Gastspiel - "ABBA Gold" lieferten in der Stadthalle eine fulminante Show ab und freuten sich über ihr feierfreudiges Publikum Buchen war überaus "ready to party"

Von
Sabine Holroyd
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Buchen. Mamma mia, die "Generation ABBA" versteht zu feiern. Am Mittwoch wackelten deshalb die Wände der Buchener Stadthalle.

Debbie Watt als Agnetha (links) und Claire Trusson als Frida waren die Hingucker bei "ABBA Gold".

© Holroyd
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Die Erfolgsformation "ABBA Gold" lud zum Tanz - und da wollten viele nicht Nein sagen. Ein Revival des legendären Quartetts ist so gut wie ausgeschlossen. Vor kurzem ließen sich Agnetha, Frida, Björn und Benny zwar bei ihrer Restauranteröffnung in Stockholm wieder einmal zusammen blicken, aber das war's dann auch.

Und deshalb ist es gut, dass es "ABBA Gold" gibt.

Motto: Plateau

Die britische Formation mit Debbie Watt als Agnetha, Claire Trusson als Frida, Will Tierney (Björn) und Adam Fletcher (Benny) lieferte in Buchen eine Show mit vielen Höhepunkten ab und - Kompliment an die Jungs in der Band - stand sie in hohen Plateaustiefeln wacker durch.

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Vor knapp 42 Jahren gewann die schwedische Band mit "Waterloo" im englischen Seebad Brighton den "Grand Prix d'Eurovision de la Chanson", wie der Song Contest damals noch hieß.

Ein Siegeszug um die Welt begann, und mit ihm die Diskussion unter denen, die damals Teenager waren: Sind ABBA nun peinlich oder nicht?

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Manche sollen sogar heimlich ABBA gehört und sich offiziell als Deep-Purple-Fan bezeichnet haben.

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Das ist alles Schnee von gestern.

Die Vier von ABBA sind lebende Legenden, und die Vier von "ABBA Gold" - in Buchen begleitet von Bernd Junker (Drums) und Christoph Dubbel (Bass) - gaben sich allergrößte Mühe, dem Original musikalisch so nahe wie möglich zu kommen.

Schon bald waren die Fans in Buchen hin und weg von den altvertrauten Liedern, dem Soundtrack ihrer Jugend. Man fühlte sich wie in einer großen, verschworenen Gemeinschaft, in der man sich auch ohne Worte versteht.

Ein Gefühl wie "damals"

Die Devise lautete: Feiern, Spaß haben und sich wieder fühlen wie damals - auch wenn jeder in der Zwischenzeit seine Narben und Kratzer abbekommen hat. Und bloß nicht daran denken, wie alt man war, als "Ring Ring" oder "Take a Chance on me" auf Schallplatte erschienen. Man will an einem solchen Abend ja nicht einer "Meine Güte, wo ist nur die Zeit geblieben?"-Depression anheimfallen. Ein bisschen sentimental konnte man trotz aller Gegenwehr jedoch schon werden, etwa, wenn man Debbie Watts wunderschöner Version von "The Winner takes it all" lauschte - einer der ganz starken Momente an diesem Abend.

Super gemacht auch das Acoustic Set mit "Angel Eyes", "Head over Heels" und "The Way old Friends do". Und "Adam-Bennys" Frage "Buchen, are you ready to party?" hatte sich bei Knallern wie "Does your Mother know?", "Honey Honey" und "Chiquitita" schnell erübrigt.

Dass das Buchener Publikum zu feiern versteht, war auch den äußerst professionellen Akteuren schnell klar geworden.

Immer wieder lobten sie die "amazing audience" und hatten so richtig Spaß auf der Bühne.

Nicht ohne die "Dancing Queen"

Mit dem Klassiker "Dancing Queen" endete die Show, bei der es schon lange niemanden mehr auf seinem Stuhl gehalten hatte. Logisch, dass Buchen ganz wie im Song "Gimme gimme gimme" mehr wollte. "Welchen Song möchtet Ihr denn noch hören?", fragte "Benny". Klar, da fehlte die ABBA-Hymne schlechthin, "Thank you for the Music".

Man hätte aber auch gerne noch mehr Perlen lauschen können wie "Rock Me", "People Need Love" mit dem lustigen Jodelintermezzo am Schluss, "Nina, pretty Ballerina", "The Day before you came" oder einem anderen der rund hundert Songs, die ABBA veröffentlicht haben.

So aber machte sich die "amazing audience" eben auf den Weg nach Hause - viele gewiss mit einer ABBA-CD im Player und wohl jeder mit der bleibenden Erinnerung an einen tollen Abend.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim