Ordensfest der „Narrhalla“ im Alten Rathaus - Narrenring-Verdienstorden in Gold für Herbert Schwing „Enthusiasmus und Elan“ gelobt

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mb
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Wenn es im Bürgersaal des Alten Rathauses warm und eng wird, wenn die Wände beben von den Klängen der Stadtkapelle, dann ist Ordensfest in Buchen.

Uli Steigleder gestaltete den aktuellen Orden der FG Narrhalla. © Martin Bernhard
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Buchen. Am Donnerstagabend war das Ordensfest der FG „Narrhalla“ geprägt von manchem Fettnäpfchen, Jubiläen einzelner Personen und einer besonderen Ehrung, die Vorsitzendem Herbert Schwing zuteil wurde.

Fast zwei Stunden lang dauerte es, bis Narrhalla-Vorsitzender Herbert Schwing insgesamt 286 Namen verlesen und den Jahresorden an Mitglieder von insgesamt 57 Vereinen und Gruppierungen verliehen hatte. Doch die Zeit wurde den Anwesenden mit gereimten Reden, nicht ausgelassenen Fettnäpfchen und einer zuweilen unorthodoxen, aber auf ihre Art wieder originellen Rhetorik verkürzt. So beteiligten sich Anwesende gern an dem Rätselspiel des Narrhalla-Vorsitzenden, ob er vielleicht jemanden zu ehren vergessen habe. Immer wieder rief einer aus dem Publikum dem Vorsitzenden den Namen eines vermeintlich Vergessenen zu.

Zu Beginn der Veranstaltung gratulierte Schwing dem Ehrenvorsitzenden der „Narrhalla“, Kurt Hemberger, nachträglich zu seinem 95. Geburtstag. Seit 70 Jahren gehöre Hemberger als Narrenrat der Narrhalla an und habe die Buchener Fastnacht entscheidend geprägt. Und auch Davorin Manovic feierte kürzlich einen runden Geburtstag. Der 60-Jährige habe unzählige Orden für die Narrhalla gestaltet. Nach den Worten von Schwing wurde die von Manovic entworfene Plakette aus dem Jahr 2015 in diesen Tagen mit dem 6. Europäischen Ordenspreis im Bereich Gestaltung prämiert. Der Buchener Orden werde derzeit in Paris ausgestellt. Den aktuellen Orden entwarf Uli Steigleder. Und auch die Leistung von Rolf Wörner hob Schwing hervor. Dieser bastelt seit 50 Jahren die Huddelbätz-Puppe, die bei der Fastnachtsverbrennung verbrannt wird.

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Zu einer besonderen Ehrung traten Jörg Rathmann, Ralf Lorenz und Jörg Fritsch, Präsidiumsmitglieder des Narrenrings Main-Neckar, vor das Publikum. Herbert Schwing trat im Jahr 1984 der „Narrhalla“ bei, war von 1997 bis zum Jahr 2003 deren Liegenschaftsverwalter und ist seit Jahren „Narrhalla“-Vorsitzender. Jörg Rathmann lobte den „Enthusiasmus und Elan“ von Herbert Schwing. „Das ist eine echte Großleistung“, sagte er. „Davor ziehe ich meinen Hut.“ Er überreichte dem Jubilar den Narrenring-Verdienstorden in Gold nebst Urkunde.

Um die Mitwirkenden an Hallesitzung und Wertschaftstreibe zu ehren, trat Magnus Brünner ans Mikrofon. „Narrhalla“-Kassier Michael Schler stellte die neue Liedkarte vor mit dem von Karl Lehrer gedichteten Fastnachtslied „Als Buche noch e Kleinstadt war“. Diese werde in diesem Jahr nicht nur bei der Hallesitzung, sondern auch während des Wertschaftstreibens verteilt. Außerdem überreichte Schler dem Sponsor der Liedkarte, Michael Ries, und Bürgermeister Roland Burger eine als Ortsschild der närrischen Kleinstadt Buchen gestaltete Plakette.

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Das Stadtoberhaupt wünschte in Versen der Kampagne trotz Mia Julia einen guten Verlauf. Auch Landrat Achim Brötel griff den Auftritt der Partykönigin auf: „Oh Mama Mia Julia, ob des die richtige Lösung war?“

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Während Schwing sich bei der Stadt und Gemeindeverwaltung für die Unterstützung bei der Fastnacht bedankte, kämpfte Stadtrat Harald Genzwürker mit seinem Orden, dessen Schnur immer wieder an der Bommel seiner Mütze hängen blieb. Und der aus Mosbach stammende, kürzlich gewählte Beigeordnete Benjamin Laber musste erfahren, dass man während der fünften Jahreszeit in Buchen wohl über fast alles reden kann, nur nicht über „Fasching“. Mit einem gesungenen „Auauau“ quittierte das närrische Volk diesen Lapsus, verzieh dem Beigeordneten aber recht schnell. Denn Laber erlebte sein erstes Ordensfest.

Am Ende baumelten alle Orden um die richtigen Hälse. Man räumte die Stühle zur Seite und freute sich darüber, das inoffizielle Ziel der Veranstaltung erreicht zu haben: Sekt und Bretzeln sowie das von Distelhäuser spendierte Freibier.

Kleinstadt statt Kreisstadt

Folgenden Liedtext hat die Narrhalla auf die diesjährige Liedkarte drucken lassen: „Als Buche noch e Kleinstadt war vor fufzich sechzich siebzich Johr, war alles noch viel kleener, gemütlicher und schöner.“ Warum „Kleinstadt“ statt „Kreisstadt“? Nach den Worten von Michael Schler verfasste Karl Lehrer den Vierzeiler, als Buchen noch Kreisstadt war. Allerdings war die Stadt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erheblich gewachsen, unter anderem wegen der Ansiedlung von Heimatvertriebenen. mb