Diamantene Hochzeit - Helma und Siegfried Götzinger gaben sich am 28. Januar 1961 das Ja-Wort Es begann bei der Fastnachtsparty

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jm
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Helma und Siegfried Götzinger können auch heute noch ihre naturnahen Hobbys genießen. © Walter Jaufmann

Götzingen. Als es damals auf der Faschingsparty erstmals funkte, ahnten wohl weder Helma Heilig noch Siegfried Götzinger, dass sie an diesem Donnerstag auf 60 Jahre Ehe zurückblicken werden. Am 28. Januar 1961 läuteten die Hochzeitsglocken im Jugenddorf Klinge, wo sie in der Kirche St. Bernhard durch Pfarrer Heinrich Magnani getraut wurden. Auch wenn der Start nicht gerade einfach war – mühsam verdienten sich er im Steinbruch und sie im Wald damals ihr erstes Geld – erwies sich der eingegangene Bund als „unvergänglich wie ein Diamant“.

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Der Jubilar kam am 29. November 1937 in Götzingen als viertes und jüngstes Kind eines Landwirtsehepaares zur Welt. Hier besuchte er die Volksschule und anschließend auch die Fortbildungsschule. Den damaligen Gepflogenheiten auf dem Lande entsprechend musste er schon früh tatkräftig mitarbeiten und war nach der Schulzeit dann auch bei Forstarbeiten im Gemeindewald im Einsatz.

Das Jahr 1960, in dem er sich den Führerschein und den Jagdschein erwarb, führte zu einer Zäsur in seinem Leben: Er wurde LKW-Berufsfahrer und die Jagd wurde sein bis heute prägendes Hobby. Zunächst fuhr er einige Jahre Stammholz beim Fuhrunternehmen Ühlein und wechselte mit Beginn der Götzinger Flurbereinigung, wo er für die Teilnehmergemeinschaft die technische Leitung übernahm. Danach stieg er beim Bauunternehmen Mackert wieder als Lkw-Fahrer ein, übernahm später bis zum Eintritt ins Rentenalter Verantwortung als Polier.

Auch auf dem gesellschaftlichen Sektor war Siegfried Götzinger engagiert. Dabei galt sein Interesse in erster Linie dem TSV Fortuna Götzingen – auf und neben dem Platz. Zudem war der Jubilar mit von der Partie, als der Freiwilligendienst zur Unterstützung der Polizei eingeführt wurde. Vom Start im Jahre 1964 war er bis zum Jahr 1997 im Einsatz.

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Helma Götzinger, geborene Heilig, erblickte ebenfalls in Götzingen am 8. Juli 1941 das Licht der Welt und verbrachte ihre Kindheit zusammen mit der jüngeren Schwester auf dem elterlichen Bauernhof. Auch sie besuchte in Götzingen acht Jahre die Volksschule, danach absolvierte sie drei Jahre die Koch- und Haushaltsschule. Eine besondere Herausforderung war es für die Jubilarin, dass sie aufgrund einer schweren Erkrankung der Mutter bereits ab dem zehnten Lebensjahr den elterlichen Haushalt weitgehend selbstständig bewältigen musste. Ihr Berufsleben startete sie beim OKW in Buchen. Sie wechselte später zur Götzinger Filiale der Firma Kaiser, wo sie bis zur Geburt ihres ersten Kindes tätig war. Helma Götzinger ist seit der Wiedergründung der Frauengemeinschaft im Jahre 1977 Mitglied der Ortsgruppe Götzingen und war über 15 Jahre im Vorstandschaft engagiert. Außerdem ist sie seit 14 Jahren aktive Sängerin im gemischten Chor des Gesangvereins „Eintracht“.

Das Ehepaar nimmt lebhaft Teil am Leben der Kinder sowie Heranwachsen der Enkel und verfolgt mit Interesse das Geschehen in der Dorfgemeinschaft und in aller Welt. Ein besonderes Glück ist es für beide, über Jahrzehnte an das Landleben gewöhnt, noch immer ihre naturnahen Hobbys durchführen zu können: bei Helma Götzinger die Pflege und Bewirtschaftung ihres Gartens und für Siegfried Götzinger die Jagdleidenschaft. Zu ihrem großen Ehrentag, dessen Feier wegen der Pandemie entfallen muss, gratulieren gemeinsam mit den Angehörigen und Freunden sowie Bekannten und Mitbürgern auch die Heimatzeitung. jm