Kläranlage Unterschüpf - Nach dreijähriger Bauzeit wurde das rund 7,5 Millionen Euro teure Projekt gestern eingeweiht / Viele Ehrengäste Wichtige Investition in den Gesundheitsschutz

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Norbert Seybold
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Bei der Einweihung der Kläranlage überzeugten sich die zahlreichen Gäste, dass die rund 7,5 Millionen Euro gut angelegt worden sind.

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Unterschüpf. Die Freude ist groß in Boxberg, dass die größte Investition in der Geschichte der Stadt, die Ertüchtigung und Erweiterung der Kläranlage Unterschüpf erfolgreich und im Kostenrahmen beendet ist.

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Diese Freude war auch dem Hausherr, Bürgermeister Christian Kremer bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste bei der Einweihungsfeier am Dienstag auf der Kläranlage deutlich anzumerken. Rund 7,5 Millionen Euro hat die Stadt in dieses Projekt investiert. Bei laufendem Betrieb wurde erreicht, dass die Arbeiten termingerecht abgeschlossen wurden und man sogar leicht unter den veranschlagten Kosten blieb.

Fünf Jahre seien es her, dass sich Verwaltung und Gemeinderat erstmals mit der Ertüchtigung der Kläranlage befasst hatten. Kopfzerbrechen lösten damals sowohl die Frage der Finanzierung als auch der wirtschaftlichsten Lösung aus. Galt es doch, diese Anlage in Unterschüpf nach dem Wegfall der Kleinanlagen in Windischbuch und Bobstadt sowie dem Anschluss von Dainbach der größeren Abwassermenge anzupassen und dazu von 15 000 auf 18 500 Einwohnergleichwerte zu erweitern.

Gute Zusammenarbeit

Als gute Entscheidung habe sich die Vergabe an die Weber Ingenieure aus Pforzheim erwiesen mit Diplomingenieur Andreas Ebermeier an der Spitze. Bestens habe auch die Zusammenarbeit mit dem Betriebsleiter der städtischen Kläranlage mit Anton Kappes an der Spitze. Nicht vergessen wollte das Stadtoberhaupt auch die gute Arbeit aller am Bau beteiligten Firmen.

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"Eine große Sorge bereitete uns zu Beginn die Finanzierung", so Christian Kremer. Die Summe von über sieben Millionen Euro war eine riesige Herausforderung. Deshalb sei die Erleichterung nun auch groß. Dass es mit der Förderung durch das Land und dem Einhalten des Kostenrahmens so gut geklappt hat. Nicht möglich wäre das alles ohne die hervorragende Unterstützung durch das Land gewesen. "Deshalb möchten wir heute aufrichtig Dank sagen." Das Stadtoberhaupt schloss dabei auch den Main-Tauber-Kreis ein.

Eine Abwasserbeseitigung auf der Höhe der Zeit sei immens wichtig. Sie gehöre zur Daseinsvorsorge wie die Versorgung mit Trinkwasser.

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Ministerialdirektor Helmfried Meinel von Ministerium für Umwelt freute sich, dass er knapp fünf Jahre nach Überbringung des Förderbescheids nun nach der Fertigstellung des Projekts wieder in der Stadt Boxberg zu Gast sein durfte. Alle damals gesteckten Ziele habe man erreicht. Und damit werde, was ganz entscheidend sei, die Gewässergüte der Umpfer verbessert,

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Dies gelte vor allem für die Werte beim Phosphat und beim Nitrat. "Hier sind wird unserem Ziel in ganz Baden-Württemberg ein großes Stück nähergekommen." Wichtig sei auch, bei der Energieeffizienz von Kläranlagen bessere Werte zu erreichen, weshalb es auch hier Zuschüsse vom Land in Höhe von 50 Prozent der Kosten gebe. Entscheidend vor Ort, so der stellvertretende Umweltminister des Landes, sei aber auch die Kompetenz des Personals, die hier sicher gegeben sei.

"Die 7,5 Millionen Euro wurden in den Gesundheitsschutz der hier lebenden Menschen investiert", war sich Regierungspräsident Johannes Schmalzl sicher. Denn damit wurde auch ein nachhaltiger Beitrag im Bereich Umweltschutz geleistet.

Der Regierungspräsident lobte den Bürgermeister und den Gemeinderat, dass die den Mut hatten, so viel Geld "in den Boden zu verbuddeln."

Hohe Förderbeträge

Dass das Regierungspräsidium die Kommunen bei ihren wichtigen Aufgaben nicht im Stich lässt, veranschaulichte er mit den 44 Millionen Euro im Bereich Abwasser, sowie 37 Millionen Euro im Bereich Wasserversorgung, mit denen seine Behörde Projekte im Main-Tauber-Kreis gefördert habe. Mit der Sauerstoffeinblasung ins Belebungsbecken und dem verbesserten Phosphatentzug sieht der Erste Landesbeamte D. Ulrich Derpa die Stadt Boxberg für die kommenden Jahrzehnte bestens gerüstet. Seinen Hut zog er vor den Mitarbeitern der Kläranlage, die trotz des Umbaues im laufenden Betrieb bestens gearbeitet haben. "Herausgekommen ist eine zukunftsfähige Gesamtlösung."

Die Geschichte des Projekts ließ Andreas Ebermeier nochmals Revue passieren. Nach der Analyse des Ist-Zustands wurden verschiedene Vatianten diskutiert und sowohl Kosten als auch Wirtschaftlichkeit berücksichtigt. Man habe auch darauf geachtet, während der Umbauphase benötigte Provisorien am Ende - oft an anderer Stelle - wieder verwenden zu können. "Es war eine spannende und konstruktive Zusammenarbeit."

Die Segnung nahm Pfarrer Steffen Kolb vor, für eine hervorragende musikalische Umrahmung hatte das Blechbläserquintett des Musikvereins Umpfertal gesorgt.