Entsorgungszentrum „Sansenhecken“ - Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, informierte sich über nachhaltige Abfallwirtschaft Anteil an Verpackungsmüll deutlich gestiegen

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Minister Peter Hauk (Mitte) informierte sich in der vergangenen Woche über die Abfallwirtschaft im Neckar-Odenwald-Kreis. Beim Rundgang über das AWN-Gelände in Buchen war auch die Herstellung von Pflanzenkohle ein wichtiges Thema. © Tobias Münch

Buchen. Eine nachhaltige Abfallwirtschaft beginnt beim Kaufverhalten der Konsumenten. Jeder einzelne hat es selbst in der Hand, wie viel Plastik- und Restmüll durch den eigenen Lebensstandard produziert wird.

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„Gerade die Corona-Pandemie zeigt uns, dass das Restmüllaufkommen deutlich gestiegen ist“, erklärte AWN-Geschäftsführer Dr. Mathias Ginter vergangene Woche beim Besuch des Ministers für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, MdL. Hauptsächlich der Anteil von Verpackungsmaterial sei bundesweit um rund 16 Prozent angestiegen, fügte der Aufsichtsratsvorsitzende der AWN, Dr. Achim Brötel an.

Für Minister Hauk war dies einmal mehr wichtig darauf hinzuweisen, dass der Kauf beim Händler vor Ort diesen Anstieg deutlich geringer halten könne. „Seit der Pandemie hat der Onlinehandel nochmals an Kundschaft gewonnen. Jedem muss dabei aber klar sein, was er damit anrichtet. Nicht nur, dass Einzelhändler in der Innenstadt aufgeben, sondern, dass eben auch Massen von Verpackungsresten anfallen. Solidarisch und nachhaltig ist das nicht“, so Hauk.

Auf die Nachfrage des Ministers, welchen Zuspruch die Bio-Tonne erfahre, zeigte sich Ginter erfreut: „Es war der richtige Weg, die Tonne zunächst zwanglos einzuführen. Nach aktuellem Stand haben wir eine Anschlussquote von über 50 Prozent; das ist ordentlich, allerdings ist eben auch noch Luft nach oben, und es wird in Zukunft triftige Gründe brauchen, keine Bio-Tonne zu haben. Zu wertvoll sind die biologischen Stoffe, die immer noch im Restmüll landen“, sagte der AWN-Geschäftsführer. Aus solchen biologischen Stoffen ließe sich Wertvolles herstellen und in den Stoffkreislauf zurückführen. Als prominente Beispiele dafür nannte Ginter Pflanzenkohle und „Terra Preta“, die beide am Standort der AWN in Buchen hergestellt werden. Beim Rundgang über das Betriebsgelände lobte Minister Hauk die innovativen Ansätze, wie aus scheinbarem Abfall echte Mehrwerte für die Natur geschaffen werden. Besonderes Potenzial sah Hauk bei der Herstellung von Pflanzenkohle und „Terra Preta“.

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„Was ursprünglich als Wundererde des Amazonas gilt, gibt es auch hier bei uns im Neckar-Odenwald-Kreis“, so der Minister. „Terra Preta“ gelte als Wasser- und Nährstoffspeicher und sorge dafür, dass Humussubstanzen weniger schnell abgebaut werden. Dabei sei „Terra Preta“ ein hervorragender Kohlenstoffspeicher.

„Eben solche Kostbarkeiten können entstehen, wenn vermeidlicher Abfall fachgerecht verwertet wird. ,Terra Preta’ setzt sich nämlich überwiegend aus Rasenschnitt, eigens hergestellter Pflanzenkohle und Ton zusammen. Wenn möglich, wollen wir diesen wertvollen Stoff bald auch der Bevölkerung in Kleinstmengen zum Verkauf anbieten. Gerade für Kleingärtner ist dies ein echtes Highlight“, sagte AWN-Geschäftsführer Ginter.