Gemeinderat Buchen tagte - Drei Straßen werden „verkehrsberuhigt“ / Konflikt wegen landwirtschaftlicher Fahrzeuge Bürger müssen langsamer fahren

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Michael Fürst
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In Buchen wird es weitere verkehrsberuhigte Bereiche geben. In einer Straße, für die sich Anwohner das auch wünschten, bleibt allerdings alles beim Alten.

Tempo 30 wird in der Bettina-von-Arnim-Straße auch weiter gelten. Dafür werden rechts weitere Parkplätze gebaut. Das beschloss der Gemeinderat. © Michael Fürst
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Buchen. Es kommt nicht so häufig vor, dass es bei einem Beschluss des Buchener Gemeinderates eine größere Anzahl an Gegenstimmen gibt: Am Montagabend war das aber so. Acht Gremiumsmitglieder stimmten nämlich dagegen, die Friedrich-Hecker-Straße, die Franz-Sigel-Straße und die Johann-von-Itzstein-Straße im Baugebiet „Hühnerberg“ als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen, die Bettina-von-Arnim-Straße allerdings bei einer Tempo-30-Zone zu belassen. Dass es nun aber doch so kommen wird, dafür sorgten die 20 Ja-Stimmen. Fünf Gemeinderäte enthielten sich.

Verkehrsberuhigter Bereich

Spielende Kinder und Fußgänger dürfen die komplette Straße nutzen. Auto- und Radfahrer müssen besondere Rücksicht nehmen.

Es gilt rechts vor links und es darf nur mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden – auch nachts. Das bedeutet: zwischen vier bis sieben Stundenkilometer.

Fußgänger dürfen nicht behindert oder gefährdet werden. Sie sind gleichberechtigt mit Autofahrern. Fußgänger dürfen den Fahrverkehr nicht unnötig aufhalten.

Es herrscht Überholverbot. Autos müssen warten, wenn nötig anhalten.

Parken ist nur in gekennzeichneten Flächen erlaubt. Das Halten zum Be- und Entladen oder Ein- und Aussteigen ist erlaubt.

Die verkehrsberuhigte Zone endet erst an der Einmündung in eine andere Straße. ms

„Es ist nicht leicht. Irgendjemand treten wir auf die Füße“, hatte Bürgermeister Roland Burger schon vor der Abstimmung bemerkt. Und um das ging es konkret: Eine gewisse Anzahl an Anwohnern (genau konnte das in der Sitzung nicht beziffert werden) hatte zur zweiten Änderung des Bebauungsplans „Hühnerberg“ gefordert, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern in Schrittgeschwindigkeit zu reduzieren. Doch es ist nicht so einfach, alle diese Straßen über einen Kamm zu scheren, denn: In der Bettina-von-Arnim-Straße fahren, im Gegensatz zu den anderen Straßen, viele landwirtschaftliche Fahrzeuge, um die Felder und Äcker dahinter zu bearbeiten. „Hier gab es in der Vergangenheit immer wieder Konflikte zwischen Anwohnern und den Führern der landwirtschaftlichen Fahrzeuge.“ So stand es in der Sitzungsvorlage.

„Meine Einschätzung ist: Die Leute parken auf der Straße, um den landwirtschaftlichen Verkehr zu behindern und dass langsamer gefahren wird“, sagte Bürgermeister Burger recht unverblümt. Um diesen Zustand abzustellen, hat die Stadt nun im hinteren Bereich der Bettina-von-Arnim-Straße auf der unbebauten Seite Fläche gekauft, um dort weitere Parkplätze für die Anwohner zu bauen. Dies war allerdings nicht auf der gesamten Länge der Straße möglich.

Keine Verbreiterung möglich

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Deshalb konnte auch der Idee von Harry Ballweg nicht nachgegangen werden, der angeregt hatte, über eine Verbreiterung der gesamten Straße nachzudenken. Martin Hahn artikulierte, dass der Zufahrtsweg für die Landwirtschaft wichtig sei. Zum Anliegen der Anwohner wurde auch der Bauernverband gehört. Dieser fand einen verkehrsberuhigten Bereich an dieser Stelle „unverhältnismäßig“. Bürgermeister Burger ist sich sicher: „Klar, die Anwohner der Bettina-von-Arnim-Straße werden protestieren.“

Das werden die übrigen Antragssteller der anderen drei Straßen sicher nicht, denn dort wird in absehbarer Zeit ein verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen. Das heißt, dass Anwohner und Passanten dort bald deutlich langsamer fahren müssen (Verkehrsregeln für verkehrsberuhigten Bereich siehe Infobox). Es genügt für die Stadt allerdings nicht, nur ein paar Schilder aufzustellen. In diesen Straßen müssen auch „bauliche Verdeutlichungen“, wie zum Beispiel Pflanzenkübel an den Straßenrändern, vorgenommen werden.

Ressortleitung Leiter der Redaktionen Buchen und Sport