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Gemeinderat Boxberg - Zweiten Schritt in Richtung Realisierung des Großprojekts unternommen

Hofmann-Menü zieht es auf den Seehof

Von 
Werner Palmert
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Die Planungen für die komplette Betriebsumsiedlung der Firma Hofmann-Menü mit Hauptsitz in Schweigern sind bereits weiter vorangeschritten. © Werner Palmert

Die geplante Umsiedlung aller drei Produktionsstandorte der Firma Hofmann-Menü auf ein Gelände an der alten Straße zwischen Windischbuch und Bobstadt im Gewerbegebiet Seehof wird den Boxberger Gemeinderat wohl noch länger beschäftigen.

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Boxberg. Mit der Vergabe der Ingenieurleistungen für den dafür erforderlichen Bebauungsplan, dessen Aufstellung bereits am 19. Juli beschlossen wurde, haben die Boxberger Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung den zweiten Schritt zur Realisierung dieses Großprojekts gemacht. Mit dem Bebauungsplan sollen die baurechtlichen Grundlagen für die Umsiedlung geschaffen werden.

Seit der Vorstellung des Projekts durch die Vertreter von Hofmann-Menü in der Sitzung vom 28. Juni sind die Planungen für das Bauvorhaben weiter vorangeschritten, wie Bürgermeisterin Heidrun Beck das Gremium informierte.

Ursprünglich war angedacht, dass Hofmann Menü die Kosten für die Erstellung des Bebauungsplans übernimmt. Das Unternehmen hat nun aber darum gebeten, dass die Stadt Boxberg die anfallenden Kosten für den Bebauungsplan und die für die Aufstellung notwendigen Gutachten trägt. Diese Vorgehensweise sei auch grundsätzlich üblich und wurde in der Vergangenheit mehrfach so praktiziert. Die anfallenden Kosten fließen dann in die Kaufpreiskalkulation ein und sind vom Erwerber des Grundstückes zu tragen.

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Die Stadtverwaltung Boxberg hat daraufhin das Ingenieurbüro Jouaux gebeten, ein Angebot für die Erstellung des Bebauungsplanes vorzulegen. Das Ingenieurbüro hat bereits die letzte Erweiterung des Bebauungsplanes Stichel-Herdgasse in Schweigern für die Hofmann-Menü ausgearbeitet und ist daher bereits mit der Firma, den vorhandenen Produktionsanlagen sowie insbesondere den Anforderungen an ein Kühllager vertraut. Aus diesem Grund ist das Büro bereit, einen Nachlass von zirka 50 Prozent zu gewähren. Die Angebotssumme liegt damit bei rund 55 250 Euro. Um einen genehmigungsfähigen Bebauungsplan zu erstellen, werden darüber hinaus weitere Gutachten notwendig sein. Wie bei allen Bebauungsplänen ist eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung erforderlich. Hierfür liegt der Stadtverwaltung ein Angebot der Firma Klärle aus Weikersheim in Höhe von 4200 Euro plus fünf Prozent Nebenkosten und der Mehrwertsteuer vor. Das Büro hat sich bereiterklärt, kurzfristig mit den Bestandsaufnahmen zu beginnen, um noch rechtzeitig im Jahr die notwendigen Daten erheben zu können. Darüber hinaus ist absehbar, dass ein immissionsschutzrechtliches Gutachten notwendig ist. Hierfür liegt der Stadt Boxberg derzeit ein Angebot der Firma Lohmeier über 18 800 Euro vor.

Weitere Gutachten könnten von den Fachbehörden noch verlangt werden. Eine Stellungnahme der Landesanstalt für Schweinezucht (LSZ) und deren Zukunftsplanungen liege auch noch nicht vor, wie Heidrun Beck den weiteren Verfahrensweg skizzierte. Die Rathauschefin zeigte sich diesbezüglich jedoch optimistisch. Mit der Vergabe der Ingenieurleistung für den Bebauungsplan kann das Verfahren jetzt zügig vorangebracht werden.

