Kunstverein Neckar-Odenwald - Start in die neue Ausstellungssaison unter dem Motto "Kontinuität und Fortentwicklung" Authentische und ungewohnte Ausdrucksformen

Lesedauer: 

Frisch renoviert und bereit für die neue Saison: Das Alte Schlachthaus in Mosbach (Bild) ist wie das Kulturforum Vis-à-Vis in Buchen Spielort des Kunstvereins Neckar-Odenwald.

© Kunstverein

Buchen/Mosbach. Die Saison 2015 beginnt beim Kunstverein Neckar-Odenwald: Am kommenden Wochenende startet der diesjährige Ausstellungsreigen im Mosbacher Alten Schlachthaus mit einer Schau der in Heidelberg geborenen und dem "Minimalismus verpflichteten" Künstlerin Jeannette Fabis unter dem Titel "Fehlertoleranzen zwischen H und B".

Einige Neuheiten

AdUnit urban-intext1

Neu ist so manches beim Kunstverein: Seit dem vergangenen Sommer hat der Verein mit Harald Kielmann einen neuen Vorsitzenden. Der Buchener Künstler Werner Zeh wollte sich nach fast 25 Jahren "intensiven Kunstvereins-Managements" verstärkt seiner eigenen künstlerischen Arbeit widmen können.

Neu ist auch das Gesicht des Alten Schlachthauses - dem Mosbacher Spielort des Kunstvereins. Das bedeutende städtische Baudenkmal erfuhr über die Herbst- und Wintermonate eine umfassende denkmalgerechte Sanierung, die nun - bis auf die besonders aufwendig zu restaurierenden Originalfenster - weitgehend abgeschlossen ist.

Mit dem Ausstellungs-Programm 2015 will der Kunstverein an das Konzept der vergangenen Jahre anknüpfen. Und das heißt: Zeitgenössischen künstlerischen Ansätzen soll Raum gegeben werden, denen es nicht um reibungslose Konsumierbarkeit, sondern um authentische und auch ungewohnte Ausdrucksformen geht. Der Kunstverein Neckar-Odenwald hat hier in vielen Jahren engagierter Kunstvermittlungsarbeit eine Balance gefunden, an die auch in diesem Jahr angeknüpft werden soll. Es geht dabei niemals um Provokation um ihrer selbst willen. Vielmehr soll gezeigt werden, was außerhalb der Kunstszene großer Städte kaum gesehen werden kann.

AdUnit urban-intext2

Das Alte Schlachthaus ist natürlich weiter ein Pfund, mit dem der Verein wuchern wird, denn die Räume waren und bleiben von großer Faszinationskraft für die ausstellenden Künstler.

Schwergewichtiger Kontrapunkt

In diesem Jahr werden neben Jeannette Fabis die Namen Michael Bach, Dagmar Hugk, Esther Dischereit und Veruschka Götz dafür bürgen. Auf den Raum hin konzipierte Installationen aus ganz unterschiedlichen künstlerischen Herkünften werden hier den Schwerpunkt bilden. Malerei von Michael Bach, einem Meisterschüler Gerhard Richters, bildet einen schwergewichtigen Kontrapunkt im Programm.

AdUnit urban-intext3

Fast umgekehrt die programmbestimmenden Kunst-Genres im Buchener Kulturforum Vis-à-Vis, dem anderen Schauplatz der Arbeit des Kunstvereins. Hier wird im Laufe des Jahres Malerei und Zeichnung den Ton angeben. In der Einzelausstellung "Heimatkunde von A-Z" von Sonja Streng ebenso wie in der Doppelausstellung "Malerei im Dialog" mit Arbeiten von Andrea Behn und Antje Hassinger.

AdUnit urban-intext4

Das weitläufige Kulturforum, das leer einer großen Leinwand - einer "Tabula rasa" - gleicht, ist besonders geeignet für Gruppenausstellungen mit Arbeiten von großer Gegensätzlichkeit, was man im Kunstverein stets zu nutzen weiß. In diesem Jahr wieder mit einer Mitgliederausstellung, diesmal unter dem Motto "Blick" und einer von Eric Decastro initiierten Gemeinschaftsausstellung unter dem Titel "Snafu 2", wohinter sich eine Gruppe von zehn sehr unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten verbirgt.

Der Kunstverein will 2015 aber noch mehr tun als "nur" Ausstellungen auszurichten. Ein Sommerfest "Kunst im Park" soll die Kunstfreunde zusammenführen und den aktiven Mitgliedern des Vereins Gelegenheit geben, ihre Arbeiten zum Verkauf anzubieten. Eine szenische Lesung der Badischen Landesbühne mit Thomas Brasch und die Aufführung des lyrisch-philosophischen Essayfilms von Philipp Hartman, "Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe", werden im Alten Schlachthaus Einzelevents von großer künstlerischer Kraft werden.

Der 12. April also in Mosbach, der 19. April in Buchen - dies sind die Starttermine für die Kunstsaison des Kunstvereins, wo man sich einig bleibt: Auch im digitalen Zeitalter wird die wichtigste Erfahrung Bildender Kunst analog und ganz physisch im Raum stattfinden. Und weiterhin Gelegenheit sein zur persönlichen Begegnung mit dem Künstler.