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In Götzingen - Kar- und Ostertage mal etwas anders erlebt

Glauben an die Auferstehung wach gehalten

Von 
jm
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In Götzingen hatte das Gemeindeteam zu Ostern kreative Ideen entwickelt. © Walter Jaufmann

Götzingen. Eine brennende, aus einer ausrangierten Telefonzelle herausleuchtende Osterkerze, ein lodernd wärmendes Osterfeuer, das festlich gesungene „Halleluja, Jesus lebt!“. Mit diesen Besonderheiten werden wohl zahlreiche Götzinger ihr Ostererlebnis 2022 beschreiben.

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Das Gemeindeteam von St. Bartho-lomäus entwickelte auch in diesem Jahr wieder kreative und neue Ideen, um die „Heiligen drei Tage“ zu begehen. Am Gründonnerstag war die Gemeinde eingeladen zu einem Wortgottesdienst in der Pfarrkirche. Anhand eines Abendmahlbildes von Sieger Köder wurde deutlich, dass Jesus das Abendmahl nicht einem elitären, exklusiven Kreis gestiftet hat, vielmehr ist Jeder dazu eingeladen: Der Gaukler, die Bettlerin, die Prostituierte, der Kranke, aber auch du und ich. Eine anschauliche Gebetsstunde mit ansprechenden Gedanken und Texten schloss sich an.

Am Karfreitag machte man sich dann im Gedenken an den Tod Jesu auf den Kreuzweg. Um 15 Uhr, der Todesstunde Jesu, fanden sich zahlreiche Gläubige beim „Ölberg“ unterhalb der Kirche ein. Ein schlichtes Holzkreuz erinnerte an den Kreuzestod Jesu. Mit ausdrucksstarken Symbolen konnten die Teilnehmer erleben, wie es ist, sein Kreuz auf sich zu nehmen, eine schwere Last zu tragen, aber auch Trost und Erleichterung zu erfahren.

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Der Kreuzweg führte zum Friedenspfahl, zum Kriegerhain, zur Schule und zum Friedhof und berührte damit Orte, die eine große symbolische Bedeutung haben. Ganz bewusst hatten sich die Mitglieder des Gemeindeteams auch dafür entschieden, für die Feier der Ostervigil den schützenden Raum des Kirchengebäudes zu verlassen. Man wollte rausgehen zu den Menschen, dorthin, wo sich das Leben abspielt. Und so fand man sich ein am örtlichen Bauhof zwischen Altglas-Container und Grüngutsammelstelle. Schnell wurde klar, dass auch eins solcher Platz Wandlung erfahren kann. Das von jedem Besucher mitgebrachte Holzscheit wurde aufge-schichtet und bald loderte ein wärmendes und leuchtendes Osterfeuer auf.

Nach dessen Segnung war voller Körpereinsatz gefordert, um die Osterkerze beim strammen Ostwind zu entzünden und am Brennen zu halten. Eine ausrangierte Telefonzelle wurde kurzerhand zum Tempel für die Osterkerze umdeklariert und windgeschützt konnte das Osterlicht seinen ganzen Glanz entfalten. Eine Abordnung des Musikvereins intonierte die für diesen Gottesdienst vorgesehenen Choräle. Schriftstellen vom ersten bis zum letzten biblischen Buch kündeten von der verheißungsvollen Lichtsymbolik.

Wahre Osterfreude trat nach der Verkündigung des Auferstehungsevangeliums ein und von Herzen wünschte man sich gegenseitig den Osterfrieden. Am Ende dieses beeindruckenden Gottesdienstes lud das Gemeindeteam noch zu einem Umtrunk ein und man rückte näher ans wärmende Feuer. Zwei Männern gelang es noch, die Osterkerze brennend in die Kirche zu tragen und zu später Nachtstunde erklang dazu festliches Ostergeläut.

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Beim feierlichen Hochamt am Sonntag war dann eindrücklich zu sehen, wie der Scherbenhaufen, der sich während der Fastenzeit vor dem Marienaltar angesammelt hatte zum Weg ins Leben, ins Licht umgestaltet worden war. Die Scherben und Bruchstücke, die Sorgen und Nöte aber auch Dank und Freude vieler Menschen wurden zum Gefäß, in dem Neues wachsen kann. Im Namen des Gemeindeteam dankte Ilse Aumüller allen, die diese intensiven Tage mitgefeiert hatten. Es war beeindruckend zu sehen, mit welch kreativen Ideen man in Götzingen bemüht war, den Glauben an die Auferstehung und die Liebe Gottes wachzuhalten. jm

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