Bündnis 90/Die Grünen - Videokonferenz des Kreisverbands mit Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst / Unterstützung für Volkshochschulen „Der DHBW-Standort Mosbach ist stark“

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Neckar-Odenwald-Kreis. Bei einer Videokonferenz mit dem Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen hat Wissenschaftsministerin Theresia Bauer sich zum Erhalt der Dualen Hochschule in Mosbach bekannt.

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Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg diskutierte bei einer Videokonferenz mit dem Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen mit Landtagskandidatin Amelie Pfeiffer und weiteren Teilnehmern über das Thema „Innovation und lebenslanges Lernen“.

Die VHS Buchen, eine Institution des lebenslangen Lernens: Ministerin Theresia Bauer sagte den Volkshochschulen im Land ihre Unterstützung zu. © Martin Bernhard

„Mir macht der Klimawandel große Sorgen“, bekannte Amelie Pfeiffer zu Beginn der Veranstaltung. Sie habe Angst davor, dass die Westwinde sich verändern und der Golfstrom ausbleiben könnte. Um dies zu verhindern, benötige man Innovationen, zum Beispiel in der Autoindustrie und in der Medizintechnik. „Lebenslanges Lernen ist wichtiger denn je“, sagte sie.

„Wir erleben Veränderungen mit einer unglaublichen Dynamik und Kraft“, bestätigte Theresia Bauer (Grüne), Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Davon sei Baden-Württemberg mit seinem Autosektor besonders betroffen. Man müsse neue Formen der Mobilität entwickeln und sich der Digitalisierung stellen.

Weiterbildungsinitiative

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„Die Digitalisierung wälzt unser ganzes Leben um: Wirtschaft, Medizin, Schule, Privatleben.“ Die Coronakrise zeige, wie robust das Land sei. Die Ministerien für Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur hätten deshalb eine gemeinsame Weiterbildungsinitiative beschlossen.

„Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) ist ein idealer Partner für unsere Strategie“, stellte die Ministerin fest. Denn dort werde Theorie in die Praxis integriert. Außerdem seien diese Hochschulen sehr gut mit Unternehmen vernetzt. Die DHBW sei die größte Hochschule im Land. „Ihre Standorte sollen sich gut entwickeln“, wünscht Bauer sich. „Der Standort Mosbach ist stark. Er hat sich hervorragend entwickelt“, stellte sie fest. „Es gibt keinen Grund, sich um diesen Sorgen zu machen.“ Die Landesregierung plane nicht, sich mit der DHBW aus der Fläche zurückzuziehen.

Bildungsangebot breitgefächert

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Renate Andres stellte die Volkshochschule Buchen (VHS) als Einrichtung mit einem breitgefächerten Bildungsangebot und neun Außenstellen vor. Man könne dort berufliche und kreative Kurse belegen. Flüchtlinge würden in Integrationskursen die deutsche Sprache lernen.

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„Beim Online-Angebot haben wir zugelegt“, sagte Andres. Die VHS werde durch die angeschlossenen Kommunen und den Landkreis sowie zu 70 Prozent durch Teilnehmerbeiträge finanziert. Da im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte der Kurse ausgefallen sei, fehlen der VHS Einnahmen. „Das Jahr 2020 wird ein Desaster werden“, sagte die Geschäftsführerin.

„Kunst und Kultur zeichnen uns als Menschen aus“, sagte Theresia Bauer. „Der Mensch hat das Bedürfnis danach, sich dem Schönen zu widmen.“ Deshalb dürfe Kunst kein Luxusgut sein. Man müsse viel Geld ausgeben, um Einrichtungen und Einzelpersonen aus Kunst und Kultur zu unterstützen. Die Landesregierung wolle 200 Millionen Euro zusätzlich dafür ausgeben, damit „Kunst und Kultur nicht kaputt gehen“, sagte die Ministerin.

Den Wert der VHS betont

Auch Bürgermeister Thomas Ludwig, stellvertretender Vorsitzender der VHS, betonte den Wert der VHS für Bildung und Kultur im ländlichen Raum.

Die Landesförderung für diese solle erhalten bleiben, damit man weiterhin ein finanziell niederschwelliges Angebot machen könne. Renate Andres wies daraufhin, dass man seit fast 20 Jahren anstrebe, dass die Volkshochschulen zu jeweils einem Drittel von Land, Kommunen und über Teilnehmerbeiträgen finanziert werden sollten.

Digitale Endgeräte fehlen

Sie bedauerte außerdem, dass die Integrationskurse seit Mitte Dezember wegen der Pandemie ausfallen mussten. Für Online-Unterricht fehle den meisten Teilnehmern ein geeignetes digitales Endgerät. „Man müsste den Teilnehmern Tablets oder Laptops zur Verfügung stellen“, forderte sie. „Denn Sprachkenntnisse werden schnell vergessen, wenn man nicht übt.“

Die Ministerin informierte in diesem Zusammenhang auf eine vom Landeskabinett beschlossene Weiterbildungsoffensive in Höhe von insgesamt 40 Millionen Euro. 13 Millionen Euro davon sollen die Volkshochschulen im Land erhalten.