Im Rahmen des VHS-Integrationskurses - Astrid Diehm vom Weltladen referierte über fairen Handel und dessen Ziele Damit Menschen auf der ganzen Welt ein besseres Leben führen können

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Buchen. „Aus welchem Land kommen Sie?“, fragte Astrid Diehm, Vorsitzende des Weltladens Buchen und Gemeinderätin, in die Runde des Integrationskurses der VHS am vergangenen Montagmorgen. „Russland, Afrika und Polen“, waren unter anderem die Antworten der Teilnehmenden. Sie alle haben mit den Weltläden eines gemeinsam: Sie sind auf der ganzen Welt beheimatet.

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„Seit 1970 gibt es diese Art von Läden, von denen man über 930 alleine in Deutschland findet und über 2500 weltweit“, erklärt Diehm den interessierten Zuhörern ihres Vortrags. Das entscheidende Alleinstellungsmerkmal der Weltläden ist ihr Handel mit Produkten aus ausschließlich fairem Handel, sogenannten Fairtrade Waren.

Auch Städte können als „Fairtrade-Towns“ auf kommunaler Ebene gezielt den fairen Handel fördern und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich in ihrer Heimat für diese gemeinsame Sache stark machen. Buchen ist eine dieser Städte, die seit dem Jahr 2013 den Titel tragen darf. Damit leistet die Kommune einen nachhaltigen Beitrag zur weltweiten Armutsbekämpfung und zu mehr Gerechtigkeit in den Wirtschaftsbeziehungen mit den jeweiligen Ländern. Denn die wichtigsten Ziele von Fairtrade, auf die auch die Referentin in ihrem Vortrag einging, sind das Verbot illegaler Kinder- und Zwangsarbeit, die Einhaltung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen und garantierte Mindestpreise für Anbauprodukte wie zum Beispiel Kaffee, Tee, Kakao, Honig, Bananen oder Reis.

Als eine Person aus der Gesellschaft, deren Einsatz im Buchener Weltladen alleine auf dem Ehrenamt beruht, stand Diehm vor ihren Zuhörern, um zu erklären, was genau der faire Handel in der Praxis bedeutet. Sie beleuchtete die verschiedenen drei großen Aspekte: Soziales, Umwelt und Wirtschaft. Als übergreifendes Ziel gehe es darum, auf Armut aufmerksam zu machen, sie zu verringern und sich dafür einzusetzen, dass Menschen ein besseres, gesünderes und faireres Leben führen können.

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„Es gibt Kinder, die ohne Kindheit aufwachsen“, so die Referentin, „sie müssen bereits im Alter von fünf Jahren den ganzen Tag arbeiten“. Auch die Sieben-Tage-Woche ist in vielen Ländern, die von Armut betroffen sind, häufig zu beobachten. „Das geht in Indien so weit, dass es den Frauen in Textilfabriken nicht erlaubt ist, während der Arbeitszeit zur Toilette zu gehen. Deshalb trinken sie kaum etwas und werden häufig krank davon“.

Beeindruckt von diesen Erklärungen, durften die Kursteilnehmer zum Abschluss einzelne Unikate bestaunen, die in Handarbeit und Liebe zum Detail gefertigt wurden und in den Weltläden verkauft werden. Darunter ein rotes Spielzeugauto, alleine aus alten Blechen hergestellt, eine schimmernde Perlenkette oder auch ein handbemaltes Holzkreuz.