Goldene Hochzeit: Friedbert und Brigitte Günther gaben sich vor 50 Jahren das Ja-Wort Viele Kinder auf dem Lebensweg begleitet

Lesedauer: 

Grossrinderfeld. Wer kennt sie nicht in Großrinderfeld und Umgebung, Brigitte und Friedbert Günther. Sie feiern am heutigen Dienstag das Fest der Goldenen Hochzeit. Die beiden Pädagogen sind vielen gut bekannt, waren sie doch jahrzehntelang im Lehrberuf tätig und begleiteten zahlreiche heranwachsende Großrinderfelder auf ihren Lebensweg.

AdUnit urban-intext1

"Ein bisschen aufgeregt ist man schon, wenn es um so einen Tag geht", meinte Brigitte Günther, während ihr Ehemann Friedbert ganz ruhig und gelassen dem Ehrentag entgegen sah. Man durfte die Hochzeit zusammen feiern und auch so manchen schönen Hochzeitstag, umso mehr freuen sich beide darüber, auch dieses Fest nun mit ihrer Familie erleben zu dürfen.

Friedbert Günther wurde als Sohn eines Lehrers in Mosbach geboren. Er wuchs im kleinen fränkischen Dorf Poppenhausen auf und ging dort in die Grundschule. Danach besuchte er das Gymnasium in Tauberbischofsheim, absolvierte 1955 dort sein Abitur und studierte anschließend in Heidelberg Pädagogik. Während des Studiums lernte er seine Kommilitonin Brigitte Sonnberger kennen. Sie war in Kaplitz (Böhmerwald -heutiges Tschechien) geboren und kam 1945 durch Flucht und Vertreibung über Österreich nach Walldürn. Dort fand sie mit ihrer Familie eine neue Heimat.

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Buchen studierte auch sie in Heidelberg, wo sich die Wege des Paares erstmals kreuzten. Sie verliebten sich und nach dem abgeschlossenen Examen war es für beide klar, dass sie heiraten würden. Friedbert Günther erhielt eine Lehrerstelle in Schlossau, während seine Frau Brigitte in Uissigheim als Lehrerin eingesetzt wurde. 1958 wurde Verlobung gefeiert und ein Jahr darauf 1959 gaben sich beide in der Wallfahrtskirche in Walldürn das Ja-Wort.

AdUnit urban-intext2

Ilmspan wurde für das Paar zu einer neuen Heimat, hier wurde Friedbert Günther zunächst Alleinlehrer, dann Schulleiter. Die Wohnung des Paares war über der Schule, der Lehrer war für alles verantwortlich was die Schule betraf und ganz nah dran. In Ilmspan wurden auch die vier Kinder geboren: Jutta, Klaus, Astrid und Johannes. Hier fand man viele gute Nachbarn und Freunde, die den Lebensweg des Paares bis heute begleiten.

1971 wurde die Ilmspaner Schule geschlossen, und sowohl als Lehrer wie auch mit der Familie kam die Zeit der Neuorientierung. Nach einigen Jahren in Gerchsheim als Lehrer wählte Friedbert Günther Großrinderfeld als Schulort und dort baute die Familie auch 1974 ihr eigenes Haus.

AdUnit urban-intext3

Das Ehepaar Günther engagierte sich sowohl in der politischen Gemeinde wie auch in der Pfarrgemeinde. Friedbert Günther übernahm neben seiner Lehrtätigkeit Aufgaben als Organist und Chorleiter. Brigitte Günther war als Gemeinderätin aktiv, ebenso wie im Frauenkreis der Gemeinde. Ab 1975 hatte Brigitte Günther auch wieder nach einer 15 Jahre langen Familienpause begonnen, in ihrem Beruf zu arbeiten, ab 1975 war sie in Teilzeit meist in Gerchsheim als Lehrerin tätig.

AdUnit urban-intext4

Friedbert Günther blieb als Lehrer Großrinderfeld treu, in der neu gebauten Grundschule wirkte er als Schulleiter bis zum Ruhestand 1997.

Der Ruhestand lässt das Paar aber nicht rasten und ruhen, sie sind beide weiterhin rege. Als Chorleiter in Ilmspan ist der Jubilar bereits im 50. Jahr aktiv, in Großrinderfeld ist er Organist, sowie Mitglied im Gesangverein, im Obst- und Gartenbauverein, dem Heimat- und Kulturverein und der Nabu. Nicht genug der Aktivitäten, Friedbert Günther leitet seit 47 Jahren die Außenstelle der Volkshochschule in Großrinderfeld und früher war er 30 Jahre lang Vorsitzender des Lehrersingkreises in Tauberbischofsheim, bis dieser 1998 aufgelöst wurde.

Das Hobby von Brigitte Günther ist die Kunstgeschichte, das sie neben einem Literaturkreis seit zehn Jahren an der Universität in Würzburg pflegt. Vor vier Jahren gründete sie eine "Komm-mit-Gruppe", in der sich meist alleinstehende Frauen zweimal im Monat treffen. Den Frauen galt ihr Engagement schon immer, über 20 Jahre leitete sie den Frauenkreis und ist dort noch stets aktiv.

Wo bleibt da noch Zeit für andere Hobbys ? Die Familie steht an erster Stelle, die neun Enkelkinder sind der Stolz. Und die Reiseleidenschaft hat beide gepackt. Früher mit vier Kindern war der Urlaub mit dem Wohnwagen an erster Stelle gestanden. Einmal war man damit sogar bis zum Nordkap unterwegs gewesen. Auch für heuer stehen schon wieder ein paar Reisen auf dem Programm und auch an anderen Zielen mangelt es dem agilen Paar nicht. Die Gesundheit ist es nun, die dem Paar treu bleiben muss, damit die kommende Zeit mit den Plänen und Ideen verwirklicht werden kann. Schön, so gemeinsam 50 Jahre verbringen zu können. Die Fränkischen nachrichten schließen sich allen guten Wünschen an. rege