Energieerzeugung - Gemeinderat stimmte Bau einer Photovoltaikanlage auf der Kläranlage in Unterschüpf zu Öko-Strom-Happen für den größten „Stromfresser“ der Stadt

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Harald Fingerhut
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Auf der Sammelkläranlage in Unterschüpf wird eine Photovoltaikanlage installiert. Sie wird 15 Prozent des jährlichen Strombedarfs der Anlage erzeugen. © Stadt Boxberg

Die Kläranlage Unterschüpf ist der größte Stromverbraucher bei den städtischen Anlagen. Ein Teil des Bedarfs soll künftig durch eine Photovoltaik-Anlage gedeckt werden.

Im Gemeinderat notiert

Der Boxberger Gemeinderat behandelte die der während der Offenlegung eingegangenen Anregungen zum Bebauungsplan „Lindenrain II“, Gemarkung Boxberg. Einstimmig billigte das Gremium den n Vorschlag der Verwaltung zur Beantwortung beziehungsweise Abwägung der Anregungen und fasste einstimmig den Satzungsbeschluss für die Aufstellung des Bebauungsplans.

Einstimmig legte der Gemeinderat die Namen von zwei Straßen in Schweigern fest. Die Erschließungsstraße für die Erweiterung des Baugebietes Dell-Epplinger Weg wird „Sonnenstraße“ heißen. Die Stichstraße im Sondergebiet „Stütze“ erhält den Namen Simonswolder Weg. Bürgermeister Krämer ergänzte, dass im Neubaugebiet von 46 Bauplätzen über 30 schon reserviert sind. hut

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Boxberg. 351 221 kWh an Strom benötigt die Sammelkläranlage in Unterschüpf im Jahresdurchschnitt. Hierdurch entstehen Energiebezugskosten von rund 70 000 Euro (netto) im Jahr. Damit ist die Anlage der größte Stromverbraucher der Stadt Boxberg. Durch die Installation einer Photovoltaikanlage will die Stadt nun dazu beitragen, den großen Hunger des „Stromfressers“ zu stillen. Der Gemeinderat gab in seiner Sitzung am Montag in der Boxberger Umpfertalhalle grünes Licht.

„Daher hat die Stadt Boxberg die Zeag aus Heilbronn gebeten, die Installation einer Photovoltaikanlage auf der Kläranlage zu prüfen“, erläuterte Bürgermeister Christian Kremer. „Der dort erzeugte Strom könnte direkt auf der Kläranlage verbraucht werden.“

Die Prüfung durch das Energieunternehmen ergab, dass der Bau von Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Schlammlagers sowie der Gebläsestation möglich ist. Die Anlage auf der Klärschlammhalle hätte eine Ost/West-Ausrichtung und eine Leistung von 40 kWp. Der erwartete durchschnittliche Stromertrag liegt bei 38 000 kWh im Jahr. Dies entsprich durchschnittlich dem Jahres-Stromverbrauch von rund 13 Haushalten. Die Einsparung von CO2-Emissionen beträgt rund 44 Tonnen pro Jahr (gegenüber Strom aus Braunkohle).

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Die geplante Anlage auf dem Gebläse-Stationsgebäude hätte eine Süd/Ost-Ausrichtung und eine Leistung von 15 kWp . Der erwartete durchschnittliche Ertrag liegt bei 14 250 kWh im Jahr. Der Stromertrag der Anlage reicht durchschnittlich für rund fünf Haushalte. Die Einsparung von CO2-Emissionen beträgt circa 17 Tonnen pro Jahr.

Dies ergibt eine Gesamtleistung der Photovoltaikanlage von 55 kWp. Dies entspricht einem Anlagenertrag von 52 250 kWh/a und bedeutet eine Deckung von 15 Prozent des Stromverbrauchs der Sammelkläranlage durch Solarstrom. Die Eigenverbrauchsquote liegt deshalb bei 100 Prozent. Die Kosteneinsparung für die Stadt durch die Vermeidung von Strombezugskosten beträgt in den ersten 20 Jahren rund 182 295 Euro, also durchschnittlich 9115 Euro pro Jahr, sowie in den darauffolgenden zehn Jahren 107 508 Euro, also durchschnittlich 10 751 Euro pro Jahr.

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Die Kosten der Photovoltaikanlagen belaufen sich auf rund 80 000 Euro. Die Amortisation der Anlagenkosten ist somit bereits nach neun Jahren gegeben. Der Gewinn nach 30 Betriebsjahren beträgt rund 205 803 Euro. Zudem leistet die Photovoltaikanlage einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende. Die Einsparung von CO2-Emissionen beträgt circa 61 Tonnen pro Jahr.

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Auf Nachfrage aus dem Gemeinderat, warum denn die Zeag als Projektierer vorgeschlagen werde und warum nicht die Bürgerenergie Boxberg die Photovoltaikanlage betreibe, meinte Bürgermeister Christian Kremer, dass im Falle des Betriebs durch die Bürgerenergie Boxberg der Aufwand für das Umschreiben der Satzung unverhältnismäßig groß wäre. Weiter stellte er fest, dass die Konditionen der Zeag für die Stadt äußerst günstig seien.

Weiter wurde aus dem Gremium gefragt, ob denn nicht auch die Möglichkeit bestünde, eine Biogasanlage einzurichten. Betriebsleiter Anton Kappes machte deutlich, dass die Unterschüpfer Kläranlage dafür nicht ausgerichtet sei. Die Anlage sei zu klein. Weiter sagte der Betriebsleiter, dass auf dem Gelände keine großen Aufgrabungen notwendig seien, weil bereits Leerrohre verlegt worden seien, die nun genutzt werden können.

Eine weitere Wortmeldung richtet sich auf die Möglichkeit, auch Freiflächenphotovoltaik auf nicht benötigten Flächen auf dem Areal zu installieren. Dies sei mittlerweile kaum teurer als die Dachvariante. Bürgermeister Christian Krämer erklärte, dass dies nicht vorgesehen sei. Der Gemeinderat stimmte dem Bau der Photovoltaikanlage einmütig zu.

Redaktion Stellvertretender Redaktionsleiter der Main-Tauber-Kreis-Redaktion, Schwerpunkte auf den Kommunen Königheim und Tauberbischofsheim.