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Mediothek - Leiterin Ilona Wild hat Wettbewerb für kreative Ideen ausgelobt / Wieder Führungen und Lesung geplant

Wettbewerb: Name für „Medienrückgabe” in Boxberg gesucht

Rund um die Uhr können in der Mediothek ausgeliehene Bücher und andere Medien zurückgegeben werden. Die graue Box an der Eingangstür soll nun einen kreativen Namen erhalten. Dazu wurde ein Wettbewerb ins Leben gerufen.

Von 
Diana Seufert
Lesedauer: 

Boxberg. Unscheinbar steht der Metallkasten rechts neben dem Eingang zur Mediothek. „Medienrückgabe“ prangt in großen Buchstaben auf der Vorderseite mit der breiten Einwurfklappe. Mausgrau scheint sich die Box fast verstecken zu wollen. Aber genau das soll sie nicht.

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„Die Box soll in den Köpfen der Leute verankert sein“, will Ilona Wild. Deshalb ruft die Leiterin der städtischen Einrichtung alle auf, an der Namensgebung mitzumachen. Seit mehr als einem Jahr erleichtert die Box allen die Rückgabe von Bücher und CDs, die es zu den Öffnungszeiten der Mediothek nicht geschafft haben, ihre Ausleihe zurück zu bringen. „Das ist schon eine tolle Sache für den ländlichen Raum.“ Nun soll die gut einen Meter hohe Box einen kreativen Namen bekommen, hofft Wild – und hat dazu einen Wettbewerb ausgelobt.

Für den Medienrückgabe-Kasten am Eingang zur Boxberger Mediothek sucht Leiterin Ilona Wild noch einen kreativen Namen und hat dazu einen Wettbewerb ins Leben gerufen. © Seufert

Ob Einzelpersonen, Gruppen oder auch Schulklassen: Teilnehmen kann jeder, der Lust hat. „Einfach per Mail bis Ende Juni einen Namens-Vorschlag schicken“, erklärt Wild. Eine Jury soll dann den besten Namen küren, der künftig auf der Box stehen wird. Einzige Bedingung: Die Bezeichnung muss mit der Aufgabe, also der Medienrückgabe, in Beziehung stehen. Aber danach seien der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wer der Jury angehören wird, steht laut Ilona Wild noch nicht fest.

Die Medienrückgabe-Box hat die Kommune nach einer Ausschreibung des Deutschen Bibliotheksverbands mit einer 75-prozentigen Förderung aus dem Soforthilfeprogramm 2020 „Vor Ort für alle“ erhalten. Mit diesem Programm wurden bundesweit zeitgemäße Bibliothekskonzepte in Kommunen mit bis zu 20 000 Einwohnern gefördert. Ziel war es, Bibliotheken als „Dritte Orte“ auch im ländlichen Raum zu stärken und damit einen Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen im ländlichen Raum zu leisten. Die Mittel stammten aus dem Bundesprogramm „Ländliche Entwicklung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

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Ilona Wild ist froh, dass Boxberg den Zuschlag dafür bekommen hat. Es sei schon eine prima Erleichterung, auch wenn viele Nutzer der Mediothek darüber noch immer nicht so richtig Bescheid wüssten. Denn rund um die Uhr können die Ausleihen dort eingeworfen werden. Über den Code auf dem jeweiligen Medium seien sie dem Ausleiher zuzuordnen und würden über das Verwaltungssystem zurückgebucht. Angst, dass die Bücher beschädigt werden können, müsse man auch nicht haben. „Sie fallen in einen gepolsterten Sack, da passiert nichts.“ Und auch sonst sei noch nichts passiert, versichert Wild, dass bisher kein „Falschwurf“ in der Box gelandet ist.

Familienbibliothek auf Instagram

„Wir sind eine kleine Bibliothek auf dem Land und wollen vor allem Familien und junge Leser erreichen“, hat sich Ilona Wild ein festes Ziel gesetzt.

Bisher hat das aus ihrer Sicht sehr gut funktioniert. Um noch mehr potenzielle Bücherwürmer zu finden, hat sie vor kurzem einen neuen Schritt gewagt: Die Mediothek ist auf Instagram vertreten und damit eine der wenigen kommunalen Büchereien im Kreis. Vom Büchertisch zu einzelnen Themengebieten bis zu Infos zur Online-Ausleihe gibt es auf dem Kanal vieles zu entdecken. Damit wolle sie das Interesse am Lesen und der Mediothek wecken. Über Online-Seminare hat sie sich fortgebildet, was ihr sehr hilft.

Ausgezeichnet wurde die Mediothek jüngst vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Stiftung Lesen. Honoriert wurde die engagierte Teilnahme an der Aktion „Lesestart 1-2-3“ für Kinder ab zwei Jahren. Mit Bilderbüchern will man schon die Kleinsten an die Welt der Geschichten heranführen.

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Diana Seufert
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Stark engagiert sich Ilona Wild auch für Ukraine-Flüchtlinge wegen des Kriegs in deren Heimat. Kinderbücher auf Ukrainisch liegen aus, Sachbücher über die Ukraine, Russland oder auch Infos zu Krieg sind zu finden.

Für einige Einschnitte hat die Corona-Pandemie in der Familienbücherei gesorgt. „Die Ausleihzahlen sind stark zurückgegangen“, berichtet die Leiterin. Froh ist sie, Teil der Onleihe Heilbronn-Franken zu sein, bei der digitale Medien auf ein Tablet oder eine E-Book-Reader ausgeliehen werden können. Auch Führungen durften nicht mehr stattfinden. Nun kann sich das ändern, es gibt schon die ersten Termine für einen Rundgang durch die Räume. Die Aktion „Heiß auf Lesen“ ist im Sommer ebenfalls wieder geplant.

Es hat sich trotz aller Einschränkungen einiges getan während der Corona-Pandemie, erzählt Wild. Die Zeit hat sie genutzt, um den Bestand der aktuell rund 15 000 Medien zu sichten und teilweise neu zu ordnen. „Alles, was wir aussortiert haben, landete im Bücherbaum und fand großen Absatz“, berichtet sie. Die Aktion sei ein voller Erfolg gewesen. Im Sommer sollen wieder ausgemusterte Bücher, CDs und andere Medien unter dem schattigen Baum vor dem Gebäude direkt neben der Umpfertalhalle ausgelegt werden, die jeder Besucher mitnehmen kann. Gut eingeschlagen hat auch der Bücherdienst, um die Kunden mit entsprechendem Lesestoff zu versorgen.

Und Ilona Wild gibt noch einen kleinen Ausblick auf eine Lesung mit Ulrike Sosnitza. Sie wird am 3. Juli aus ihrem Roman „Die Glücksschneiderin“ lesen, wenn sich an diesem Tag vieles rund um das Thema Nähen und Nachhaltigkeit drehen wird. „Man muss nicht jedes Kleidungsstück gleich wegwerfen“, ist die Meinung von Ilona Wild. Passend dazu ist am 15. Oktober das „Klimabündnis Umpfertal“ mit einem „Markt der Möglichkeiten“ vorgesehen, das sich ebenfalls als Nachhaltigkeitsveranstaltung versteht. Beteiligen will sich neben dem Nabu und Pfarrer Heiner Kücherer auch der Verein Akzente, der die Pflanzenbörse fortführt.

Jetzt muss aber erst einmal ein kreativer Name für die „Medienrückgabe“ gefunden werden.

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