Bundesweiter Rückgang der Bank-Geschäftsstellen - Nachfrage bei den beiden großen regionalen Kreditinstituten „Die Frequenz in den Filialen geht zurück“

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Sabine Braun und Sabine Braun
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Die Selbstbedienungs-Geschäftsstelle im Buchener Ringpark wird zum Ende des Monats geschlossen. © Sabine Braun

Trotz schwierigem Umfeld plant die Volksbank Franken nur in geringem Umfang Filialschließungen. Bei der Sparkasse Neckartal-Odenwald bleibt das Netz so wie es ist.

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Buchen. „Das Filialsterben setzt sich fort“ – unter dieser Überschrift berichteten die FN im Mai im Wirtschaftsteil über den Fusionsdruck bei den Kreditinstituten und die sinkende Zahl der Geschäftsstellen.

Nach einer Information der Notenbank wurden demnach im Jahr 2017 rund 1900 Geschäftsstellen bundesweit geschlossen, 30 126 gibt es jetzt noch.

Die Zahl der Finanzhäuser wurde im vergangenen Jahr um 65 auf 1823 reduziert. 57 Fusionen gab es bei den Volks- und Raiffeisenbanken, 13 im Sparkassensektor.

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Und wie sieht es im Neckar-Odenwald-Kreis aus? Gibt es auch hier weitere Filialschließungen? Auf Nachfrage der FN erinnert Vorstandsvorsitzender Klaus Holderbach von der Volksbank Franken daran, dass man bereits vor zwei Jahren angekündigt hatte, im Jahr 2018 zwei kleinere, nur stundenweise geöffnete Filialen zu schließen. Inzwischen ist die Volksbank-Geschäftsstelle in Sennfeld zu, die in Rippberg wird Ende des Jahres geschlossen.

Der laufende Veränderungsprozess in Richtung Digitalisierung sei enorm, betont Holderbach. „Die Zugangswege zur Bank haben sich geändert“, erläutert er weiter. „Die Frequenz in den Filialen geht zurück, die Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte heute überwiegend online.“

SB-Geschäftsstellen schließen

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Ende Juni wird die Volksbank Franken außerdem zwei SB-Geschäftsstellen, also Geldautomaten, abbauen: In Buchen am Ring und in Walldürn am Auerberg. Ein in der SB-Filiale ausliegendes Plakat über die geplante Schließung verweist auf die nahegelegenen nächsten Automaten und Filialen.

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In den nächsten Jahren werden möglicherweise noch einmal zwei oder drei kleinere Filialen geschlossen, berichtet Holderbach weiter. Welche das sein werden, ist noch unklar. „Es ist noch nichts beschlossen“. Doch danach werde die Struktur „so sein, dass sie dauerhaft so bleiben kann.“ Das Thema Fusion, so Holderbach auf Nachfrage, ist im Moment nicht aktuell.

Abteilungsdirektorin Anja Herkert von der Sparkasse Neckartal-Odenwald teilt mit, dass für 2018 und 2019 keine Filialschließungen geplant seien. Bei den SB-Geschäftsstellen und Automaten sei ebenfalls keine Veränderung vorgesehen. Auch bei der Sparkasse sind Fusionen „derzeit kein Thema“.

Heftig diskutiert wird auch die Möglichkeit, dass Geld abheben am Automaten Geld kosten könnte.

Abheben überwiegend kostenlos

30 Cent pro Abhebung werden nur bei einem einzigen Kontomodell der Volksbank fällig, berichtet Holderbach. Das sei schon seit zwei Jahren so.

Die Mehrheit der Kunden komme aber kostenlos an Bares. Die Gebühren bei der Volksbank seien seit zwei Jahren nicht verändert wurden. Das meistgenutzte Kontomodell sei inzwischen das Online-Modell.

Ähnlich ist es auch bei der Sparkasse. „Generell stehen allen Inhabern eines privaten Girokontos in unserem Haus mindestens fünf Barabhebungen an der Kasse zur Verfügung, bei denen keinerlei Kosten berechnet werden“, teilt Anja Herkert mit.

Daneben gibt es weitere Kontomodelle, bei denen alle Barabhebungen am Geldautomaten kostenfrei sind, und diese stellen „die Mehrzahl der Girokonten in unserem Hause dar“, so Anja Herkert. Es gebe aber auch ein „einzelbepreistes Girokonto“ für Kunden, die eine Einzelabrechnung aller Buchungsposten bevorzugen. Auch sie erhalten fünf gebührenfreie Barposten pro Monat (Ein- und Auszahlungen) an der Kasse.

Für darüber hinausgehende Posten sowie die Barabhebung am Geldautomaten zahlen diese Kunden einen Preis von 50 Cent.

Bewusste Entscheidung

„Kunden, die diese Giro-Variante nutzen, entscheiden sich bewusst für die Einzelbepreisung der Buchungsposten und bevorzugen diese“, betont die Sprecherin der Sparkasse Neckartal-Odenwald.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Buchen

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