Verabschiedung - Gemeinderat honorierte das langjährige und erfolgreiche Wirken des scheidenden Bürgermeisters zum Wohl der Stadt Boxberg

Christian Kremer ist nun Ehrenbürger von Boxberg

Besonderes Abschiedsgeschenk: Der Gemeinderat ernannte den scheidenden Bürgermeister Christian Kremer zum Ehrenbürger der Stadt Boxberg.

Von 
Harald Fingerhut
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Die beiden Bürgermeisterstellvertreter Steffen Adelsmann (links) und Peter Löffler (rechts) überreichten Christian Kremer die Urkunde zur Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Boxberg und würdigten auch die große Unterstützung seiner Frau Susanne während seiner 16-jährigen Amtszeit als Bürgermeister. © Harald Fingerhut

Boxberg. Stabwechsel im Boxberger Rathaus: In einer öffentlichen Gemeinderatssitzung am Montag in der Umpfertalhalle wurde der scheidende Bürgermeister Christian Kremer verabschiedet und Heidrun Beck offiziell in ihr neues Amt als Bürgermeisterin eingeführt (siehe gesonderten Artikel).

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Für Christian Kremer gab es ein besonderes Abschiedsgeschenk: Der Gemeinderat ernannte ihn zum Ehrenbürger der Stadt Boxberg. Er habe seit 38 Jahren für die Stadt gearbeitet und vor allem in den 16 Jahren als Rathaus-Chef die Geschicke aller 13 Stadtteile mit großem Engagement und vor allem auch nachhaltig geleitet, würdigte Bürgermeisterstellvertreter Peter Löffler bei der Übergabe der Urkunde. So seien in den zwei Amtsperioden nicht nur über 400 Millionen Euro investiert, sondern es sei auch grundsolide gewirtschaftet worden. Das Ergebnis, nahezu schuldenfrei zu sein, sei kreisweit einzigartig.

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„Eine Meinung haben, nicht stur darauf beharren, vielmehr offen sein für konstruktive Kritik und dann den Weg zu Ende gehen“, umschrieb Bürgermeisterstellvertreter Steffen Adelsmann die Art, wie Christian Kremer nicht nur die Amtsgeschäfte führte, sondern auch das kommunalpolitische Agieren und den Umgang mit den Bürgern pflegte. „Den Übergang vom Mitarbeiter im Rathaus zum Chef haben Sie ohne große Schwierigkeiten bewältigt und in den vergangenen 16 Jahren eine Vielzahl an Projekten angestoßen.“ (wir berichteten bereits ausführlich)

Natürlich habe es auch Kritiker, die manche Dinge im Nachhinein bemängelten, gegeben. Aber, so Adelmann: „Durch ein gebohrtes Loch kann jeder glotzen.“

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Neben der Erfüllung vieler Pflichtaufgaben für die Daseinsvorsorge der Stadt habe Christian Kremer noch ein gutes Verhältnis mit den rund 90 Vereinen im Stadtgebiet gepflegt. „Im Dienstkalender für das Jahr 2019 standen über 500 Termine, das ist mehr als beachtlich“, betonte Adelmann. Und herauszuheben sei auch, dass er in den 38 Dienstjahren nicht einmal 40 Fehltage hatte.

„Christian Kremer hat dafür gesorgt, dass nicht nur kräftig investiert wurde, sondern hat es durch eine umsichtige Haushaltsgestaltung auch geschafft, dass die Stadt im Kernhaushalt schuldenfrei ist. In Corona-Zeiten ist das sicher nicht das Schlechteste, ein finanzielles Polster zu haben“, hob der Bürgermeisterstellvertreter weiter hervor. „So hat der scheidende Bürgermeister in der Stadt Boxberg für eine nachhaltige Entwicklung gesorgt. Deshalb hat der Gemeinderat beschlossen, ihn für dieses umsichtige und besondere Engagement die Ehrenbürgerschaft zu verleihen.“ Die Urkunde übergab dann der zweite Bürgermeisterstellvertreter Peter Löffler.

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Verlässlicher Partner

„Sie waren bisweilen ein unbequemer Partner“, stellte Erster Landesbeamter und designierter Landrat des Main-Tauber-Kreises, Christoph Schauder, fest, nachdem er kurz Christian Kremers beruflichen Weg skizziert hatte. „Vor allem, wenn es um ihre Stadt Boxberg ging, haben Sie mit harten Bandagen gekämpft.“ Aber die Debatte sei immer sachlich und fundiert gewesen.

