Feuerwache in Buchen - Gemeinderat befasste sich mit der Betonsanierung des „Schlauchturms“ / Stabilisierung ist laut Stadt dringend notwendig „Ein Abriss ist keine Alternative“

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Olaf Borges
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Mittels Carbongewebebandagen soll der „Schlauchturm“ der Feuerwache saniert werden – wenn der Preis stimmt. © Olaf Borges

Bei der von Vergaben geprägten Sitzung des Gemeinderates am Montag in der Stadthalle stand auch die Betonsanierung des „Schlauchturms“ der Feuerwehr auf der Tagesordnung.

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Buchen. „Der ,Schlauchturm’ der Feuerwache hat ein Sicherheitsproblem, das dringend gelöst werden muss“, machte Bürgermeister Roland Burger bei der Sitzung des Gemeinderates in der Stadthalle deutlich.

Bei dem Anfang der 60er Jahre erbauten und 1989 sanierten „Schlauchturm“ an der Feuerwache in Buchen sind im Dezember 2019 Putzteile herabgefallen und haben das Dach der Fahrzeughalle durchschlagen (die FN berichteten). Zur Unfallprävention wurde sofort ein Gerüst erstellt. Bei der Inspektion des Turmes wurde schnell klar, dass sich großflächig Putzflächen beinahe vollständig vom Untergrund gelöst hatten. Auch viele Haarrisse sowie weitere Schädigungen in den tragenden Stützen des Stahlbetonskelletbaus wurden entdeckt.

Sanierung nötig

Da eine Sanierung unbedingt nötig war, wurde nach Wettbewerbsteilnahme der Auftrag an die Firma CSE Construction GmbH aus Bietigheim-Bissingen zum Angebotspreis von 49 161 Euro vergeben. Während der ersten Betonrückbauarbeiten stellte sich jedoch heraus, dass ein erheblicher Großteil der statisch relevanten Querbügel der Stahlbewehrung nicht mehr ihre Funktion erfüllen können. Dies wurde durch einen Bewehrungsscan an weiteren Bauteilen bestätigt. Laut Hubert Kieser, Technischer Dezernent der Stadt, wird vermutet, dass während der letzten Sanierung in den Jahren 1989/90 „störende“ Anteile der Bügel, die augenscheinlich zu wenig Betonüberdeckung hatten, kurzerhand herausgetrennt wurden. Da ein Ausknicken der unter Druck stehenden Längsbewehrung bedingt durch die geschädigten Bügel nicht ausgeschlossen werden könne, sei die Statik des Turmes nicht mehr gewährleistet.

Carbongewebe soll helfen

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Nach eingehender Prüfung verschiedener Lösungsansätze hat sich die Verwaltung nunmehr einvernehmlich mit dem Prüfstatiker für eine neuartige Sanierung mittels Carbongewebebandagen entschieden. „Hierbei werden die Stützen in den Bereichen der Bügel vollständig mit Carbongewebe ummantelt. Somit kann ein weiteres Eingreifen in die ohnehin erheblich geschädigte Bausubstanz weitgehend unterbunden werden“, erklärte Roland Burger. Die Methode sei recht neu, weshalb man nicht auf Erfahrungen zurückgreifen könne, doch sei sie bauaufsichtlich zugelassen.

„Für eine herkömmliche Sanierung liegt uns ein Angebot in Höhe von 236 000 Euro vor“, erklärte der Bürgermeister. Im Vergleich zu dieser konventionellen Sanierungsmethode, die voraussichtlich erst im Sommer 2021 abgeschlossen werden könnte, sei ein Einsparpotenzial von rund 30 Prozent gegeben. Zudem besteht die Möglichkeit, auf der Grundlage der zurzeit gültigen Mehrwertsteuer von 16 Prozent abzurechnen.

Nachtragsangebot

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„Ein Abriss ist keine Alternative“, unterstrich Burger. Schließlich werde der Turm zum Trocknen der Schläuche auch tatsächlich benötigt. Derzeit wird die statische Bemessung durch einen Tragwerksplaner berechnet. Danach kann ein entsprechendes Nachtragsangebot erstellt und geprüft werden. Einer direkten Vergabe der Nachtragsarbeiten an die Firma CSE aus Bietigheim-Bissingen würde die Gemeindeprüfungsanstalt zustimmen.

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Zum Zeitpunkt der Gemeinderatssitzung lag noch kein ausgearbeitetes Nachtragsangebot vor. Die Kostenschätzung liegt bei rund 166 000 Euro. Einstimmig ermächtigte der Gemeinderat die Verwaltung aufgrund der äußerst dringenden Situation zur Vergabe der Sanierungsarbeiten mittels Carbongewebe, sofern die Angebotsprüfung eine Ersparnis gegenüber einer konventionellen Sanierung bestätigt.

Redaktion Leiter der Redaktion Bad Mergentheim