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Prozession

Gläubige erneuern ihr Rochus-Gelübde

Domvikar Paul Weismantel spendete den Segen. Musikkapelle begleitete

Von 
mf/stb
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Buchen. Knapp 200 Gläubige nahmen am Sonntagmorgen an der Rochus-Prozession in der Buchener Innenstadt teil. Vorangegangen war ein Festgottesdienst in der Stadtkirche St. Oswald mit Domvikar Paul Weismantel aus Würzburg. Er spendete an der Marienstatue am „Prinz Carl“ auch den Segen mit der Monstranz (Bild links). Musikalisch begleitet wurde die Prozession von der Stadtkapelle Buchen unter Leitung von Christof Kieser. Festlich geschmückt waren weite Teile Straßen durch die Bevölkerung.

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Der Opfer gedacht

Damit folgten die Buchener einer alten Tradition: 387 Jahre nach der Pestepidemie von 1635 erfüllten Stadt- und Pfarrgemeinde Buchen das Gelübde ihrer Vorfahren und gedachten den Opfern von Pest und Seuchen. Ein neuerliches Auftreten der Pest in Buchen und der näheren Umgebung zwischen den Jahren 1660 und 1667 hatte schmerzhafte Erinnerungen an die verheerende Pest von 1635/36 hervorgerufen.

© Michael Fürst

Der damaligen Epidemie waren geschätzt 1300 Menschen zum Opfer gefallen, darunter Bürger der Stadt und Flüchtlinge aus den umliegenden Dörfern, die ihr Heil hinter den Buchener Stadtmauern gesucht hatten.

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Das dramatische Zusammenspiel der Folgen der Pestepidemie und den wirtschaftlichen Belastungen durch den Dreißigjährigen Krieg löste 1636/37 zusätzlich eine Hungersnot aus, an der etliche weitere Menschen sterben sollten. Diese einschneidenden Ereignisse hatten zur Gründung des noch heute begangenen Rochus-Festes geführt.

Danach blieben die Buchener Bürgerinnen und Bürger tatsächlich für lange Zeit von größeren Epidemien verschont. Erst im Kriegswinter 1942/43 suchte eine Typhus-Epidemie die Stadt und ihre Bewohner heim.

Von 297 erkrankten Personen verstarben 45 an der systemischen Infektionskrankheit. Die Tragödie veranlasste die Buchener Bevölkerung, das seit 1635 bestehende Rochus-Gelöbnis erneut zu bekräftigen. mf/stb

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