Gemeinderat tagte - Landratsamt hat bei der Stadt Boxberg Anfrage wegen einer Asylbewerberunterkunft gestellt Grundsätzliches Ja zu einer Vermietung

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Im alten Wölchinger Schulhaus könnten nach einer Sanierung Asylbewerber einziehen. Der Landkreis hatte bei der Stadt Boxberg wegen einer Anmietung von Räumen nachgefragt.

© Alexandra Müller

Boxberg. Der Zustrom an Flüchtlingen reißt nicht ab: In der Sitzung des Boxberger Gemeinderates informierte Bürgermeister Christian Kremer, dass das Landratsamt jetzt eine Anfrage gestellt habe bezüglich der Anmietung des altes Schulhauses in Wölchingen. "Die Not ist groß, die Unterkünfte im Kreis sind voll", hob Kremer hervor.

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30 bis 35 Flüchtlinge seien für die Unterbringung in Boxberg genannt worden. Das Gebäude gehöre der Stadt: "Heute wollen wir jedoch nur grundsätzlich zur Vermietung entscheiden. Der Mietvertrag, der noch ausgearbeitet werden muss, wird im Gremium noch vorgebracht." Diesen Grundsatzbeschluss gab das Gremium einmütig. Die Einstimmigkeit wertete Kremer "als Signal, dass das Gremium die Bereitschaft zur Mithilfe zeigt."

Der Bürgermeister betonte aber gleichzeitig, dass der Zeitpunkt bis zum tatsächlichen Einzug noch offen ist: Erst müsse eine Baugenehmigung für die Umnutzung erfolgen und das Gebäude müsste für die Bedürfnisse erst noch saniert werden. "In dieser Zeit wird durch das Landratsamt auch eine Bürger-Info-Veranstaltung stattfinden. Der Landkreis lässt dabei die Gemeinden nicht im Stich. Es gibt Betreuer und Sozialarbeiter, dazu mehrere Hausmeister, die nach den Unterkünften schauen." Kremers Appell: "Wir sollten auch als Stadt ein Zeichen setzen und wir sollten im Rahmen unserer Möglichkeiten mithelfen, die Leute unterzubringen."

In dieselbe Kerbe schlug auch Peter Löffler, Ortsvorsteher Wölchingens: "Wir haben die moralische Verpflichtung zu helfen und wir wollen auch in Wölchingen unterstützen." Dabei schlug er mehrere Bitten an das Landratsamt vor, unter anderem, dass auf die Zusammensetzung der Bevölkerungsgruppen geachtet werden sollte. Der Bürgermeister informierte auch, dass am 15. April eine junge Familie aus Sri Lanka zur sogenannten "kommunalen Anschlussunterbringung" nach Boxberg in eine Mietwohnung käme. "Sie kommen wahrscheinlich ohne Bett und ohne Gabel. Auch sie müssen wir an die Hand nehmen", so Kremer.

Kindergartenplätze reichen

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Einmal im Jahr beschäftigt sich der Gemeinderat mit der Kindergartenbedarfsplanun. Rathausmitarbeiterin Claudia Schlör lieferte dazu Zahlen und Fakten. Insgesamt gäbe es in der Kommune sieben Kindertagesstätten mit unterschiedlichen Betreuungsangeboten - mit insgesamt 235 Kindergartenplätzen. Um den tatsächlichen Bedarf ab dem kommenden Kindergartenjahr zu ermitteln, wurden durch die Stadt alle Eltern angeschrieben, deren Kinder zum Stichtag 1. September zwischen neun Monaten und zwei Jahren und neun Monaten alt sind. "Von der Umfrage waren 105 Eltern betroffen, wir erhielten 61 Rückmeldungen", erläuterte Schlör. "Wir haben keine Rückmeldungen von Eltern, die keinen Betreuungsplatz für ihr Kind haben, das heißt wir können alle Kinder mit Betreuungsplätzen versorgen." Der Bürgermeister ergänzte: "Der Kindergarten in Schweigern ist proppenvoll. In anderen jedoch gibt es Platz und wir stehen zur Beratung bereit." Auf Nachfrage zu Kriterien zur Aufnahme - speziell in Schweigern - erklärte Kremer: " Wir können den kirchlichen Trägern die Kriterien dazu nicht vorschreiben." Doch er versprach, dieses Thema bei der nächsten Zusammenkunft anzusprechen. Sein Fazit: "Derzeit besteht keine Notwendigkeit zur Gründung einer neuer Gruppe."

Der Gemeinderat nahm die Bedarfsplanung zustimmend zur Kenntnis. almü