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Achatiuskapelle

Spezielle Wohngemeinschaft besucht

Vortrag über Lebensweise der Fledermäuse von Stephan Hielscher

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feu
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Naturschutzbeauftragter Stephan Hielscher (links) erläuterte am Modell Lebensweise und Jagdgewohnheiten der Fledermäuse. © Ulrich Feuerstein

Grünsfeldhausen. Fledermäuse sind die treuesten Kirchenbesucher. Eine stattliche Kolonie lebt beispielsweise auf dem Dachboden der Achatiuskapelle. Spannende Einblicke in eine sehr spezielle Wohngemeinschaft gab ein von Kulturverein und Kirchenbauförderverein organisierter Vortrag.

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Die Geschichte der Achatiuskapelle skizzierte Alfred Beetz. Der Vorsitzende des Kirchenbaufördervereins und stellvertretende Vorsitzende des Kulturvereins verwies auf die früheste urkundliche Erwähnung des romanischen Kleinods im Jahre 1362. Damit sei die Achatiuskapelle die älteste noch erhaltene Kirche im Stadtgebiet. Zusammen mit der Ulrichskapelle in Standorf und der Sigismundkapelle in Oberwittighausen bilde sie eine Trias, die nach dem Urteil von Historikern im Zuge der Kreuzzüge als Erinnerung an die Jerusalemer Grabeskirche errichtet worden seien.

Beetz erinnerte auch an die vor wenigen Jahren abgeschlossene Sanierung der Achatiuskapelle. Maßnahmen seien notwendig geworden, weil Dachboden, Kapellendecke, aber auch die eindrucksvollen Deckenfresken in einem schlechten Zustand gewesen seien. Entdeckt habe man in diesem Zusammenhang auch die Fledermauskolonie im Dachboden. Dort halten sich von April bis Oktober rund 400 Große Mausohren, eine der größten heimischen Fledermausarten, auf. Bis zu 150 Jungtiere ziehen sie hier groß.

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Über deren Bedeutung informierte Stephan Hielscher. Der Naturschutzbeauftragte des Main-Tauber-Kreises erklärte anhand zahlreicher Bilder und an einem Modell die Eigentümlichkeiten der Fledermäuse. Seine Ausführungen über die Lebensweise und Jagdgewohnheiten der Tiere faszinierten die Zuhörer.

Hielscher wies auch darauf hin, wie bedroht die Tierart ist. Durch den Einsatz hochgiftiger Holzschutzmittel in den Quartieren und Insektiziden in der Landwirtschaft sei das Große Mausohr bis Mitte der 1970er Jahre in Baden-Württemberg fast ausgestorben. Umso lobenswerter fand der Naturschutzbeauftragte, dass bei der Sanierung der Achatiuskapelle auf die Fledermauskolonie Rücksicht genommen wurde.

Im Anschluss versuchten die Teilnehmer der Veranstaltung, einen Blick auf die ausfliegenden Fledermäuse zu erhaschen. Stephan Hielscher hatte einen „Bat-Detektor“ dabei, der die hochfrequenten Schreie der Fledermäuse hörbar machen konnte. Mithilfe einer „Fledermaus-App“ demonstrierte er zudem die unterschiedlichen Rufe, mit denen die Fledermäuse sich orientieren und auf die Jagd gehen. feu

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