Verein Nothilfe Boxberg - Jahreshauptversammlung mit Rückblick auf Hilfsfahrt nach Moltschad/Weißrussland Zielgerichtete Hilfe kam wieder gut an

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Boxberg. Auf der Jahreshauptversammlung der Nothilfe zeigte sich wieder einmal, wie zielgerichtete Hilfe, direkt und persönlich von den Helferinnen vor Ort verteilt, Menschen in ihrer Not helfen kann. Der Rechenschaftsbericht der Vorsitzenden machte dies deutlich. Mit dem Geld der Spender konnten viele notwendige Hilfsgüter gekauft werden.

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Die vier verschiedenen Institutionen in Moltschad wurden schon im Vorfeld der Hilfsfahrt nach ihren Wünschen gefragt. Die Summe der Ausgaben dafür wurde vorher festgelegt, so dass das Kinderheim, die Dorfschule, das Altenheim und auch die Behindertenwerkstätte die ihnen zur Verfügung gestellte Summe kannten. Dementsprechend mit Informationen versorgt, starteten Edith Weller und Gaby Barth zur 52. Hilfsfahrt nach Weißrussland in die kleine Gemeinde Moltschad, unweit der Bezirkshauptstadt Baranovitchy. Mit den Vertretern der einzelnen Institutionen wurden dann die entsprechenden Waren gekauft.

Schultisch- und Stuhlplatten für das Kinderheim waren die größten Wünsche. Die staatliche Prüfung bemängelte den Zustand dieser Platten zu Recht und belegte die Schulleiterin mit einer Geldstrafe, die sie von ihrem Gehalt bezahlen musste. Obwohl der Staat dem Kinderheim jährlich eine bestimmte Summe für die Renovierung geben sollte, fehlte 2015 diese Summe.

Eine Renovierung war daher nicht möglich, was die staatliche Prüfungskommission aber nicht interessierte.

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Daher war die Freude der Schulleiterin groß, dass durch die Spender der Nothilfe die Tisch- und Stuhlplatten ersetzt werden konnten. Zusammen mit 20 neuen Bettdecken, Kopfkissen und Bettwäsche war die Summe von 1500 Euro ausgeschöpft.

Die Dorfschule bekam Hilfe in Höhe von 600 Euro für Farbe zur Renovierung. Von den Lehrern wurden damit in den Ferien Fenster und Holzböden gestrichen. Das Geld reichte noch für Sport- und Schreibmaterialien.

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Auch das Altenheim bekam Farbe, die Renovierung wurde von den Krankenschwestern durchgeführt. Für insgesamt 300 Euro erhielt das Altenheim dazu noch Teekessel, Shampoo und Windeln.

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Die Tagesstätte für Behinderte wünschte sich für 200 Euro Stoffe, mit denen die Behinderten Bettwäsche, Handtücher und Tischdecken nähen. Diese werden dann sehr günstig wieder verkauft.

Sehr eindrucksvoll war diesmal die Verteilung von 50 Lebensmittelpaketen in die umliegenden Dörfern von Moltschad. Im Voraus bei dem privaten Lebensmittelgeschäft in Moltschad wurden die entsprechenden Lebensmittel bestellt. Wie immer enthielt ein Paket Mehl, Nudeln, Gries, Haferflocken, Öl, Fischkonserven, Tee, Salz, Zucker. Alle Waren wurden zusammen mit der Sozialarbeiterin an die Bedürftigen verteilt.

In den umliegenden 13 kleinen Dörfern sind nur noch wenige Häuser bewohnt, meistens von alten Frauen. Sie leben sehr ärmlich, haben nur einmal in der Woche Möglichkeit zum Einkauf bei einem fahrenden Händler. Viele werden auch von ihren Kindern im Stich gelassen, die in die Städte abgewandert sind. Obwohl die Hilfe nur in einem Lebensmittelpaket und einer warmen Decke bestand, sind die Menschen sehr froh darüber - so haben sie für ein paar Monate wenigstens einige Grundnahrungsmittel sicher.

Die Renten liegen zwischen 40 und 100 Euro. Ein Kilogramm Zucker kostet 0,37 Euro, 500 Gramm Gries 0,41 Euro. Wie schon in den vergangenen Jahren steigen die Lebensmittelpreise und die kommunalen Abgaben für Heizung, Wasser und Strom beständig, die Gehälter und Renten blieben konstant.

Nach dem Rechenschaftsbericht der Vorsitzenden der Nothilfe folgte der Kassenbericht, mit der Aussage der Kassenprüfer, dass die Kasse korrekt und ordentlich geführt wurde. Nach der Entlastung des gesamten Vorstandes wurde die Wahl durchgeführt. Gewählt wurden als Vorsitzende Gaby Barth, zweite Vorsitzende Edith Weller, Beisitzer Elmar Haas und Dr. Hansjörg Eisele, Kassenwartin Anke Weller.

Die Kassenprüfer blieben im Amt, als Vertreter der katholischen Kirche blieb Kraft Amtes H. Fenger, für die evangelische Kirche stellte sich Günter Muesse zur Verfügung. Alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig gewählt und nahmen die Wahl an. Vorausschauend wurde festgelegt, dass im Frühjahr 2017 wieder eine Fahrt nach Weißrussland stattfinden wird. bar