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„Was ich an Ihnen sehr geschätzt habe, war, dass Sie stets ein verlässlicher Partner waren. Wenn etwas abgemacht und abgesprochen war, wurde es auch genauso umgesetzt“, lobte Schauder. „Deswegen bedaure ich es, dass wir nur eine kurze Zeitspanne zusammenarbeiten durften.“ Er sei gespannt, welche Rädchen Christian Kremer in Zukunft drehen werde. Zwar stehe fest, dass nun die Familie an erster Stelle stehen werde, aber er könne sich nicht vorstellen, dass Christian Kremer mit seinen 57 Jahren sich komplett aufs Altenteil zurückziehen werde.

„Sachlich arbeitend, schlüssig und fachlich fundiert argumentierend, stets gut vorbereitet und immer auf der Suche nach der besten Lösung. Gleichzeitig, aber auch kompromissbereit, beweglich und nicht starr auf einer Position beharrend“, so charakterisierte der Bürgermeistersprecher Frank Menikheim den Bürgermeister Christian Kremer. „Das haben wir Kollegen an Dir immer geschätzt. Diese Qualitäten haben Dich ausgezeichnet und mit diesen Qualitäten hast Du nicht nur im Kollegenkreis gepunktet und warst immer gerne gesehen und willkommen, sondern mit diesen Eigenschaften und Fähigkeiten hast Du auch die Stadt Boxberg in den letzten 16 Jahren geführt und vorangebracht. Du kannst stolz sein auf deine Leistung.“

Boxberg stehe ausgezeichnet da, habe eine hervorragende Infrastruktur und der Stand der Aufgabenerfüllung sei außerordentlich hoch. „Die Zahl der Arbeitsplätze und der Strauß leistungsfähiger gesunder Betriebe sind weit überdurchschnittlich für unseren ehedem strukturschwachen Raum“, lobte Menikheim. „Du hast es geschafft, die finanziellen Mittel zielgerichtet einzusetzen. Es wurde in deiner Zeit viel investiert, aber nicht auf Kosten der nachfolgenden Generationen, sondern so, dass auch in der Zukunft noch Akzente gesetzt werden können, weil es noch finanzielle Spielräume gibt.“

Das sei verantwortungsvolles, nachhaltiges Handeln, wie man es sich als Bürger nur wünschen könne. „Keine Politik fürs Schaufenster, sondern für die Menschen, denen all diese Maßnahmen ja immer zu Gute kommen“, so Menikheim abschließend.

Große Fachkompetenz

„Christian Kremer stand immer hinter seinen Mitarbeitern“, würdigte Personalratsvorsitzender Volker Metzger seinen langjährigen Rathaus-Chef. „Aufgrund ihrer großen Fachkompetenz waren Sie immer für alle eine Respektsperson und ein geschätzter Kollege.“

Als Vollblut-Musiker verglich er dann die Karriere von Christian Kremer mit einer Sinfonie. Die einleitenden Sätze seien nicht so schwierig, wie auch der Einstieg bei der Stadtverwaltung in Kämmerei und als Hauptamtsleiter. Dann aber, im Hauptsatz, werde es schwierig, aber auch schön, wie im Amt als Bürgermeister. Der letzte Satz beginne feurig und ende ruhig. Er hoffe, dass die nahe Zukunft für Christian Kremer auch eine Zeit des Durchatmens und der Erholung werde.

„Ich war gerne Bürgermeister und habe die Termine, auch am Wochenende, mit Freude wahrgenommen“, blickte Christian Kremer auf seine Zeit als Bürgermeister zurück. „Mir war es immer wichtig, einen guten und respektvollen Umgang mit allen ehrenamtlich Tätigen in der Stadt, den Gemeinde- und Ortschaftsräten, Ortsvorstehern, aber auch den Mitarbeitern in der Verwaltung zu haben.“ Vor allem eine gute Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehren, die für den Schutz der Bürger sorgten, lag ihm am Herzen.

„Mein Bestreben war es, alle Maßnahmen sauber zu finanzieren und gleichzeitig den finanziellen Gestaltungsspielraum zu erhalten“,blickte der scheidende Bürgermeister zurück. Geholfen habe natürlich die gute Entwicklung des Gewerbegebiets Seehof, wo in den letzten Jahren nahezu 1500 Arbeits- und Ausbildungsplätze entstanden seien. Abschließend bedankte sich Christian Kremer bei allen Wegbegleitern und Unterstützern, vor allem aber bei seiner Familie und insbesondere seiner Frau Susanne. „Ohne Sie hätte ich das Amt nicht so ausüben können.“

Redaktion Stellvertretender Redaktionsleiter der Main-Tauber-Kreis-Redaktion, Schwerpunkte auf den Kommunen Königheim und Tauberbischofsheim.