Sonderpädagogischen Dienst, bei dem Lehrkräfte anderer Schulen sich beraten lassen können.

Das "i-Tüpfelchen" kommt noch

Ganz fertig ist die Schulhofgestaltung aber noch nicht: "Wir haben noch ein Baumhaus geplant, aber das war nicht so einfach umzusetzen, da es viele Vorschriften gibt und auch der TÜV die Konstruktion prüfen muss. Aber es soll auf jeden Fall noch kommen", freut sich nicht nur Simone Brünner schon.