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Bestattungswesen - Wunsch von Bürgern sorgte für lebhafte Diskussionen im Gemeinderat / Stadtverwaltung soll Gebühren für die Kosten kalkulieren

Rasengräber für Sargbestattungen spalteten das Gremium

Von 
Peter D. Wagner
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Boxberg. Lebhafte und teilweise kontroverse Diskussionen gab es im Boxberger Gemeinderat über das Pro oder Contra von Rasengräbern für Sargbestattungen. Auslöser war insbesondere ein Antrag einer Bürgerin aus der Stadt Boxberg auf Einrichtung entsprechender Rasengräber, den Bürgermeisterin Heidrun Beck bekanntgab und damit bewusst eine Auseinandersetzung über dieses Thema im Gremium initiierte.

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„Damit gemeint sind nicht die Urnenrasengräber, die unsere Friedhofssatzung ausdrücklich zulässt, sondern Rasengräber mit Sargbestattungen“, unterstrich Heidrun Beck explizit. „Es gibt einen Stadtteil, in dem dies entgegen unserer Satzung tatsächlich möglich ist, aber um ungerechte Ungleichbehandlung auszuschließen, gibt es diese Art von Rasengräbern derzeit nicht im Stadtgebiet“, konstatierte sie.

Aus Sicht der Menschen, die auf diese Weise bestattet werden möchten oder aus Sicht der Angehörigen sei dieser Wunsch durchaus nachvollziehbar, zumal bei einem Rasengrab keine Grabpflege erforderlich sei. „Solche Gräber setzen sich jedoch mit unterschiedlicher Zeit“, schilderte Beck eine gravierende Problematik. Daher müsse immer wieder ein Bodenausgleich erfolgen, um den Rasen ordentlich pflegen zu können.

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Einerseits sei es eine Frage der Kostenkalkulation und andererseits der verfügbaren Personalressourcen, sofern der städtische Bauhof die jeweiligen Bodenauffüllungen und die Rasenpflege übernehmen sollte. „Wir merken es auf unseren Friedhöfen, wo bisher geringfügig Beschäftigte die Hauptarbeit leisten, dass es immer schwieriger wird, zukünftig entsprechendes Personal zu finden. Ich weiß auch, was uns erwartet, wenn die Rasengräber dann nicht ordentlich gemäht sind“, gab die Rathauschefin zu bedenken.

Pro und Contra

Dementsprechend fielen bei der Diskussion die Argumente der Ratsmitglieder für oder gegen die Gewährung von Rasengräbern für Sargbestattungen aus, wofür auch eine Änderung der geltenden Friedhofssatzung notwendig wäre. Einhergehen wurde der Hinweis vorgebracht, dass es beispielsweise auf Friedhöfen in den Städten Bad Mergentheim, Lauda-Königshofen und Wertheim bereits solche Rasengräber gebe.

Wo es möglich sei, so ein geschlossenes Feld für diese Bestattungsform anzulegen, sollte dies auch getan werden, lautete exemplarisch ein Pro-Argument. Es seien nicht einzelne, sondern mehrere Personen, die diesen Wunsch haben.

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Warum solle man diesen Menschen also nicht entgegenkommen, wenn die Möglichkeit dazu bestehe. „Wollten diese es auch, wenn es möglicherweise das Doppelte kosten würde als eine Boden- oder Grabplatte?“, regte Beck ebenfalls zu Überlegungen und Abwägungen an.

Vielseitige Übereinstimmung bestand in der Hinsicht, dass die über Jahre hinweg anfallenden Gebühren und Kosten schon im Vorfeld kalkuliert sowie erhoben werden müssten. Ebenso müsse gleich von Anfang an ganz klar geregelt werden, wer für die Pflegearbeiten auf Dauer verantwortlich sei. Dem hielt die Bürgermeisterin entgegen, dass damit keine Anpassung mehr an Entwicklungen steigender Personalkosten möglich wäre.

„Wir haben in unserem Stadtgebiet schon genügend Bestattungsformen. Wenn man Rasengräber für Sargbestattungen erlauben würde, dann lediglich auf ein oder zwei Friedhöfen. Allerdings wird es nicht lange dauern, dass sich Stimmen aus anderen Ortsteilen melden, die ebenso dort auch eine diese Bestattungsform fordern. Das gibt dann wieder endlose Debatten“, lauteten weitere Bedenken.

Eine weitgehend wild wachsende und blütenreiche Blumenwiese anstelle eines regelmäßig gemähten Rasens werde voraussichtlich zu Konflikten mit Eigentümern von sehr sorgsam gepflegten Grabstätten führen.

Die Stadtverwaltung könne Kostenkalkulationen erarbeiten, um eine konkretere Basis für weitere Diskussionen zu schaffen, zumal die Friedhofssatzung in absehbarer Zeit sowieso angepasst werden müsse, schlug Heidrun Beck abschließend vor.

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