Auch das Thema Aufgabe der Kläranlage Uiffingen und Bau eines Abwassersammlers nach Wölchingen wurde im Gremium eingehend behandelt. In seinen dafür nötigen fachlichen Erläuterungen erinnerte Dieter Braun nochmals an das Abwasserkonzept der Stadt aus dem Jahre 2008, das bis 2025 Investitionen von rund 13 Millionen Euro in der Abwasserbeseitigung vorsieht. Geplant ist die Stilllegung der Kläranlage Uiffingen bis 2024. Als mögliche Varianten für den Kanal nach Wölchingen ist eine Freispiegelleitung oder eine Pumpleitung möglich. Hier sei die Kostenfrage zu klären. In jedem Fall wird der Neubau eines Regenüberlaufbeckens auf der Kläranlage notwendig.

Die Kleinkläranlage Uiffingen wurde 1977 in Betrieb genommen und seitdem nicht wesentlich verändert. In absehbarer Zeit stehen größere Unterhaltungsmaßnahmen an. Auch das Gebäude selbst befindet sich in schlechtem Zustand. Für diese Unterhaltungsmaßnahmen werden vom Land keine Zuschüsse gewährt. Nach den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft fördert das Land allerdings die Aufgabe von Kleinkläranlagen und den Anschluss an eine Sammelkläranlage. Diese Maßnahmen haben bei der Bezuschussung eine sehr hohe Priorität. Voraussetzung für den Zuschussantrag ist eine abgeschlossene Planung. Daher ist von Seiten der Verwaltung beabsichtigt, zum 1. Oktober 2022 einen Zuschussantrag beim Landratsamt für die Aufgabe der Kläranlage Uiffingen und den Bau eines Abwassersammlers nach Wölchingen einzureichen. Nach den aktuellen Förderrichtlinien beträgt der Fördersatz 80 Prozent. Nach intensiver Aussprache wurden die Ingenieurleistungen an das Büro Jouaux vergeben, da dieses Büro sich sehr gut mit den gesamten Abwasseranlagen der Stadt Boxberg auskenne und bereits die Aufgabe der Kleinkläranlage Bobstadt und den Bau eines Abwassersammlers nach Schweigern geplant und begleitet hat.

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In der Sitzung am Montag beschlossen die Stadträte auch die Renaturierung des Windischbücher Grabens. Für das Projekt zum Gesamtpreis von 232 000 Euro erwartet die Stadt einen Zuschuss von rund 142 000 Euro. Bereits im Juni 2017 wurden dem Gemeinderat die vom Ingenieurbüro Jouaux erstellte Planungen zur Renaturierung des Windischbücher Grabens vorgestellt. Durch die Maßnahme soll aus dem vollständig begradigten Bachlauf ein gewundener, naturnaher Bachlauf mit ökologisch wertvollen Strukturen entwickelt werden. Die gewässerökologische Aufwertung bezieht sich auf das Gewässerbett, die Uferbereiche und den Gewässerrandstreifen. Als Nebeneffekt kann für die Windischbücher Bevölkerung ein Schutz bei Starkregenereignissen geschaffen werden. Wie Dieter Braun in der Sitzung informierte, soll entlang des Grabens auch ein Fußweg zum bestehenden Gewerbegebiet Seehof angelegt werden. In der Aussprache wurde das Vorhaben begrüßt, gleichzeitig aber auch Bedenken geäußert, ob der Graben und das damit verbundene Feuchtbiotop überhaupt genügen Wasser führen würden. Weitere Tagesordnungspunkte waren die Genehmigung mehrerer Baugesuche im gesamten Stadtgebiet, die Verpachtung der Fischwasser auf den Gemarkungen Boxberg, Wölchingen, Kupprichhausen, Lengenrieden, Schweigern, Uiffingen und Unterschüpf, der Spendenbericht für das erste Halbjahr 2021 und die Anmietung von Kopierern für das Rathaus und die Boxberger Schulen. Einstimmig war auch der Beschluss für die Satzung zur Ergänzung der zweiten Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes „Dell-Epplinger Weg“. Unter Punkt Verschiedenes wurde die Verunreinigung und Zerstörung auf öffentlichen Spielplätzen angesprochen und es wurde bemängelt, dass nicht genügend über den geplanten Glasfaserausbau durch die BBV Deutschland informiert wurde.

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