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Rückblick auf das Jahr 2021 - Die Bürgermeisterwahl stand im Mittelpunkt der Kommunalpolitik / Heidrun Beck setzte sich gegen ihre männlichen Mitkonkurrenten durch

2021: Erstmals hat Boxberg mit Heidrun Beck eine Bürgermeisterin

Das Hauptstück auf dem Spielplan 2021 der kommunalpolitischen Bühne Boxberg war zweifellos die Bürgermeisterwahl im Frühjahr. Heidrun Beck setzte sich gegen ihre drei Mitbewerber durch und wurde Nachfolgerin von Christian Kremer.

Von 
Harald Fingerhut
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Peter Löffler hängt der neuen Boxberger Bürgermeisterin Heidrun Beck die Amtskette um. Ihrem Vorgänger Christian Kremer (links) verlieh der Gemeinderat aufgrund seiner Verdienste um die Stadt in den vergangenen 16 Jahren als Rathaus-Chef die Ehrenbürgerschaft. © Harald Fingerhut

Boxberg. Nachdem der amtierende Bürgermeister Christian Kremer nach zwei Amtsperioden seinen Verzicht auf eine dritte bekanntgegeben hatte, bewarben sich vier Kandidaten um den Chef-Posten im Rathaus. Die Boxberger hatten also in der Tat die Qual der Wahl bei der Besetzung der kommunalpolitischen Hauptrolle für die nächsten acht Jahre. Deshalb unterzogen sie Christian Völkel, Thomas Henninger, Christoph Kastl und Heidrun Beck auch einem gründlichen Casting. Und schon beim ersten Wahlgang erhielt die als Letzte aufs Wahlkarussell aufgesprungene Heidrun Beck die meisten Stimmen. Nur es reichte nicht zu der für einen Wahlsieg notwendigen absoluten Mehrheit der Stimmen. Ein zweiter Wahlgang musste die Entscheidung bringen.

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Die im ersten Durchlauf abgeschlagenen Kandidaten Christian Völkel und Thomas Kastl zogen ihre Bewerbung zurück, so dass es zu einem Zweikampf zwischen Heidrun Beck und Thomas Henninger kam. Die Niederstettenerin bestätigte ihre Favoritenrolle und konnten letztendlich etwas mehr als 70 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. Das Votum der Boxberger war somit eindeutig. Sie wollten die damals 35-Jährige als Rathaus-Chefin sehen.

Bauplätze geschaffen

Ein Hauptaugenmerk bei der Entwicklung der Stadt legten die Verantwortlichen erneut auf die Schaffung von Wohnraum. So wurde die Erschließung oder Erweiterung der Baugebiete „Im Grund“ in Schwabhausen, „Lindenrain II“ in Boxberg, „Kreuzstein“ in Windischbuch“, „Billweg“ in Uiffingen sowie „Dell/Epplinger Weg“ in Schweigern vorangetrieben beziehungsweise abgeschlossen. Knapp zwei Millionen Euro stellte der Gemeinderat dafür im Haushalt zur Verfügung. Die Schaffung von Wohnraum war auch ein wichtiger Aspekt bei der Stadtsanierung „Innenstadt II“ in Boxberg, die im Haushalt mit 504 000 Euro veranschlagt war.

Auf dem Areal „Lindenrain II“ wird es auch eine Wohnanlage für Menschen mit Beeinträchtigung geben. Bauherr ist der Caritasverband im Tauberkreis. 24 Plätze sollen ganz im Sinne der Inklusion Menschen mit Beeinträchtigung ein Zuhause bieten. Zudem sind zehn Plätze für die Seniorentagesbetreuung vorgesehen. Die Kosten für die Wohnanlage sind mit rund vier Millionen Euro beziffert. Die Fertigstellung ist bis zum Herbst 2023 vorgesehen.

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Bildung und Betreuung

Bürgermeisterin Heidrun Beck hatte nicht nur bei der Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl, sondern auch in den Anfangstagen ihrer Amtszeit immer wieder betont, dass ihr die Kleinkindbetreuung und die Bildung sehr wichtig sind. Beides, so ihr Credo, können nicht getrennt voneinander betrachtet werden, sondern müsse als Gesamtkonzept für junge Familien nachvollziehbar und auch attraktiv sein. Dabei konnte sie zum Teil schon auf die Vorarbeit ihres Vorgängers Christian Kremer aufbauen.

Unter seiner Regie hatte der Gemeinderat grünes Licht für die Sanierung des Kindergartens in Unterschüpf gegeben. Mit Kosten von 1,3 Millionen Euro war es die größte Einzelmaßnahme der Stadt im Jahr 2021. Insgesamt beläuft sich die Modernisierung des Gebäudes auf rund 2,2 Millionen Euro. Eine Investition, die sich gelohnt hat. Es entstand ein moderner Kindergarten mit besonderem Clou: Die Flachdächer der Kindertagesstätte Wirbelwind dienen als Außenspielgelände.

Weiter wurden 330 000 Euro für die Sanierung des Gebäudes des Kindergartens in Uiffingen bereitgestellt. Das sind zwei Faktoren, die als Grundlage für das von Heidrun Beck propagierte Gesamtkonzept für alle Kindergärten im Stadtgebiet dienen. Ziel ist, hierdurch eine den Bedürfnissen der Familien angepasste Kleinkindbetreuung zu gewährleisten. Letztendlich soll damit auch die Wohn- und Lebensqualität in der Stadt und ihren Stadtteilen verbessert werden.

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Hand in Hand geht damit natürlich auch eine ständige Verbesserung der Schullandschaft. Ein entscheidender Schritt zu größerer Attraktivität des Schulzentrums in Boxberg soll die Verknüpfung der Realschule mit der Grundschule sein. Als Verbundschule sollen sie gemeinsam die Zukunft meistern. Geplant ist, dass ab dem Schuljahr 2022/23 die beiden Bildungseinrichtungen unter einem gemeinsamen Dach geführt werden. Das kommende Schuljahr soll genutzt werden, um die notwendigen rechtlichen Schritte zu vollziehen und in den Lehrerkollegien ein durchgängiges Schulkonzept zu entwickeln. Kernig dürften die Kosten für die baulichen Maßnahmen werden. Laut Bürgermeisterin Heidrun Wolf könnten die bis zu 15 Millionen Euro betragen.

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Flurbereinigung abgeschlossen

Nach rund 16 Jahren fand die Flurbereinigung Boxberg/Windischbuch (Wald) ihren Abschluss. Aus 927 Flurstücken wurden 253. So sei es gelungen, so die Verantwortlichen, den Wald als Wirtschaftsraum und Naherholungsgebiet zukunftsfähig zu machen. Aufgrund der Kleinparzellierung der Fläche war eine praktikable Nutzung mancher Flurstücke nicht mehr möglich. Der Zustand des Waldes war gerade auch für die Privatwaldbesitzer unbefriedigend. Alle Beteiligten betonten, dass durch die Flurneuordnung die Voraussetzung für den dringend notwendigen Umbau des Waldes geschaffen worden sei. Eine außerplanmäßige Umbesetzung gab es beim Posten des Ortsvorstehers von Schwabhausen. Nachdem Benjamin Czernin zum Bürgermeister von Ahorn gewählt worden war, wählte der Gemeinderat Andreas Sponagel zu dessen Nachfolger.

Redaktion Stellvertretender Redaktionsleiter der Main-Tauber-Kreis-Redaktion, Schwerpunkte auf den Kommunen Königheim und Tauberbischofsheim.

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