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In der Buchener Stadthalle

Buchen: Badische Landesbühne präsentiert Politthriller von Friedrich Schiller

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In Buchen zeigt die BLB „Kabale und Liebe“ am 18. Januar um 19.30 Uhr in der Stadthalle. © Sonja Ramm

Buchen. „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller ist nicht nur eine mitreißende Liebesgeschichte, sondern auch ein Politthriller mit tödlichem Ausgang. Joerg Bitterich und Petra Jenni inszenieren den Klassiker in Co-Regie an der Badischen Landesbühne. In Buchen zeigt die BLB „Kabale und Liebe“ am 18. Januar um 19.30 Uhr in der Stadthalle.

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Luise liebt Ferdinand, Ferdinand liebt Luise – und doch steht ihre Liebe unter keinem guten Stern. Sie ist die Tochter des Stadtmusikanten Miller, er der Sohn des Präsidenten von Walter. Ihre Väter sind gegen die unstandesgemäße Beziehung und bereit, sie mit allen Mitteln zu verhindern.

Miller fürchtet um den guten Ruf von Luise, der Präsident hat sowieso ganz andere Pläne mit seinem Sohn. Um seinen eigenen Einfluss am Hof auszubauen, will er ihn mit Lady Milford, der Mätresse des Fürsten, verheiraten. Ferdinand rebelliert gegen den Vater: Dessen Allianz- und Machtpolitik ist ihm längst so verhasst wie die Gewaltherrschaft des Fürsten und die verrottete Moral des Hofes.

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Als er miterlebt, wie sein Vater Luise verhöhnt und sie als Hure beschimpft, droht er ihm, die verbrecherische Geschichte seiner Karriere zu enthüllen. Der Präsident muss sich für den Moment geschlagen geben. Ferdinands revolutionäre, die Standesgegensätze aufhebende Leidenschaft wird durch diesen Vorfall jedoch weiter befeuert. Luises Ängste hingegen wachsen zusehends.

Sie fürchtet die Rache des Präsidenten, sieht sich ihrem Vater gegenüber verpflichtet und kann auf die Fluchtpläne ihres Geliebten nicht eingehen. Ferdinand wiederum kann ihre Sorgen nicht nachvollziehen und beginnt, an ihrer Liebe zu zweifeln.

Und genau da greift die hinterhältige Intrige, die der Präsident mit seinem Sekretär Wurm – der selbst ein Auge auf Luise geworfen hat – ausheckt: Sie wollen sie als treulose Geliebte präsentieren, die mit Ferdinand ein doppeltes Spiel treibt. Einmal im Teufelskreis aus Eifersucht und Lügen gefangen, führt der Weg direkt in die Katastrophe.

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Schiller schrieb „Kabale und Liebe“ mit 25 Jahren auf der Flucht aus dem Machtbereich des württembergischen Herzogs Carl Eugen und verarbeitete darin seine Erfahrungen mit Gewalt und Unterdrückung im Absolutismus. Mit der in ihm propagierten Freiheitsidee und mit seiner Kritik an der fürstlichen Willkürherrschaft sorgte das Stück seinerzeit für einen Skandal.

„Was hat uns der Klassiker heute noch zu sagen?“ Diese Frage sei im Zentrum ihrer Auseinandersetzung mit „Kabale und Liebe“ gestanden, erzählen Bitterich und Jenni. „Der historische Kontext, der Absolutismus, die Ständegesellschaft und die religiösen Moralvorstellungen des Bürgertums, spielen natürlich eine wichtige Rolle im Stück, dennoch verhandelt es sehr viele noch heute aktuelle Themen“, sagt Bitterich.

„Im Mittelpunkt steht neben dem historischen Ständekonflikt auch ein Generationenkonflikt. Das Stück erzählt von der ewigen Revolte der Jugend gegenüber dem verkrusteten Establishment, von der Skrupellosigkeit politischer Intrigen sowie von der Unfähigkeit der Liebenden zu gegenseitigem Vertrauen und klärender Kommunikation“, so Jenni.

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