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Rochus-Prozession - Gottesdienst war gut besucht /

„Handeln wir wie Rochus, der Rest kommt von oben“

Von 
mb
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Pfarrer Johannes Balbach sprach den Segen an der Mariensäule. © Martin Bernhard

Buchen. Bei strahlendem Sonnenschein war die Rochus-Prozession am Sonntag sehr gut besucht. Die Predigt hielt Domkapitular Thorsten Weil aus Freiburg. Auf Stationen auf dem Zugweg mussten die Gläubigen wegen der Pandemie verzichten.

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Nahezu alle aufgestellten 230 Stühle auf dem Wimpinaplatz waren besetzt, als am Sonntag der Gottesdienst vor der Rochus-Prozession begann. Stadtpfarrer und Dekan Johannes Balbach zelebrierte bei angenehmem Wetter die Heilige Messe gemeinsam mit Domkapitular Thorsten Weil aus Freiburg, der die Predigt hielt. Der Kirchenchor unter Leitung von Kantor Horst Berger gestaltete die Feier musikalisch, die Stadtkapelle musizierte erstmals in der Öffentlichkeit unter ihrer neuen Dirigentin Lisa Helmle (siehe separater Bericht). Auch in diesem Jahr fanden Prozession und Gottesdienst im Zeichen der Corona-Pandemie statt: Abstände mussten eingehalten werden; auf Stationen während der Prozession wurde verzichtet mit Ausnahme an der Mariensäule.

Leben des Heiligen Rochus

Domkapitular Thorsten Weil ging in seiner Predigt auf das Leben des Heiligen Rochus ein. Dieser war Sohn reicher Eltern, die an der Pest starben, als Rochus 20 Jahre alt war. Daraufhin verschenkte er sein Vermögen und trat dem Franziskanerorden bei. Er pflegte Pestkranke, erkrankte selbst und genas von der Krankheit. Als er in seine Heimatstadt zurückkehrte, wurde er als angeblicher Spion inhaftiert. Erst nach seinem Tod erkannte man ihm an einem Kreuzmal, das er seit seiner Geburt auf seiner Brust trug.

Eigenes Erlebnis geschildert

„Gnade setzt Natur voraus“, betonte Thorsten Weil in seiner Predigt. Um dies zu verdeutlichen, erzählte der Domkapitular ein Erlebnis während seines Gemeindepraktikums am Bodensee. Dort fuhr er mit einem Schiff zu weit hinaus und geriet bei einem Unwetter in Seenot. Mit letzter Kraft erreichte er das rettende Ufer. „Nur weil ich beides getan habe, gerudert und gebetet, habe ich das Ufer erreicht“, sagte er. So habe das auch Rochus gemacht. Dieser habe geholfen und sein Bestes gegeben. Dann kam die Gnade Gottes dazu. „Wer sich anstrengt, der kann durch Gott vervollkommnet werden“, fasste Weil zusammen. „Nur das Tun kann gesteigert werden zur Vollkommenheit.“

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Nach den Worten des Domkapitulars befindet sich auch die Kirche als Institution in schwerem Fahrwasser. Deshalb sei ein hoher Einsatz der Gläubigen erforderlich. „Ein einfaches Leben auf der Grundlage des Glaubens und caritatives Handeln – das überzeugt die Menschen“, erläuterte der Priester. Er zitierte in diesem Zusammenhang den Papst, der gefordert habe, das Evangelium zu leben. „Handeln wir wie Rochus!“, forderte Thorsten Weil. „Der Rest kommt von oben.“

An den Gottesdienst schloss sich die erste Station der Prozession an. Einen ersten Halt legte die Schar der Gläubigen an der Mariensäulen am Platz „Am Bild“ ein. Hier sprach Stadtpfarrer Johannes Balbach mit erhobener Monstranz den Segen. Zurück am Rathaus, wies der Geistliche auf die Folgen des Klimawandels hin. Er betete unter anderem für die Opfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen. Diesen soll auch die Kollekte des Gottesdienstes zugutekommen.

Bürgermeister Roland Burger erinnerte an das Gelübde, das die Bürger von Buchen im Jahr 1635 abgelegt hatte und das seitdem mehrfach erneuert wurde.

„Ich bin dankbar“

1300 Menschen seien damals innerhalb von drei Monaten an der Pest gestorben. Jetzt leide man unter der Corona-Pandemie. „Ich bin dankbar dafür, dass wir jetzt über geeignete Impfstoffe verfügen“, sagte der Bürgermeister. „Wir sind auf einem guten Weg, die Pandemie zu überwinden.“

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Er dankte allen an der Prozession Beteiligten, darunter Dekan Balbach, Domkapitular Weil, der Stadtkapelle und dem Kirchenchor. Anschließend erhielten die Teilnehmer der Prozession sogenannte „Rochus-Brötchen“, die die Bäckerei Wittemann gespendet hatte. mb

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