"Kick-Treff": Ehemalige Welttorhüterin Silke Rottenberg hielt in Assamstadt eine Trainingseinheit für Mädchen Der Fußball ist auch Frauensache

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Jérôme Umminger

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Assamstadt. Dribbeln, Passen, Tore Schießen. Fußball ist auch in Deutschland hauptsächlich noch eine Männersportart. Doch dass auch Frauen und Mädchen überaus talentierte Fußballspielerinnen sein können, haben in den letzten Jahren nicht zuletzt die großen Erfolge der deutschen Damen-Nationalmannschaft gezeigt. Eine ihrer erfolgreichsten Spielerinnen ist die ehemalige Schlussfrau und Welttorhüterin Silke Rottenberg.

Und genau diese stattete im Rahmen des 5. Fußball-Kick-Treffs für Mädchen am Wochenende einen Besuch in Assamstadt ab und leitete die dazugehörige Trainingseinheit. Zwar musste das Fußballcamp wegen des schlechten Wetters kurzerhand vom Sportplatz in die Asmundhalle verlegt werden, doch dies tat der Begeisterung der Mädchen keinen Abbruch.

"Noch nie war ein so berühmter Gast bei einem der Kick-Treffs dabei und noch nie haben die Mädchen einer Trainingsleiterin so viele Fragen gestellt", freute sich Daniela Quintana, Mädchenbeauftragte des BFV, über den regen Zuspruch der Mädchen in Assamstadt. Bei der über einstündigen Trainingseinheit mit Silke Rottenberg ging es beim Dribbeln, Passen und Jonglieren hauptsächlich um ein erstes Vertrautwerden mit dem Ball. Ein Abschlussspiel zum Ausklang der Veranstaltung durfte aber dann natürlich auch nicht fehlen.

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Das Projekt zur Förderung ist eine gemeinsame Aktion der drei Fußball-Verbände in Baden-Württemberg und der AOK. Nach einer solchen Auftaktveranstaltung, die schon seit letztem Jahre im ganzen Bundesland stattfinden, bekommen die gastgebenden Vereine, wie nun auch der TSV Assamstadt, für die ersten fünf Trainingseinheiten Verbandstrainer des Badischen Fußball-Verbands (BFV) zur Verfügung gestellt. Danach übernimmt der Verein selbst die Betreuung der "Fußball-Mädels". Ziel soll nach einem Jahr die Bildung einer "echten" Mädchen-Mannschaft sein, die in aktiven Spielbetrieb einsteigt.

Ja, es wurde viel geredet, doch die nicht weniger als 37 Mädchen, die gekommen waren, wollten eigentlich nur eines: Endlich das runde Leder durch die Halle kicken. Bis es endlich soweit war, führte BFV-Jugendreferent Klaus-Dieter Lindner gekonnt durch das offizielle Programm und brachte sogar ein wenig Stadion-Atmosphäre in die Asmundhalle.

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Der BFV-Vize-Präsident Karl-Josef Schäfer hob den enormen Zuwachs des Mädchen-Fußballs in den letzten Jahren hervor und unterstrich, dass der Badische Fußball-Verband den Mädchen-Fußball als eine positive Entwicklung betrachte. Und auch der Vorsitzende vom Fußballkreis Tauberbischofsheim, Heinrich Zeier, freute sich über das Mädchen-Fußballcamp. Assamstadts Bürgermeister Hermann Hügel betonte, dass Frauenfußball in Assamstadt gar nicht so neu sei.

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Und dass diese Entscheidung zugunsten des Mädchen-Fußballs durchaus Früchte trägt, zeigt, dass es die Spielerin Maria Ansmann aus Assamstadt bereits in die Badische U15-Auswahl geschafft hat und nicht nur in Assamstadt, sondern gleichzeitig auch in der C-Jugend beim Aufsteigerclub TSG Hoffenheim spielt. Stargast Silke Rottenberg bezog Maria Ansmann dann auch als professionelle Assistentin mit in ihr Training ein.

Nach zahlreichen Fragen der Teilnehmerinnen an Silke Rottenberg zu ihrer Fußballkarriere und der besonderen Herausforderung als Torfrau, schlossen der TSV Assamstadt in Person von Fußball-Jugendleiter Reinhold Hügel, die AOK und der Vize-Präsident des Badischen-Fußballverbands einen Kooperationsvertrag zum Kick-Treff der Fußball-Mädchen.

Demnach stellt der TSV Assamstadt den Mädchen sein Sportgelände zur Verfügung, im Gegenzug stellt der BFV dem Verein seine Verbandstrainer zur Seite, betreut die weitere Trainingsentwicklung und ermöglicht den Trainern der neuen Mädchenmannschaft auch eine professionelle Schulung. Die AOK steuert die dafür notwendigen Materialien wie Bälle bei. Warum sich der Badische Fußball-Verband als Austragungsort ausgerechnet für Assamstadt des Kick-Treffs entschied, begründete die Mädchenbeauftragte Quintana mit der guten Mädchenschulmannschaft

"Außerdem war der Verein nach ersten Gesprächen sofort offen für das Projekt und fand sogar innerhalb kürzester Zeit gleich vier Vereinstrainer, die die Betreuung der Mädchenmannschaft übernehmen werden. Das ist einfach optimal", zeigte sich Quintana begeistert.