Rocknacht im Museumshof - Auftakt zum Vorsommerfest mit Classic Rock / Buntes Vorprogramm unterhielt die Gäste "Black Shuck" bot zeitlose Kracher

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Mit Seele, Herzblut und Individualität zelebrierte die Walldürner Band "Black Shuck" Rock-Klassiker im Museumshof.

© Hagenbuch

Buchen. Strahlender Sonnenschein beim Buchener Vorsommerfest - schön wär's gewesen. So richtig heiß wurde es am Freitagabend dennoch.

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Das Vorprogramm für "Black Shuck" begann mit Tanzvorführungen in Videoclipdancing und Hip Hop von jugendlichen Schülerinnen der Tanzschule Michaela Metz. Die Mädels brachten ihre energiegeladene Performance trotz des leicht abschüssigen Museumshofes eindrücklich auf den Punkt. Das Publikum war so angetan, dass die Tanzgruppe nach einer Verschnaufpause noch eine Zugabe gab.

Auffallend viele Buchener Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Kurdistan und Somalia besuchten das Vorsommerfest. Mit ihrer ganz eigenen Mentalität bereicherten sie den Abend mit zum Teil ungeplanten Tanz- und Trommeleinlagen.

Trotz der Sprachbarrieren gelang es Ranja aus Kurdistan mit einem Lied über den Freiheitswillen von Vögeln eine nachdenkliche Atmosphäre zu erzeugen. Begleitet wurde er von Horst Berger an der Gitarre.

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Die Kurden Mohammed und Allah brachten arabische Klänge in die Innenstadt. Sie spielten und sangen mit der markantan arabischen Tonleiter, die wenig mit unserem westlichen Tonsysthem zu tun hat, weil sie sich auch einiger Vierteltöne bedient. Anschließend betrat der Iraker Sam Osama die Steinerne Bühne. Ihm war anzumerken, dass er über reichlich Bühnenerfahrung als Sänger verfügt. Seine zwei Rap-Darbietungen erzeugten Beifallsstürme bei den Zuhörern.

Dass die unterkühlte Witterung nicht noch auf die Stimmung durchschlägt, dafür sorgten im Anschluss "Blck Shuck", die sich von den widrigen Umständen nicht unterkriegen ließen und richtig drauflos rockten. Mit vielen Klassikern des Classic Rock heizten "Black Shuck" den gut besuchten Museumshof an und legten sich ordentlich ins Zeug, um Spaß und Energie von der Bühne aufs Publikum zu übertragen.

Fetziger Auftakt

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Am Freitagabend hatte sich die sechsköpfige Formation aus dem Odenwald vorgenommen, den jungen und junggebliebenen Besuchern die Zeit bei der Rocknacht mit zeitlosen Krachern des Genres zu vertreiben. Im Übrigen war es keine Selbstverständlichkeit, dass dieser fetzige Auftakt des Vorsommerfests wie gewohnt über die Bühne gehen konnte. Denn die Veranstalter Stadtkapelle und Kirchenmusik St. Oswald hatten neben dem Wetter noch eine weitere Hürde zu überwinden: Die ursprüngliche verpflichtete Band hatte ihren Auftritt im Vorfeld abgesagt. So musste nach einem kurzfristigen Retter des Abends gesucht werden. Und hier kamen "Black Shuck", die bereits vor sieben Jahren an selber Stelle aufgetreten waren, ins Spiel.

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Bei ihrem Comeback im Museumshof konzentrierten sich die jungen Musiker auf alles, was Rang und Namen in den Achtzigern plus minus ein paar Jahre hatte. Von Manfred Mann bis Scorpions, von Kiss bis Van Halen, die damaligen Hits präsentieren sich in frischem Glanz. Handgemacht statt Knopfgedrückt, mit Seele und Herzblut statt durchprogrammiert. Die sechs Bandmitglieder Felix (Gesang), Joker (Keyboards), Florean und Simon (Gitarren), Daniel (Bass) und Phil an der Schießbude interpretierten die altbekannten Ohrwürmer und Chartstürmer auf ihre Weise - mit individuellem Schuss.

Verpflegt wurden die Besucher im Museumshof unter anderem von frisch zubereiteten Damaskussern", nach original syrischem Rezept. "Black Shuck" soll übrigens der Legende nach ein schwarzer Geisterhund sein, der in England sein sagenhaftes Unwesen getrieben hat. Am Freitagabend bei der Rocknacht, die gut an- und aufgenommen wurde, ging es zum Glück erdiger und handfester zu. chha/hb